Irgendjemand hat mir vor Jahren die Sinuskurse des Lebens erklärt.
Das ist keine Tatsache die sich dir in den Weg stellt, viel mehr eine winzig kleine Theorie, die dich um ihren noch kleineren Finger wickelt, wenn du Nachts die Fragen deiner Welt mit niemanden diskutieren kannst.
Eigentlich ist eine Sinuskurve ja nur die unendliche Abfolge von gleich bleibenden Hoch und Tiefpunkten, eine schöne Angelegenheit, findet mein Ästhetizismus.
Ich gehe manchmal in mir selbst unter und habe die kuriose Eigenschaft mich dann trotzdem nicht zu sehen.
Ich tauche mit geschlossenen Augen in mich ab und frage mich dabei aufgerieben wer und wo und wie ich bin.
Hin und wieder Mache ich Luftsprünge oder Ballonfahrten und sehe mich in liebenswerter Ordnung unter mir selbst aufgereiht.
Und nachts denke ich über dieses Hoch und über dieses Tief manchmal nach, und sehe, dass diese Sinuskurse viel allumfassender ist.
Da gab es den Sturm und Drang, die Aufklärung, die Klassik, den Expressionismus.
Liebe ist mal jauchzend, mal dunkelblau und traurig, lässt den Kopf hängen, die Ohren, die Tränen und das Herz.
Der Körper kann springen und hilflos sein.
Seit mir jemand die Sinuskurve des Lebens erklärt habe, verbringe ich Nächte und Kopfmomente damit, sie in allem zu sehen.
Die Sinuskurve der Prozesse.