18. bis 21. Oktober 2021
Das Macbook Air macht dicke Backen
Ich habe noch eines dieser ganz famosen kleinen Macbook Air (11,6″), von denen ich nicht verstehe, weswegen es sie nicht mehr neu gibt. Das Gerät stammt aus dem Jahr 2010, aber funktioniert noch ganz gut. Vor allem nehme ich es gerne mit auf den Modellflugplatz, um Einstellungen an der Software meiner diversen Copter vorzunehmen. Obwohl auch der Akku inzwischen 11 Jahre alt ist, reichte es bislang dafür immer noch deutlich.
Durch die seltene Nutzung liegt es zum Teil wochenlang herum. Wie ich es so herumliegen sehe, denke ich, du könntest es eigentlich mal aufladen. Also schließe ich es an das Ladegerät an und beachte es nicht weiter. Nach einiger Zeit, vielleicht zwei Stunden, nehme ich es in die Hand, um etwas auszuprobieren. Mir fällt zunächst nichts auf. Erst als ich es schließen will, bemerke ich einen eigenartigen Spalt. Es lässt sich nicht richtig zuklappen, sondern sperrt etwas auf.
Dann bemerke ich auch, dass die Tastatur an einer Seite hochgewölbt ist. Ich ahne, was passiert: Eine Akkuzelle bläht sich auf. Aus leidvoller Erfahrung weiß ich, dass damit nicht zu spaßen ist. Ich überlege also, wohin mit der tickenden Zeitbombe?
Ich entscheide mich, den Akku auszubauen. Dafür brauche ich spezielles Werkzeug, weil (auch) Apple aus meiner Sicht sog. Arschloch-Schrauben verwendet. Das sind Schrauben, für die es keinen technischen Grund gibt, dass man ein Spezialwerkzeug braucht, sondern weil einem der Hersteller das einem das Herankommen an das Innenleben eines Geräts erschweren will. Hier braucht man Steckschlüssel mit 5-zackigem Stern. Ich hatte schon mal eine größere SSD in das Macbook eingebaut. Da lag so ein Schlüssel bei. Der ist aber natürlich nicht auffindbar. Ich erinnere mich daran, dass mir neulich ein Kollege die Überbleibsel seiner Handy-Reparatur gegeben hat. Da war so ein Schlüssel dabei. Der ist aber zu klein, wie ich schnell feststelle. Glücklicherweise wird er nach oben dicker. Ich halte ihn also an den Tellerschleifer, schleife unten immer wieder etwas ab, bis er passt.
Ich lösen den Deckel und auch die Schrauben vom Akku - das sind nun Torx-Schrauben (6-zackiger Stern), trenne die Steckverbindung und nehme ihn heraus, um ihn gleich draußen auf der Terrasse in eine Blechtonne zu legen. Den muss ich dann wohl bei Zeiten mal zum Recyclinghof bringen.
Der neue Akku kommt ein paar Tage später an. Es liegen nun sogar passende Schraubenzieher bei, und die sind auch noch magnetisiert, so dass sie die Schrauben besser halten. Trotzdem gelingt es mir, eine weitere Schraube auf dem Fußboden unfindbar zu verlieren. Am Deckel fehlen nun inzwischen vier Schrauben.
Die Ladeanzeige geht sofort an, und springt von grün auf rot. Wie es aussieht, funktioniert alles wie gewünscht. Wie lange der Akku nun hält, wird sich zeigen. Da mir aber sogar die alte Laufzeit noch reichte, soll wohl alles gut sein. Hauptsache, das Macbook bläst nicht wieder die Backen auf.
(Markus Winninghoff)













