"Gibt es überhaupt noch eine Arbeiterklasse" von Werner Seppmann. Rezension
“Gibt es überhaupt noch eine Arbeiterklasse” von Werner Seppmann. Rezension
Auch in Teilen der Linken wird wieder über die klassengesellschaftlichen Verhältnisse diskutiert. Auch über die Arbeiterklasse, von der man sich vor Jahren schon „theoretisch“ verabschiedet hatte, ist wieder ein Thema. Unübersehbare Widerspruchstendenzen haben zu einer neuen Nachdenklichkeit auch bei Gesellschaftswissenschaftlern geführt, die, statt realitätswidrig von klassenneutralen…
Über die personellen und ideologischen Wurzeln der BRD.
Ich lese gerade noch mal das sehr empfehlenswerte Buch von Werner Seppmann, „Dialektik der Entzivilisierung - Krise, Irrationalismus und Gewalt“.
„„Die NSDAP-Mitglieder aus der Reichsverwaltung und der preußischen Bürokratie wurden von der Regierung Adenauer durchweg übernommen“ (H.U. Wehler 2008, S. 12), ja sogar konsequent ihre Wiedereinstellung betrieben: „Hatte schon im August 1950 ein Viertel der Bonner Abteilungsleiter früher zu den Parteigenossen gehört, waren es von den neuen Abteilungsleitern bis 1953 60 Prozent.“ (Ebenda) Im Auswärtigen Amt waren es sogar 65 Prozent - und lag damit über dem Niveau von 1938!“
„In der bundesrepublikanischen Frühphase wurde die personelle Kontinuität mit dem „Dritten Reich“ konsequent sichergestellt: Noch 1960 waren achtzig Prozent der Bundesrichter auch schon in der Nazizeit als Richter beschäftigt.“
„„Beschämend bleibt auch die Tatsache, dass von den 300 000 aktiven Tätern des Judenmordes nicht einmal 500 verurteilt worden sind.“ (H.U. Wehler 2009, S. 21)“