Termin bei der Polizeipsychologin Dr. Frieda Jung. Im lockeren Gespräch erfährt sie von Schremser, wie die Schreiberei Einfluss auch auf die Niederungen seines täglichen Arbeitslebens nimmt:
„Schon bei der täglichen Korrespondenz als Dezernatsleiter achte ich stark auf meine Wortwahl, technisch-korrekte Umsetzung, Stilistik, sowas halt – ich hackel oft so lange an einem einzigen Satz herum, bis er für mich perfekt passt! Und denke dann sofort: Hoffentlich liest man‘s ihm nicht an, wie so ein Overacting bei Schauspielern, verstehen’s?! Eh klar, dass das meinen Arbeitsalltag im Sicherheitsbüro beeinflusst, aber diesen Anspruch werd ich wohl nicht mehr los!“
Warum lässt Schremser zu, dass er sich schon von Formalitätsdetails so sehr vereinnahmen lässt? Verstellt diese Wand aus Detailanforderungen bis heute womöglich Kreativitätsschübe oder werden diese durch die Überwindung erst ermöglicht?
Bei der Suche nach Antworten auf diese von Dr. Jung gestellten Fragen kommt Schremser zuerst sein Respekt dem jeweiligen Gegenüber in den Sinn, es soll das Gefühl haben – nein, die Gewissheit! – dass es von ihm etwas erhält, für das er Zeit und Aufmerksamkeit investiert hat, etwas von Wert.
Um sich im darauffolgenden Denkschritt des Pudels Kern zu nähern: Ist es eine Suche, die sich zur Sucht nach Anerkennung durch Anerkennung steigert? Aus dieser Perspektive hatte Schremser seinen Tick noch nie betrachtet.
Fest steht, dass sich das Thema wie ein regelrechtes schwarzes Loch in seinem Hirn auszuweiten scheint, wenn es zeitweise alles andere um sich herum absorbiert. Das Beruhigende: Seit kurzem weiß Schremser, dass es dem Schrammel von Zeit zu Zeit ganz ähnlich ergeht...