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@transhumanist0
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i’m very self aware. which unfortunately hasn’t solved anything
Ich habe in den Therapien gelernt, die Ellbogen auszufahren. „Denk an dich“, haben sie gesagt. „Nimm dir deinen Raum.“ Jetzt stehe ich hier, bereit, diesen Schritt zu gehen und starre fassungslos auf den unbezahlbaren Preis, den ich dafür zahlen soll.
Es gab keinen Plan, keine Absicht, nicht einmal ein leises Kokettieren mit dem Chaos. Und doch trat dieser fremde Mensch in mein Leben und riss mein mühsam betoniertes Fundament mit einer einzigen Bewegung ein. Er hat etwas in mir freigelegt, das ich vor Ewigkeiten tief in mir vergraben, zubetoniert und für tot erklärt hatte.
Es ist eine surreale, fast beängstigende Wucht, die über mich hereinbricht. Ungebeten. Ungewollt. Und doch absolut unaufhaltsam.
In den Therapiesitzungen saß ich meistens nur meine Zeit ab,stumm, innerlich weit weg, völlig „out of tune“. Ich hatte keine Nerven für das theoretische Gerede, während in mir der Sturm tobte. Meine Rüstung war mein Meisterwerk, über Jahre hinweg millimetergenau maßgeschneidert, eine zweite Haut aus kaltem Stahl. Sie hielt jedem Schlag stand, blockte jeden Schmerz ab, funktionierte perfekt. Aber auf diesen einen Angriff war sie nicht vorbereitet. Denn dieser Mensch kam nicht mit roher Gewalt. Er hat nicht versucht, meine Rüstung zu zertrümmern.... dieser Mensch hat einfach nur ganz leise den Verschluss geöffnet.
Jetzt stehe ich im brutalsten Spagat meines Lebens. Auf der einen Seite dieser Mensch, der mich mit einer unbeschreiblichen Leichtigkeit aus meinem Panzer schält. Auf der anderen Seite der Mensch, für den ich meine Rüstung noch dicker, noch undurchdringlicher machen muss, um das Geheimnis zu wahren.
Der eine weckt das schmerzhaft lebendige Flackern in mir. Er rüttelt an Sehnsüchten, die wehtun, entfacht ein hungriges Verlangen, eine wilde Begierde, und blickt so tief in meine Seele, dass es mich schaudert. Niemand hat mich je so nackt gesehen.
Ich fühle mich vor diesem Fremden völlig schutzlos, absolut preisgegeben. Da ist kein Blatt, kein Schatten, hinter dem ich mich noch verstecken könnte.
Doch was ist daran eigentlich falsch?
Es ist die Bindung. Die Loyalität. Der Partner, der zu Hause wartet.
Der Preis dafür, endlich wieder Atem in den Lungen zu spüren, ist ein Flächenbrand. Er legt ganze Welten in Schutt und Asche. Und der Preis zu bleiben? Der verbrennt mich selbst bei lebendigem Leib von innen heraus. Was ist das eigene Leben wert, wenn man das Glück eines anderen Menschen dafür opfern, vielleicht gänzlich vernichten muss?
Jeder Schritt auf dieser Rasierklinge ist ein Tanz mit dem Abgrund. Ein einziger Fehltritt, und die Narben werden hässlich, tief und dauerhaft sein. Wenn die wichtigste Lektion meines Lebens sein sollte, endlich an mich selbst zu denken, warum fühlt sich die Umsetzung dann plötzlich an wie ein Verbrechen?
Ist Selbstfürsorge ein Preisschild, das meine Existenz ruiniert, oder ist es der einzige Weg zurück ins echte Leben? Eine einfache Antwort gibt es nicht. Denn das Leben lässt sich nicht kalkulieren, sein einziger Wert liegt im mutigen, oft schmerzvollen Akt des Lebendigseins.
Ich zermartere mir den Kopf, suche verzweifelt nach einem Ausweg, und drehe mich doch nur im Kreis: Was richte ich mit diesem Feuer in meinem Herzen bei meinem Partner an? Und warum frage ich mich das, statt mich endlich zu fragen: Wie fange ich an zu leben?
Ist es nicht die reinste Tragödie, ein sterbendes Leben weiterzuspielen, während da draußen jemand existiert, der wie ein Spiegel meiner wahrsten Seele wirkt?
Sind wir verdammt dazu, uns für das Glück der anderen aufzuopfern? Ist unser eigenes Dasein am Ende doch nur zweitrangig, wenn der Preis für ein Stück echtes Leben zu hoch ist?
Aber diese Fragen atme ich nur lautlos aus.
Das bleibt aber unter uns und wird nie ausgesprochen.
Die letzten Wochen über habe ich mich bei der geringsten Form der Anspannung schnell in eine Abwärtsspirale begeben, sodass es schnell auch körperlich unangenehm wurde vom Stress her. Mein Nervensystem läuft sowieso seit Monaten hochtourig, daher wirds kommen.
Auf jeden Fall hab ich verlernt mich zu regulieren, das hatte ich schon deutlich besser im Griff und die alten Methoden fruchten nicht mehr so gut. Scheinbar kann ne ordentliche depressive Epsiode auch einfach mal alles umwälzen und umgraben, was mal irgenwie funktioniert hat.
