Bilanz zum Jahreswechsel: Staatsweingut füllt 250.000 Flaschen Sekt
Das Staatsweingut Schloss Wackerbarth hat in diesem Jahr rund 250.000 Flaschen Sekt gefüllt. Das sagte Firmensprecherin Ulrike Schröter auf Anfrage. Damit liegt die Menge ungefähr auf Vorjahresniveau. Renner im Sortiment der Schaumweine aus Kötzschenbroda ist die Edition Dresdner Engel. Die hatte bereits im Vorjahr die seit Jahren anhaltenden Ernteeinbußen beim Wein zumindest teilweise ausgeglichen.
Dresdner Engel, dessen Etikett die berühmten Engel aus Raffaels gut 500 Jahre alter “Sixtinischer Madonna” ziehen, entstand aus einer Kooperation mit den Staatlichen Kunstsammlungen. Inzwischen seien die Dresdner Engel zu einem Botschafter für die Stadt Dresden, die Staatlichen Kunstsammlungen und für Schloss Wackerbarth geworden – auch weit über die sächsischen Landesgrenzen hinaus, hatte Marketingchef Michael Thomas anlässlich des Deutschen Sekttages Anfang Mai dresdenwein.de gesagt. Allerdings besteht dieser „Engel“-Cuvee nicht ausschließlich aus sächsischen Weinen: Um die Nachfrage decken zu können, würden dafür ausgewählte Grundweine aus anderen deutschen Anbaugebieten zugekauft. Der Sekt wird deshalb auch nicht in den keulenförmigen Sachsenflaschen verkauft. Die Herstellung - auf Wackerbarth wird gerne von einer Vermählung der Weine gesprochen - erfolge allerdings ausschließlich in der aufwendigen Flaschengärung in Radebeul, betonte Unternehmenssprecherin Schröter.
Auf Wackerbarth selbst reifen die Sekte in der Flasche.
Insgesamt hat das Staatsweingut zurzeit etwa 15 Sekte im Angebot. Die am meisten gekauften Sekte sind den Angaben zufolge die Marken August der Starke und eben die Dresdner Engel. Wenig Bezug zum sächsischen Weinbau haben hingegen die Handelsmarken Graf Wackerbarth und Schlossberg. Diese vergleichsweise preiswerten Produktlinien werden von Henkell Wiesbaden zugekauft.
„Seit der Wiedereröffnung als Erlebnisweingut 2002 produzieren wir selbst ausschließlich in klassischer Flaschengärung“, so Schröter. Anfangs gingen nur 70.000 Flaschen pro Jahr über den Ladentisch oder die Theken. Seither steige die Sektproduktion im eigenen Haus kontinuierlich.
Die Sektproduktion im Staatsweingut steigt kontinuierlich.
In diesem Jahr hatte das Staatsweingut unter den Folgen des Hochwassers zu leiden: Im Juni brach das Event-Geschäft zeitweise komplett ein, während in den Steillagen nach Dauerregen zahlreiche Trockenmauern zusammenstürzten. Die Verluste und Schäden gehen in die Hunderttausende. Eine abschließende Bilanz sei im Februar zu erwarten, hieß es.
Text/Fotos: Lars Müller