My endless list of favourite horses: Cagliostro. [Ridden by Noora Forsten.]
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My endless list of favourite horses: Cagliostro. [Ridden by Noora Forsten.]
#christianahlmann #chioaachen #aachen #springreiten #showjumper #showjumping #rider #professional #equestrian #focus #power #horsesofinstagram #equestrianphotography #horse #pferde #cheval #caballos (at CHIO Aachen) https://www.instagram.com/p/CAtKRRWIvto/?igshid=1og0hxkhaegxy
Adventskalendergeschichten
17. Dezember
--------------- .:: Ersetzt ::. ---------------
„Als ich klein war, war meine Welt noch in Ordnung. Ich war der Held meiner eigenen Geschichte. Ich hatte Freunde und meine Mutter und eine große Weide, die mir damals größer schien, als sie es eigentlich war. So wuchs ich auf und ahnte nicht, dass über diesem Frieden Damoklesschwert schwebte.
Ich wurde verkauft. Damals habe ich das nicht verstanden. Ich wurde abgeholt und fort gebracht. Es machte mir Angst, aber ich hatte ein mutiges Herz. Ich wusste wenig über die Welt und welchen Platz wir Pferde darin einnehmen. Wir können gekauft und verkauft werden. Über unser Schicksal, unser Wohlbefinden und unsere Lebensgestaltung wird von Menschen verfügt. Wir Pferde, die in Gefangenschaft geboren werden, gehören längst nicht mehr uns selbst.
Als ich ausgewachsen war, begann meine Ausbildung. Ich verbrachte mehr und mehr Tage in einer kleinen Kammer, die die Menschen als 'Pferdebox' bezeichnen. Ich frage mich, wer auf die absurde Idee kam, ein Pferd in eine Box zu stellen. Waren wir nicht irgendwie ein Symbol für Freiheit? Die meisten Menschen haben sehr merkwürdige Vorstellungen von diesem Begriff.
Ich will nicht überkritisch sein. Viele Menschen waren sehr lieb zu mir und ich war lieb zu ihnen. Leider änderte das nichts an der Tatsache, dass ich in ihre Dienste gezwungen wurde. Ich musste lernen, sie zu tragen. Es ist nicht unsere Natur, jemanden auf unserem Rücken zu tragen. Wir können uns daran gewöhnen, aber selbst wenn wir unsere Scheu ablegen und uns nicht mehr fürchten, so leidet doch unser Körper auf Dauer darunter.
Ich wurde ein sogenanntes 'Schulpferd'. Die Kinder die auf meinem Rücken herumturnten hatten wenig Ahnung von dem, was sie dort machten. Sie zerrten an den Zügeln und taten mir damit weh, sie hieben mit der Gerte auf mich ein, weil ihnen erzählt wird, dass uns Pferden das nichts ausmacht. Das ist auch wieder so eine fragwürdige Einstellung von Menschen. Sie zwingen uns mit der Gerte und mit Peitschen ihren Willen auf und glauben dann, dass uns diese 'Hilfsmittel' nichts ausmachen. Sie schmerzen und machen uns Angst.
Je nach Stärke des Hiebs und Kraft des Reiters variieren die Schmerzen natürlich. Die Kinder auf meinem Rücken fügten mir erträgliche Schmerzen zu, aber keiner wird gerne geschlagen oder gezüchtigt. Auch nicht wenn es nur wie ein starkes Zwicken ist. Als junges Pferd wurde ich darauf abgerichtet, sensibel auf die Befehle meines Reiters zu reagieren, aber die Schüler wussten oft selbst nicht, was sie mir eigentlich sagen wollten. Ich musste immer raten, was zu tun war und wenn ich falsch riet, bekam ich einen Hieb mit der Gerte. Unfair.
Jeden Tag saßen etliche von ihnen auf meinem Rücken. Jede halbe Stunde ein anderes Kind. Einzeln für sich gesehen war das erträglich, aber in der Summe meines Lebens war es absolut nicht schön. Ich bin abgestumpft und wurde müde, überhaupt nur zu versuchen, ihre ungelenken Befehle zu verstehen. Die meiste Zeit verbrachte ich in einer Box, wenn ich keine Schüler auf immer gleichen Bahnen durch die Halle tragen musste. Es war kein schönes Leben. Ich weiß nicht ab wann ich mich wertlos und unbedeutend gefühlt habe, aber ich weiß dass es durch die Art kam, wie ich benutzt wurde. Ich diente der Unterhaltung und auf jede Zärtlichkeit folgte letztlich doch wieder der Zwang, für die Menschen zu funktionieren.
Mein Rücken wurde müde, vom Tragen. Die Erholungspausen reichten nicht, um mich zu regenerieren. Es ist nicht so, dass sie mich an einem Tag an meine körperlichen Grenzen brachten, aber es war dann doch wieder die Summe der Tage, die mich mit der Zeit völlig erschöpfte. Es sollte niemanden wundern, dass ich nur so lange einen Wert hatte, wie man mich benutzen konnte. Wie viele Pferde, die keinen Nutzen mehr haben, sollte auch ich zum Schlachter geschickt werden.
Was ist das für ein Leben, frage ich euch? Fremdbestimmt vom ersten, bis zum letzten Tag. Immer im Dienst der Menschen und dann werde ich bei der ersten Gelegenheit ermordet? In meinem Fall kam es nicht soweit. Ich wurde auf einen Gnadenhof gebracht. Nicht von jenen, denen ich gedient habe, sondern von Menschen, denen ich am Herzen lag, obwohl sie wussten, dass ich ihnen keine Dienste mehr leisten konnte. Es waren Menschen, die meine Geschichte verstanden und das Leid, das diese enthält.
