Unsere einzige Hoffnung: Loslassen, wer wir sein sollten und werden, wer wir sind - unsere eigene Einzigartigkeit und Seltsamkeit zu leben.
Stephen Gilligan (yourwaytosucces)
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Unsere einzige Hoffnung: Loslassen, wer wir sein sollten und werden, wer wir sind - unsere eigene Einzigartigkeit und Seltsamkeit zu leben.
Stephen Gilligan (yourwaytosucces)
Absonderungs - Konflikte
Es gibt den gebräuchlichen Satz: "Da wird der Mensch zum Tier", oder auch personalisiert: "Da werde ich zum Tier". Das Mensch ist absonderlich. Das Mensch glaubt (!) Es sei kein Tier, sondern (!) etwas anderes, sogar besseres. Ist das Mensch aber nicht. Das Mensch wird nicht zum Tier, Es ist eines davon. Genauer ein Primat, ein Art von Säugetier. Was vermuten Sie, wie viele Probleme und Konflikte zwischen uns Menschen und unseren MitTieren und anderen Mit-LebeWesen - überhaupt in unserer In- und UmWelt - auch dadurch entstehen, dass wir Menschen dieses einfache Bekenntnis und diese Einbettung verweigern? Mir ist klar, dass diese Absonderung des Menschen von und aus seiner natürlichen Umwelt, die Ursache grosser Konflikte und menschlicher Fehlsichtigkeiten und (Umwelt-) Katastrophen ist.
Schneewehen und Wellengang
Ich bewege mich mit jedem Schritt vom Zorn in die Kälte. Oder wie der Phraseologismus noch gleich ging.
Ich fantasiere dieser Tage wieder von kleineren Räumen.
Engere räumliche Ausdehnung meiner Umgebung; meines Lebens und Daseins, wenn ich es metaphorisiere.
Diese Klaustrophobiefantasie gehört schon seit Jahren zu meinen intimsten Wunschvorstellungen, die ich überall durchblicken lasse, aber niemals so offen zugeben würde. Wesentlich fühle ich mich hingezogen von beengten Lebensumständen. Kleine Zimmer. Überschaubare Mengen von Objekten. Simplifizikation durch Kompression.
Das steckt im Bedürfnis auf Couchen zu schlafen. Große Flächen zum Schlafen finde ich zutiefst irritierend. Dem alltäglichst gewöhnlichen Traum beim nächsten Umzug die kleinste Wohnung zu nehmen, die ich finden kann. Letztes Wochenende habe ich einen Freund besucht, der nach einer Trennung in eine winzige Wohnung gezogen ist. Sie wirkte so vollgestellt, ausgefüllt, mit seinen Sachen. Ich dachte nur: du glücklicher Bastard. Es ist retrospektiv so absurd.
Wut und Kälte jedenfalls.
Sie ist da, diese Initialreaktion auf jeglichen menschigen Kontakt, der sagt: ich will das gerade nicht. Der oszillierende Stressimpulse bekommt, wenn organisatorische Frage im Raum stehen. Dieses bodenlose, Warum willst du gerade mit mir zu tun haben?
Und dann das Ding mit: Ach ja, Freunde. Stimmt. Soziale Tiere. Zwischenmenschlichkeit.
So ein Ding mit kühlen Grinsen und Alltäglichkeit.
Mir werden die Feiertage so auf den Geist gehen.
“Meine Existenz ist eine andere, ich existiere nur, wenn ich schreibe, ich bin nichts, wenn ich nicht schreibe, ich bin mir selbst vollkommen fremd, aus mir herausgefallen, wenn ich nicht schreibe. Wenn ich aber schreibe, dann sehen Sie mich nicht, es sieht mich niemand dabei. (...) Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran, und nur das Veröffentlichte, die Bücher, werden sozial, assoziierbar, finden einen Weg zu einem Du, mit der verzweifelt gesuchten und manchmal gewonnenen Wirklichkeit.”
Bachmann, Ingeborg (1978): Rede zur Verleihung des Anton-Wildgans-Preises. In: Werkausgabe Band 4. Essays, Reden, Vermischte Schriften. S. 294. München und Zürich: Piper.