Gestern habe ich dann eine Form der Meditation ausprobiert, in der ich mich hinsetze und einfach auf einen Punkt starre und nichts sonst mache. Keine Atemtechnik, kein zählen oder sich selbst daran erinnern, dass man jetzt doch lieber meditieren als grübeln möchte, eher mentale Anarchie und man schaut einfach zu. Man stellt sich einen Timer und lässt es passieren. Und es funktioniert. ENDLICH KANN ICH WIEDER MEDITIEREN.
Es ist sehr unangenehm, das alles auszuhalten und nichts, rein gar nichts zu tun. Und dann wirds besser. ICH KANN WIEDER ATMEN, kurzweilig. Anschließend beantworte ich mir selbst drei Fragen über den zu Ende gehenenden Tag und reflektiere nochmal etwas. Es tut so gut. Es fühlt sich an wie Wasser trinken nach einer langen Durststrecke. Ich bin gerade mal wieder zuversichtlich.
Und Sport, so sehr, dass ich währenddessen das Gefühl habe kurz ohnmächtig werden zu können. Wahnsinn.
Ich wünschte wir alle hätten Ralf Schumacher niemals kennen gelernt.
“Every time in recorded history that somebody has invented something that helps to set people free, somebody else will quickly come along and take control of it, and turn it into an instrument of oppression and control.”
— William S. Burroughs (via punchyourlocalfascist)
UNTITLED (2010), CSILLA
Heute habe ich eine Form der Zurückweisung interpretiert, die mich irgendwo tief an mir selbst zweifeln lässt.
Eine Person, die ich aus einem beruflichen Kontext kenne, wechselte die Straßenseite, so blieb ein „Hallo“ aus. Nun denke ich, dass ich den weiteren Weg der Person kannte und interpretiere das Wechseln der Straßenseite als ein Vermeiden meiner Person, das Vermeiden der Begrüßung.
Jetzt ist es nicht so, dass ich in irgendeiner Beziehung zu dieser Person stehe, man sieht sich nur gelegentlich. Und das macht es mir tatsächlich schwer, eine Erklärung dafür zu finden, die nicht große Zweifel in meiner Person auslöst.
Verschrecke ich Menschen? Mag man mich lieber meiden? Was habe ich falsch gemacht?
Ich bin nicht interessiert an einem Gespräch oder ähnlichem. Ich bin interessiert daran, den Menschen, denen ich fast täglich begegne eine Begrüßung auszusprechen, als gegenseitige Bekenntnis der jeweiligen Existenz.
Ein Dauerbrenner bei mir. Ich hab mit fast 30 Jahren Lebenserfahrung immer noch nicht herausgefunden, wann es angebracht ist, jemanden zu grüßen und wenn ja, wie genau. Ich habe den Eindruck, dass ich immer der Erste bin, der Hallo sagen muss und möchte, am besten zwei Meter zu früh. Und schlimmer wirds, wenn die Begrüßung körperlich wird. Händeschütteln, Umarmen? Oh Gott. Auf jeden Fall immer genau das Gegenteil von dem, was mein Gegenüber möchte.
Ich weiß nicht, ob ich grundsätzlich tief autistisch veranlagt bin, aber was das Thema angeht, bricht es mir regelmäßig die Knochen.
HALLO TSCHÜSS BIS DEMNÄCHST
omnonom pflanzen sind am snacken
"Spiral nebulae. From drawings by Lord Rosse." A short history of astronomy. 1898.
Internet Archive
Wir haben Samstag Nacht, ich denke, dass ich es dieses Wochenende nicht mehr schaffe mich spontan in einen Club zu bewegen. Der Impuls war mehrfach da. Sonst bin ich, was Drogen angeht, standhaft geblieben. Gestern hats mich in eine Spielothek verschlagen und ich habe 20€ verzockt. Das kommt zwei mal im Jahr vor, ist okay, ich schäme mich trotzdem.
Ich kann mit Gewissheit sagen, dass ich wieder mit dem Rauchen angefangen habe und mich das vielleicht noch etwas begleiten wird. Rund 1,5 Jahre war ich rauchfrei. Ich hoffe, dass die Episode, in der ich rauche kürzer sein wird als 1,5 Jahre.
Mit dem Rückfall in alte Verhaltensmuster kam ein schlechtes Gewissen, das Gefühl der Schwäche und Scham. Aber es ist erstmal in Ordnung. Ich darf nicht aufhören dagegen zu steuern, darauf kommt es an, denke ich.
Ich bin alleine mit meinen Gefühlen und Gedanken, mit mir selbst, alleine in meiner Wohnung, ohne jemanden um mich herum und ohne Ablenkung, das erste mal in meinem Leben. Natürlich greife ich zu den alten Methoden, die haben funktioniert, irgendwann mal.
Solange ich noch keine neuen Wege entdeckt habe, wird mir mein Kopf vorschlagen, die alten erneut zu gehen, wieder und wieder.
Die nächsten Monate werden anstrengend und lehrreich. Ich freue mich aber.
My mind consumes me completely.