Es ist Dienstag, der erste Oktober zweitausendvierundzwanzig, zweiundzwanzig Uhr fünfundzwanzig.
Ich rauche die letzten Brösel meines Joints, gedreht aus zwei aneinander klebenden Drehpapieren in „L“ Form.
Heute ist der letzte Tag an dem ich zuhause Benzodiazepine schlucke. Morgen früh werde ich noch welche einnehmen und um elf Uhr morgens werde ich dann die Suchtklinik betreten, um diese Pillen auszuschleichen.
Ich habe höllische Angst. Ich war noch nie stationär in Therapie. Schlimmer als mein erster Entzug kann es hoffentlich nicht werden.
Mein erster Entzug fand vor etwa drei Monaten statt. Ich habe von heute auf morgen alle Medikamente, die ich missbraucht habe, abgesetzt.
Es waren sage und schreibe zweiundsechzig Tage die ich durchgehalten haben.
Zweiundsechzig Tage Hölle. Ein warmer Entzug kann doch nur angenehmer sein oder?
Ich möchte wirklich nüchtern sein. Ich will nicht mehr kiffen, ich will keine Beruhigungsmittel mehr nehmen, ich will meine Angststörung und meine Panikattacken in den Griff kriegen. Ich möchte endlich vollständig abstinent sein, befreit und fähig meinen Leidenschaften zu folgen.
Ich habe Angst vor den Entzugserscheinungen, ich habe Angst vor den Panikattacken, ich habe Angst vor der Klinik. Doch ich vertraue darauf, mir wird geholfen.
Es wird machbar sein, weil ich es möchte.
Ich kämpfe mich aus dieser Misere raus.
Ich schaffe das. Ich will es schaffen. Und in zwei Jahren davon erzählen, als ob eine andere Person das durchlebt hätte.










