Spalt, Germany 1905/20

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Spalt, Germany 1905/20
The Splat (The Backrooms)
Entity 59: it is a creature with multiple eyes, hostile and very dangerous, it hides in the corridors of level 5 (and similar) where it awaits its victim to then capture and devour it. In this drawing I wanted to create my own version of this creature where I added a big mouth to give it an evil look.
i forgot i drew this
mühsames unterfangen
*
wach - durst - kopfschmerzen - wie ist der abend ausgegangen?
blackout - scham - aufstehen, trinken..erlösung.
ist kranwasser sonst der inbegriff der langeweile, gar verschwendung von durst, schafft es jetzt wundervoll erlösende beseitigung des wassermangels. knapp zwei liter rauschen meine kehle hinab.
indem dieses problem gelöst ist, steht das nächste unglaublich abfuckende ins haus und will bekämpft werden. pochender schmerz in meinem ausladend groß wirkenden kopf. paracetamol im schrank gesichtet. die zeit zum entnehmen der zwei pillen zieht sich unheilvoll in die länge. knifflig. endlich. geschluckt. erst im anschluss folgt ein weiteres glas wasser ohne kohlensäure. die zu erwartenden 20 bis 30 minuten bis zur nicht-existenz des schmerzes versprechen ein ungeduldiges, sich endlos ziehendes warten, wie bei drei grottigen, auch noch zugaben spielenden vorbands. mit größter dringligkeit wird die couch aufgesucht, um mich endlich wieder liegend meinem leid hingeben zu können.
rekapitulation, rekonstruktion, erinnerung. heimweg von daniels party mit kati und hubertus. die gaben mir freudige, nette verabschiedungen, ich mutmaße, dass ich währenddessen nichts angestellt hab; trotzdem fehlen 99% des heimwegs im gedächtnis. präsent hingegen die party selbst - berauschend beautiful und wunderschön. nach langer zeit wiedersehen der kompletten clique, die nach dem abi geographisch wild verstreut wurde. ein fest.
gebetsmühlenartiges produzieren von glücksgefühlen durch präsent machen schöner erinnerungen der feier, der freunde; um das unerträglich runterziehende, drückende schamgefühl zu bekämpfen. verdrängung wär so viel angenehmer, doch dazu fehlt mir der green heaven.
»ich hab nichts zu kiffen«. schlagartig wird meine gedankenwelt vollständig von dieser behindertheit bestimmt. bezaubernde vorstellung, mir jetzt einen berauschenden kopf zu geben. dass zeitgleich meine kopfschmerzen verflogen waren, erlangte nicht mal den status einer randnotiz. gras klarmachen, das stand jetzt an. ein mühsames unterfangen, jedoch stets mit happy end..wie kacken……um einen handelsmann der grünen ware zu treffen, ist es bestimmt noch zu früh.
wie viel uhr ist es, welcher tag ist heute, muss ich sachen machen? ein mich schockierend in die alltagsrealität transportierender blick auf die uhr: 09:24, dienstag..dienstag..irgendwie surreal..ich hab um 12 uni und noch anderthalb stunden öffentlichen nahverkehr vor mir. kommt ja richtig korrekt son besäufnis am montag…
erfreulicherweise hat hubertus das selbe schicksal; eine begleitung in bus und bahn bis zur uni! sogar der selbe kurs steht für uns an. das sollte doch genügend ablenkung von dieser runterziehenden grundstimmung schaffen. allgegenwärtig das fehlen des weeds. abhilfe frühestens in sechs stunden. hubertus , hubertus wir müssen jetzt kommunizieren.
eichte hektik, ein noch mildes gefühl des zeitdrucks. das telefon in unüberwindbar weit scheinender ferne, ist bewegung plötzlich das übel, zu dessen bewerkstelligung ich in keinster weise fähig scheine; ohne erlösendes durststillen in aussicht, bemerke ich, dass mein körper mir momentan ausschließlich ein einziges, aber elementares signal gibt: >beweg dich nicht!<.
in meiner umgebung, bis auf einen stapel jahre alter zeitungen, nichts, das unterhaltsame beschäftigung verspricht. einige zeit daliegend beweine ich meine unschöne situation und gebe mich beinahe vollends dem selbstmitleid hin, bis mich das entsetzlich dröhnende klingeln des telefons dazu nötigt, mich doch aufzuraffen; allein schon um diesen grässlichen sound abzustellen. ich bewege mich humpelnd durchs zimmer. so endlos lang muss sich wohl der gang zum altar anfühlen. die weiterhin triviale signalgebung meines körpers erreicht unerahnte höhen. endlich, der rettende griff zum hörer, obendrein erlösendes fallen lassen in nebenstehenden sessel.
