DAY 3: Toronto
Gestern bin ich nach ewig langem Koffer Aus- & Einpacken und dem Kampf mit dem Gepäckgewicht endlich in den Flieger gestiegen.
Mit Tränen in den Augen hieß es dann Abschied nehmen. In der ersten Sekunde dachte ich, ich sterbe. Meine Familie und ich haben so das enge Verhältnis und sie zum letzten Mal für ein Jahr im Arm halten zu können schien mich von innen heraus zu zerreisen.
Da war solch eine tiefe Verzweiflung, dass ich mir kurzzeitig selbst die Frage stellte, warum ich das hier überhaupt tun wollte.
Doch nachdem ich meinen Rucksack um die Schulter geworfen hatte und jeden noch ein letztes Mal umarmte, verwandelte sich diese Verzweiflung in Entschlossenheit. Plötzlich war ich mir sicher, dass ich es schaffen konnte, ich wusste, dass es machbar war.
Und als ich Richtung Flugzeug schritt, sah ich wie draußen die Sonne langsam unr blutrot über Wien aufging.
Ich wusste, es folgt ein Neuanfang.
Der Flug war unfassbar angenehm, es gab nicht nur eine Steckdose und eine großartige Auswahl an Filmen, sondern man hat auch durchgehend etwas zu Essen bekommen.
Man hat dann auch relativ schnell Leute kennengelernt und ich als einzige Österreicherin unter den Deutschen habe mich natürlich direkt mit der jahrelangen Aufzieht-Tradition zwischen Österreich und Deutschland auseinander setzen müssen.
Mittlerweile ist der dritte Tag hier vergangen und morgen geht es bereits weiter. Man lernt sich so schnell kennen und die Zeit vergeht wie im Flug. Gestern waren wir am CN Tower, heute beim Toronto Island Park und morgen, ja, morgen geht es bereits weiter nach Nova Scotia zu unseren Gastfamilien.
Die Zeit vergeht hier so schnell.
Toronto ist eine großartige Stadt: Es ist so grün, hat wunderschöne alte Häuser zwischen all den Neubauten und scheint immer in Bewegung zu sein und nie stillzustehen. Man hat nicht einmal Zeit Luft zu holen, da ist schon wieder alles anders.
Es ist nicht sonderlich warm, aber dass es hier selbst im Sommer super kalt ist, ist dann doch übertrieben. Ich freue mich auf meine Gastfamilie, aber genauso bin ich traurig, dass ich hier weg muss. Toronto hat Lebensqualitäten, auch wenn mir bereits Dinge auffallen, die ich an Österreich vermisse.
Angefangen von den steuerlosen Getränken, bis hin zu den teuren Preisen von Obst und Gemüse. Ganz zu schweigen von dem Leitungswasser mit Trinkqualität.
Andererseits wäre das für mich nur ein Grund, aber kein Hindernis erneut herzukommen. Am liebsten würde ich in Toronto studieren, diese Stadt ist unfassbar interessant.










