Seit Tagen knallt die Sonne mit einer unfassbaren IntensitĂ€t auf den Zement der GrossstĂ€dte, die Felder der Nachbarorte, die WĂ€lder, Seen, Teiche und FlĂŒsse.
38, 39, 40,5 Grad. Schaut mal her, ein neuer Rekord.
Die Menschen schwitzen, die BĂ€che trocknen, WĂ€lder und Felder drohen zu brennen.Â
Die Ernten werden schlechter, die BÀume werden schwÀcher; der BorkenkÀfer ist ganz euphorisch.
Es scheint kein Ende zu nehmen. Nein, nein, es wird immer schlimmer.Â
Es wird wÀrmer und wÀrmer, selbst die Luft scheint ausgetrocknet zu sein. Windstille.
Urlaubswetter wĂŒrde so einer sagen, endlich Sommer. FĂŒr das junge MĂ€dchen in der Dachgeschosswohnung ein Saunaerlebnis, auf das man nachts liebend gern verzichtet.
Dort wo vor Tagen noch Wasser floss, zieren nur noch trockene Steine den Boden. Ausgetrocknet.
Dort wo vor Wochen noch grĂŒnes Gras sprieĂte, sind nur noch braune Flecken zu erkennen. DĂŒrre.
Wasser, Wasser, bitte nur ein tropfen Wasser. HÀtte Mutter Natur eine Stimme, die wir hören könnten, wÀren wahrscheinlich dies ihre Worte.
Plötzlich leuchtet ein grelles Licht am Mitternachtshimmel auf. Den Himmel zieren dicke bedrohliche schwarzviolette Wolken. Auf ein mal zieht ein stÀrker Wind Richtung Osten, lÀsst die Grashalme tanzen, die Fenster knallen und die Glocken des Windspiels auf der Veranda ihre Melodie spielen. Am Anfang noch ganz leise und beruhigend, doch mittlerweile immer lauter und hektischer, bis es nur noch einem unkontrollierten Klimpern gleicht.
Es ist soweit. Ein ohrenbetĂ€ubender Knall und plötzlich reiĂen die Wolken auf und Milliarden kleiner Tropfen fallen sanft auf die ErdoberflĂ€che.Â
Das Wasser steigt, strömt endlich wieder das Tal abwÀrts.
Auf den StraĂen entstehen PfĂŒtzen, die das Licht der StraĂenlaternen spiegeln.
Die Erde saugt die Tropfen regelrecht auf, bis ihr Durst gestillt ist. Ob sie hier demnĂ€chst wieder GrĂŒn wachsen lĂ€sst?
Der Wald kann fĂŒr einen kurzen Moment seinen Durst stillen, aber um wieder zu KrĂ€ften zu kommen, reicht es wohl nicht aus. Zu groĂ die SchĂ€den verursacht durch WitterungsverhĂ€ltnisse und ihre EinflĂŒsse.
Der Bauer freut sich, vielleicht kann er doch noch etwas ernten dieses Jahr.
Der Regen löscht nicht nur den allgegenwĂ€rtigen Durst, er lĂ€sst auch die Temperaturen senken. 29, 27, 25, 23 Grad.Â
Sie hat die Fenster weit aufgerissen, sitzt auf dem Fensterbrett und genieĂt die Farben am Himmel, den Luftzug, der ĂŒber ihr Gesicht streift. Endlich durchatmen. Wir alle kennen und lieben den Geruch des Sommergewittern und so auch sie.