»hallo?!?!« krächzt es aus meinem hals »hallo« verbunden mit einem alles in den tod reißenden husten ist hubertus antwort
»ekelhaft« stoßen wir beinahe gleichzeitig hervor
»um 10 im bus?«
»ich hasse mein leben«
»bis gleich« knacken. aufgelegt.
ich krame in meiner viel zu engen hosentasche und es kommt eine hoffnungslos zerfledderte marlboro-schachtel zum vorschein, welche eine letzte kippe enthält, die unmittelbar über dem filter abgeknickt ist - ein zu verkraftendes übel. Irgendwie angenehm beschäftigt koche ich in windeseile (sofern es denn möglich ist, wohl eher in böeseile) einen kaffee. der aufkommende hunger wird geflissentlich ignoriert, das risiko des kotzens zu hoch und nichts möchte ich heute dringender vermeiden als den geschmack von alkohol im mund. hastig kippe ich mir den eigentlich zu heißen kaffee runter.
aah, etwas mit geschmack!
damit überfordert, meine sieben sachen zusammenzusammeln, erhasche ich einen kurzen blick in den spiegel, in mein gesicht. ich wünschte, das wäre mir erspart geblieben. tatsächlich alles beisammen erlange ich durch die haustür den weg ins freie. das kitzeln der wärmebringenden sonnenstrahlen auf meiner haut ist heute die erste erfahrung, die mich einen funken gute laune spüren lässt, das und die erwartung in fünf minuten auf vincent zu treffen und mein leid teilen zu können. schnell wird es jedoch zu warm und ich geb n fick auf sunbeams. >>guten morgen, herr busfahrer<< >jaa, freie sitzplätze<.. drei haltestellen allein, dann steigt er schlurfend zu und wie ich vincent ansehe, manifestiert sich der gedanke >aah, dir blieb der blick in den spiegel wohl verwehrt<.
schnell ist eroiert, dass wir uns wohl beide ganz gut benommen haben am abend zuvor. ich werde von allen ziemlich dafür gefeiert, mich neben freddies oma gesetzt und einen joint gebaut zu haben. auch mein comment zum youtubevideo >fettsack mit knarre< »auch bekannt als ‘der kalorienbomber’« fand schallendes gelächter. die feier noch einmal ausführlich revue passieren lassend, haben wir fast so etwas wie spaß und die alkoholvergiftung gerät ein wenig ins hintertreffen. endlich die busfahrt überstanden, folgt der wesentlich komfortablere, angenehm leere zug, in dem wir uns vis-a-vis in einen vierer sinken lassen.
>puh, das gröbste is überstanden, jetzt gilt es gleich nur noch das seminar zu reißen und im anschluss einzukaufen< >hoffentlich geht das mit dem kombi klar< >hoffentlich muss ich nirgendwo lange warten< fröhnte ich meinen gedanken
die ansage des ersten halts schallt aus den lautsprechern
»nächster halt: bottrop feldhausen, freizeitpark movie park«
»por, ich war schon ewig nich mehr im movie«
»die trittstufen können bahnsteigbedingt leider nicht ausgefahren werden«
»ich auch nich«
»bitte achten sie auf den spalt zwischen fahrzeug und bahnsteigkante«
»ja solln wa? hast du kohle?«
»ausstieg in fahrtrichtung rechts«
»hab 60 okken auf tasche, dat reicht hoffentlich für uns beide«
»na dann, gönnen wa uns«
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erdacht und verfasst: Herbst ‘15
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Michael Spalt
Spalt-Wernfels is a town in Bayern (Bavaria), Southern Germany, 20 km from Schwabach. It’s known for its growing of hops for beer.
Altmühltal WE - day 2