„Die Schreie deines gebrochenen Herzens werden leiser mit der Zeit. Aber sie werden niemals ganz verstummen.“
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„Die Schreie deines gebrochenen Herzens werden leiser mit der Zeit. Aber sie werden niemals ganz verstummen.“
john naghavi
Traumfrau
Mein Leben änderte sich schlagartig, in nur einer Nacht.
Als ich sie zum ersten Mal traf.
Ich ging früh zu Bett, denn Schlaf war das, was Bewusstlosigkeit noch am nächsten kam.
Hinter meinen geschlossenen Lidern erblickte ich sie: Langes dunkles Haar und zwei Augen, so klar, wie zwei Bergseen, an deren Grund ich ertrank. Sofort war ich wie hypnotisiert. Mein Herz begann zu rasen.
Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich jemals so viel gefühlt habe. Mein Kopf schaltete sich aus und der Körper übernahm.
Die einzige Grenze war meine Fantasie. Ich ging immer früher schlafen und jedes Mal erwartete sie mich bereits sehnsüchtig. Ihre Berührungen setzten mein innerstes in Brand, als würde Benzin durch meine Blutbahn fließen. Stundenlang flüsterten wir uns Versprechen ins Ohr, bis ich aufwachen musste und in die Welt treten musste, die ohne sie grau und kalt erscheint.
Bald merkte ich zu spät, dass ich abhängig war. Ohne sie durchlebte ich einen kalten Entzug. Mit ihr einen unvergesslichen Rausch. Jedes Mal wenn ich aufwache, packt mich die Einsamkeit und Sehnsucht nach ihr. Ich nehme immer weniger am Leben teil, denn was bringt es überhaupt noch?
Mein Herz schreit jeden Tag nach ihr, doch meine Lippen bleiben stumm. Meine Augen verschlingen sie jede Nacht und trotzdem bin ich am verhungern.
Die Luft möchte nicht aus meinen Lungen weichen und ich ersticke an meinem stummen Schrei nach ihr.
Mein Herz wütet in seinem Gefängnis, versucht sich von ihren Ketten zu befreien. Sehnsucht greift mit kalten Händen in meine Brust. Die Leere verschlingt mich.
Meine Augen flüstern Worte meiner Seele, die ich ihr niemals so sagen werde können.
Jedes Mal, wenn wir uns finden, verliere ich mehr von mir.
Wie ein Masochist suche ich nach ihr. Gehe immer früher schlafen, hoffe auf eine weitere Begegnung. Der Schmerz macht mich lebendig, gibt mir einen Sinn. Der Schmerz macht sie real. Lässt mich sie nicht verlieren.
Sie lebt ein Leben ohne mich, in einer Welt in die ich ihr wach nicht folgen kann. Das Schicksal hat die Fäden gesponnen und führt uns im Traum immer wieder zueinander.
Ich beginne damit Schlaftabletten zu nehmen, damit ich noch mehr Zeit mit ihr habe, am realen Leben nehme ich mittlerweile schon gar nicht mehr Teil, denn es gibt nichts wofür es sich lohnen würde.
Doch alle Zeit der Welt, ist trotzdem noch zu wenig. Ich will die Unendlichkeit mit ihr. Jedes Mal, wenn ich aufwachen muss, verliere ich ein Teil von mir. Mittlerweile ist zu wenig übrig, um noch mehr gehen zu lassen. Ich fasse einen Entschluss. Traurig folgen ihre Augen, in denen ich mich so oft verloren und wiedergefunden habe meiner Hand, die Tabletten zu meinem Mund führt. Ihr Blick fleht mich an, es nicht zu tun.
Bald werden wir für immer vereint sein, ist mein letzter Gedanke, als die Schwärze mich verschluckt und sie langsam verblasst.
Eine Geliebte wählt man nicht; sie bricht über einen herein.
Claude Anet
Alle Wünsche werden klein neben dem, bei dir zu sein.