Gedicht und Photo von pangarina-angelin-a
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Gedicht und Photo von pangarina-angelin-a
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auf dunklem schotter
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ruhen gleise hart zwischen
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den bahnsteigkanten
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Bahnsteigkante
Es war an einer Bahnsteigkante Oder bei uns genannt Perron, Als ich sah, wie einer rannte, Wären ich sass und ass Macarons.
Beobachten lässt sich hier allerhand: Vorfreude auf Ferien, verliebte Tränen, Händler, die verkaufen ihren Tand, Pendler, die morgens müde gähnen.
Und in all dem Chaos sitz ich still. Bin nur ein stummer Zuschauer, Der, sofern er das denn will, Davon braust wie ein Regenschauer.
Bäckerei Bahn, Leipzig (ca. 1930)
Leute, ihr glaubt nicht, was ich neulich von meinem Onkel erfuhr. Sein Vater kannte einen jungen Bäckermeister in Leipzig, das muss so um 1930 herum gewesen sein. Dessen Brötchensorten erfreuten sich großer Beliebtheit. Eine hat er besonders gern gebacken, denn während der Teig in einer Schüssel unter einem Tuch ruhte, erklangen daraus Stimmen und Musik.
Es war dem Meister gelungen, mit Hilfe der rohen Masse die ersten Radiosendungen aufzufangen. Mein Onkel ist der Sache später nachgegangen und im Patentamt gibt es tatsächlich einen Eintrag von 1928 mit der Bezeichnung 'Bäcker Bahn's Teigk-Antenne'.
Da stand sie. An der Bahnsteigkante, und drehte den Kopf mal zur einen und mal zur anderen Seite, so, wie der Wind wehte. Doch da sie sich in einem Kopfbahnhof befand, gab es nur eine Richtung aus der der Zug kam und wieder in die er wieder fahren würde. Das Woher war sie selbst. Das Wohin im Grunde auch. Sie sah auf ihre offenen Schuhspitzen und lächelte. Wann waren ihr rote Nägel zum Rückenwind geworden? So ziemlich nach dem dritten Tragen, oder? Sie sah nach oben, in das massive metallene Gewälbe, dann ging sie nach draußen. Wie so oft säuselte ihr Heimweh schon vor der Abfahrt, harmonisch ergänzt (und übertönt) von der Vorfreude auf die Ferne.
Das Montagsgedicht Stichwort 29. Juni 2026:
Bahnsteigkante
Wir laden herzlich ein zum Montagsgedicht. Wer möchte, kann mitmachen: Einen selbst verfassten Text zum Thema am Montag, 29. Juni auf den eigenen Blog hochladen. Bitte mit "montagsgedicht" und "bahnsteigkante" taggen. Um 16 Uhr wird der Wortspielplatz geöffnet. x
Relative Bewegung
Ich sitze im Zug und schaue aus dem Fenster, während ich auf die Abfahrt des Zuges warte. Da geschieht das Unfassbare: Das Abteil bleibt unverändert, nichts bewegt sich, aber die Bahnsteigkante, der gesamte Bahnhof und seine Umgebung gleiten langsam, anders als erwartet, rückwärts aus meinem Gesichtsfeld. Dieses Gefühl faszinierte mich früher als Kind. Heute noch versuche ich manchmal, mich in diese Illusion hineinzuversetzen, um meine Empfindung von damals wieder zu genießen.