„Warum hast du mich nicht angerufen?“
Wow. Wow! WOW!
Alles was ich dachte in diesem Moment als mir diese Frage gestellt wurde und auch jetzt im Nachhinein: Glaubst du ernsthaft, dass ich es nicht getan hätte?! Hätte ich Zeit gehabt?! Hätte ich die Möglichkeit gehabt?! Und wenn das möglich gewesen wäre, hätte ich mir Hilfe bei denen gesucht, die mir auch helfen können. Denen ich vertrauen kann. Polizei zum Beispiel. Und nicht bei einem Menschen, der mich eh einfach nicht in Ruhe lassen kann!? Mich eh seit Monaten belästigt!? Aber ja. Ich hätte dich verdammt nochmal trotzdem angerufen, wäre es machbar gewesen. Natürlich!
Warum hört sich deine Frage aber so an, als wäre ich selbst Schuld daran, dass mir niemand helfen konnte? Bin ich Schuld daran, dass ich mich nicht wehren konnte? Bin ich Schuld an dem, was mir jemand angetan hat?
Nein. Nein! Auf keinen Fall.
Die besagte Frage ist insbesondere in dem Kontext interessant, wenn der Typ, der sie stellt, dich im selben Moment daran hindert den Raum zu verlassen und in der Tür steht, egal wie oft man sagt: Lass mich raus! Ich will raus! Es reicht nicht. Egal wie man es formuliert. Es bringt nichts. Hauptsache ich soll mich „rechtfertigen“, warum ich denn nicht angerufen habe. Haha.
Es war nicht möglich.
Und es ist furchtbar, dass ich als Konsequenz seiner Frage überhaupt darüber nachdenken musste, ob es das gewesen wäre. Ich wäre gerannt. Ich hätte geschrien um Hilfe. Hätte mein Handy gegen sein Gesicht geworfen. Hätte alles getan. Alles. Solange ich aus der Situation hätte flüchten können.
Aber es war nicht möglich. Und dann fragt dich jemand: „Warum hast du mich nicht angerufen?“. Es fühlt sich wie Hohn an.













