Frühe 1980er Jahre
Telefonstecker (gibt es schon)
Meine Oma litt in ihren letzten Lebensjahren leider an einer bipolaren Störung, auch als manisch-depressive Krankheit bekannt. Das war für alle Beteiligten nicht schön, es gab dabei aber auch tragikomische Momente:
In einer manischen Phase konnte sie stundenlang telefonieren. Das wurde uns daheim irgendwann zu viel, so dass jemand den Telefonstecker* aus der Wand riss, in der Hoffnung, damit das Gespräch endgültig zu beenden. Als mein Vater den Stecker nach einigen Minuten wieder einstöpselte, war meine Oma immer noch am Erzählen.
* Eigentlich waren Telefone fest angeklemmt. Da meine Eltern aber zwei Telefondosen bei der Post geordert hatten, gab es einen Telefonstecker, und man konnte das (gemietete) Telefon vom einen Anschluss im Erdgeschoss zum anderen Anschluss im ersten Obergeschoss tragen. Auf Umwegen gelangten wir irgendwann an einen zweiten Apparat. Die funktionierten aber erst gleichzeitig, nachdem jemand an den Dosen manipuliert hatte, weil ein Anschluss beim Einstecken des Steckers in den anderen Anschluss abgeschaltet wurde.
(Markus Winninghoff)











