05.02.2017
Das Traumhaus in Weiß mit Arbeitsbereich
Dass man sich heutzutage automatisch ein Haus kauft, indem man einfach einen Blick auf die Haustür wirft, wusste ich nicht. Ich finde das etwas bedenklich. Aber gut, passiert ist passiert, ich habe hingesehen und zumindest von außen wirkt das Backstein-Reihenhaus solide und gepflegt.
Innen ist es leer. Die Räume sind klinisch weiß. Im Badezimmer gibt es in der Mitte eine große weiße Keramikschüssel mit einem Abflussrohr, das schwenk- und höhenverstellbar ist. Die Schüssel scheint für alles herzuhalten, was man in einem Bad so tun könnte. Auch diese Neuerung ist mir entgangen. Ich merke mir vor, später zu googeln, ob man das jetzt so hat und zu versuchen, mir das von den Facebookfreunden schönreden zu lassen.
Weiter hinten im Flur befindet sich ein Arbeitsbereich, erkennbar an dem über Eck gehenden weißen Wandschrank mit unzähligen schmalen Schubfächern. Ich öffne ein Fach und entdecke darin neue Briefumschläge. Auch in der nächsten und in allen folgenden Schubläden sind Briefumschläge über Briefumschläge, verschieden groß, einheitlich weiß.
Der Schrank hat nur eine größere geschlossene Klappe, die ich für eine Abstellfläche für Technik und für eine Schreibunterlage halte. Das ist der erste Beschluss, den ich hier fasse: Dort soll mein guter alter PC aufgebaut werden. Leider lässt sich die Klappe nicht ganz öffnen und wirkt sehr instabil. Es muss also ein Tisch her, der nah bei einer Steckdose platziert werden soll. Seltsamerweise ist dort aber keine.
Ich gehe meinen Weg zurück, schaue noch mal in alle Räume und ahne allmählich, wozu all die Briefumschläge gut sein könnten, denn es gibt im ganzen Haus keine einzige Steckdose.
(Sokoban-Spielerin)













