Die Erinnerung an dich ist so verschwommen nach über 8 Jahren. Sie ist fast nur noch schwarz-weiss, aber die Gefühle sind so echt und wirklich, als wäre all das erst gestern gewesen..
Ich sehe dein Lächeln und deine wunderschönen Augen und dich. So kuntergrau und dunkelbunt, so als hätte es dich nie gegeben, als wärst du bloß ein Traum.
Im nächsten Moment spüre ich deine Hand, wie sie meine greift und erfahre all die Faszination aufs Neue, wenn du mir wieder das Leben zeigst. Als wäre es gestern gewesen, dass du mir die Welt erklärtest. Als wärst du nie weg gewesen.
Dann laufe ich los und da steht er immer noch. Dieser scheiß 24. September neben deinem so vertrauten Namen, der mir gleichzeitig so fremd ist. Weil du mehr warst. Du warst mehr als dieser 24. September. Du warst mehr als dieser Krebs. Du warst mehr als dieser Name. Du warst mehr als der Mann, dessen Sohn überfahren wurde. Du warst mehr als das Mathe-Ass.
Du warst all die Jahre zwischen dem 14.03.1937 bis zu diesem verdammten 24. September. Du warst ein Vater, ein Bruder, ein Großvater.. Ein Urgroßvater sogar schon. Du warst der Mann, der den schlimmsten Tag seines Lebens, den Tod seines eigenen Kindes, überlebte. Du warst der Mann, der mir die Welt malte, sie mir erklärt. Du warst der einzige, der mich manchmal zum Lachen bringen konnte. Du bist alles zwischen diesem 24. September bis in meine Ewigkeit. Du bist ich. Du bist wir. Du bist unsere Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Du bist unvergessen..
Du wirst der Mann sein, der meine Hochzeit nicht erlebt. Du wirst immer der Mann sein, dessen Platz für immer leer sein wird. Du wirst immer der Mann sein, den wir meinen, wenn wir zu den Sternen sprechen. Du wirst immer der Mann sein, dem wir jedes Jahr an Silvester eine Rakete schicken und du wirst der Mann sein, der uns empfängt, wenn unsere Zeit gekommen ist.
Du bist schon so lange weg, dass ich vergessen habe, wie deine Stimme klingt. Wie sich deine Hand anfühlt. Wie dein Lachen aussieht. Wie du mich geliebt hast.
Gleichzeitig bist du aber noch nicht lange genug weg, dass ich vergessen konnte, wie weh es getan hat. Wie meine Hand deine loslassen musste. Wie mein Lachen verklung. Wie ich dich geliebt habe.
Du hast gesagt, dass die Zeit alle Wunden heilt, aber bitte verzeih mir, dass ich in all den Jahren die Zeit noch nicht gefunden habe. Eines Tages werde ich sie mir nehmen.
Eines Tages werde ich wieder wissen, wie deine Stimme klang. Wie sich deine Hand anfühlte. Wie dein Lachen aussah. Wie du mich geliebt hast.
Spätestens, wenn ich wieder bei dir bin. Ich werde dich nicht vergessen.