Es ist inzwischen Jahre her, dass ich gerettet wurde. Mein Leben wäre so viel kürzer gewesen, wenn ich meinem Schicksal überlassen worden wäre. Ich lebe inzwischen in einer Herde voller Pferde, die ebenfalls nur benutzt wprden waren. Ihre Geschichten enthalten oft noch viel mehr Leid, als die meine. Sie haben mir vom Wettsport erzählt. Von schmerzenden Gelenken auf Grund unnatürlicher Bewegungsabläufe, von qualvollem Training und dem Einsatz von Drogen zur Leistungssteigerung. Sie berichteten von Verletzungen und Todesfällen und von mangelndem Respekt.
Die meisten Pferde werden zu widernatürlichen Bewegungen gezwungen. Beim Springreiten ist es das Überwinden vieler, hoher Hindernisse. Im Training werden dazu manchmal verbotenerweise chemische Substanzen auf die Beine geschmiert, sodass die Berührung eines Hindernisses schmerzt. Natürlich lernen wir Pferde dadurch, dass wir das Hindernis überwinden müssen, um den Schmerzen zu entgehen, aber ihr Menschen vergesst, dass wir in unserer natürlichen Lebensweise nur in Notsituationen springen. Unsere Körper sind nicht dafür gemacht, im dauerhaften Training und im Wettkampf über viele Hindernisse nacheinander zu springen. Deshalb sind wir nach wenigen Jahren verbraucht. Und wenn wir verbraucht sind, bedeuten wir niemandem mehr etwas. Auch wenn wir nicht die gewünschten Erfolge erbringen können, verlieren wir für unsere Reiter jeden Wert. Wir werden ersetzt. Sie lieben nicht unsere Persönlichkeiten.
Eine Stute aus meiner Herde erzählte davon, wie sie im Dressursport alle Preise abgeräumt hatte und aufgrund zunehmender Schmerzen der Halswirbel nicht mehr die gleichen Leistungen erbringen konnte. Sie hat sich diese Art von Wettkämpfen selbst nie ausgesucht. Und obwohl sie sich nach besten Kräften bemühte, den Befehlen ihres Reiters nachzukommen, wechselte er zu einem vielversprechenderen Pferd und ließ sie mit ihren Schmerzen zurück. Sie wurde einfach ersetzt. Sie war noch viel jünger als ich, als sie die letzte Reise hätte antreten müssen. Heute genießen wir beide unsere natürlichen Haltungen und haben die Schmerzen größtenteils hinter uns gelassen.
Ein schwarzer Wallach, der sich meistens sehr zurückhaltend gibt, berichtete davon, wie er darauf trainiert wurde, über seine Grenzen hinaus lange Distanzen zurückzulegen und wie er dabei beinahe gestorben wäre. Sein Kreislauf drohte gänzlich zu versagen und als er wieder auf die Beine gekommen war, konnte sein Besitzer keine Rennen mehr mit ihm bestreiten. Also wurde er lange Zeit vernachlässigt, bis sich jemand erbarmte, ein schönes Zuhause für ihn zu finden. Auch er wurde einfach ersetzt, als zögen sich die Menschen einen kostspieligen, neuen Helm an.
Auch ein paar Westernpferde begleiten meine Herde und sind heute Teil meiner Familie. Sie wurden beim Reining zu halsbrecherischen Wendungen bei hoher Geschwindigkeit gezwungen und waren schon bald aufgrund der körperlichen Überbelastung für den Sport unbrauchbar. Auch beim Voltigieren wird der Körper von uns Pferden ständig überreizt und überfordert. Unsere Lebenserwartung könnte so viel höher sein... In allen sportlichen Disziplinen kommen tausende von Pferden ums Leben. Jedes Jahr. Sie werden ausgetauscht, wie ein altes Paar Skier und manches Mal rühmt sich ein Sportler damit, dass er ein besonders tolles Pferd zu dessen Ehren behält. Das sollte nicht die Ausnahme sein!
Ich bin froh, dass ich heute um meiner selbst wegen geliebt werde und ich wünschte, uns Pferden würde es allen so gehen. Wir sind darauf angewiesen, den Menschen zu vertrauen und das mindeste, was sie uns entgegen bringen sollten, sind Respekt und Liebe. Vom ersten, bis zum letzten Tag. Wir sollten nicht krank gemacht und zum Schlachter geschickt werden, sondern wir sollten so behandelt werden, das unsere Gesundheit bis ins hohe Alter erhalten bleibt. Wir können Freunde sein, aber nur wenn wir Seite an Seite stehen, auf Augenhöhe. Einen Freund ersetzt man nicht einfach oder verkauft ihn.“
Beim Bundestrainer im Wohnzimmer: mit Otto Becker in der Aachener Soers. Beim Selfie auf dem Platz der Springreiter müssen wir beide die Augen kneifen, so sehr scheint die Sonne. Heute wird der #CHIO feierlich eröffnet - in meiner Heimatstadt #aachen #soers #springreiten (hier: CHIO Aachen)
Stakkatan (Stakkatol x Kannan)
BET Summer 2017, Ciekocinko Stables, Poland
45. Pfingstreit- und Springturnier Sielow (bei Cottbus) 2015 [45th “Pfingst” Ride and Jumping Tournament Sielow (near Cottbus) 2015]
Springreiten 4 by Karl Knipser