Verdichten versus Wohnqualität
(Quelle: ISEK-Söcking, Bestandsanalyse, Abbildung 16: Bestandsanalyse Baukultur und Identität)
Anhand dieser Grafik möchte ich einmal über den nicht nur in Söcking vorhandenen Konflikt ein wenig laut nachdenken.
Wohnqualität besteht für mich aus zwei Aspekten: Lage und Einrichtung.
Wenn ich meine Wohnung nach meinen Wünschen einrichten kann, erreiche ich damit "innen" eine sehr gute Wohnqualität, die natürlich auch von meinem Anspruch an die Größe der bewohnten Räume abhängt. Ein zweites wichtiges Kriterium ist aber auch die Lage meines Wohnraums, die für das "außen" meiner empfundenen Wohnqualität relevant ist. Zieht man doch häufig genau auch deshalb in eine bestimmte Gegend.
Der Wohnungsdruck und die aktuelle Preisstruktur erfordern immer wieder eine Abwägung, in welche Richtung sich ein Orts- oder Stadtteil entwickeln soll. Der Wunsch nach günstigeren und vermehrten Wohnraum steht dann häufig mit dem dem Wunsch des Erhaltens der bisherigen äußeren Wohnqualität in Konflikt.
Dann stellt sich immer die Frage, wieviel Nachverdichtung ein Gebiet verkraften kann, ohne seine ursprüngliche städtebauliche Lagequalität zu verlieren. Und aus Gründen der Gleichberechtigung sollte man ja nicht erst den x. Antrag auf Nachverdichtung abnehmen, sondern sich vorher Gedanken machen, wohin die Reise mit diesem Orts- oder Stadtteil gehen soll.
Hier immer die richtige Entscheidung zu treffen, ist nicht einfach - und ganz unabhängig davon wird es immer danach Unzufriedene geben: die Bauherren der abgelehnten Verdichtungsanträge oder die Nachbarn aufgrund der dann dichteren Bebauung, die deren empfundene äußere Wohnqualität in den wenigsten Fällen zum Vorteil verändert.
















