Odyssee - erste Station - die Stadt
Ich treibe in offenen Zeiten weiß nicht, was morgen wird sein. Träume von schönen Stränden, warmen Inseln, umgeben von klarem Meer. Doch segel‘ noch im Nordmeer umher.
Ich hoffe auf den Zufall, auf den großen Sturm, den Taifun, auf dass er mich in neue Bahnen weht. Neue Routen, den Sternen folgend, Auf denen unter klarem Himmel, sich aus der Meere Tiefe, meine kleine Insel erhebt.
Auf der mich niemand stört, auf der ich sein kann, wer ich sein will, doch noch nicht bin. Oder vielleicht schon immer war. Auf der ich mich nicht um Nichtigkeiten muss streiten. Auf der es einen großen Berg gibt, einen erloschenen Vulkan, von dessen Spitze aus man in alle Ferne sehen kann.
Hier in der Stadt, gebaut aus großen Mauern. Findet man Schutz und Einfachheit. Doch ist hier wenig Platz, wenig Geborgenheit. Die Leute leben hier, seit an seit, wie Nutztier, das in seinem Stall den Abtransport erwartet. Die Schlachtung außer Acht.
Viele müde Gesichter, sind zermürbt, sehen vor lauter Bereuen der alten Wegesfehler, gar nicht mehr die Kreuzung, an der sie wie immer, wieder dem falschen Pfade folgen. Und ihre Zeit in Reue vergeuden.
Und so lebt diese Meute heute das Gesten und das Morgen schon. Und was sie einst, zu tiefst bereute, verblasst nun hinter Frist und Lohn.
Das Fernweh hat mich nie verlassen. Will endlich ankommen, irgendwo. Mich niederlassen und mich sonnen, bevor die Nacht einbricht und ich mich dem Meer der andern Seite des Horizonts vermache. Und ich, wie ein Stern, so unendlich fern, zur Erde rüberlache.
Und dann, wie jetzt, schaue ich in den gleichen Himmel und träume von der Stadt, in der es mich nicht gibt.
by Wortdurchfall 08.02.17













