âMein zerficktes Hirn lĂ€uft im Dauerbetrieb. Es seziert jedes Szenario, zerlegt es in neue, noch perfidere Unterbeatungen, jagt sie durch ein Prisma und löst das Ganze auf, bis nur noch nackte, kalte Pixel ĂŒbrig sind.
âPositive Momente sterben bei mir einen langsamen Tod. Sie enden selten gut. Stattdessen versinken sie mit schmerzhafter RegelmĂ€Ăigkeit in den dunkelsten Windungen meines Kopfes, werden vergessen oder so lange in ihre atomaren Einzelteile zerlegt â jede Geste, jede Mimik, jedes Wort, jedes Verhaltensmuster, bis nichts Schönes mehr daran ist.
âDie kleinste Anomalie triggert eine unaufhaltsame Kettenreaktion. Ein innerer Zwang, einen Impuls zu setzen, nur um die Reaktion der anderen wie im Labor zu testen. Ich fixiere sie. Ich seziere die Bewegung ihrer Augen, das Zucken ihrer HĂ€nde.
âDie nackte Angst, dich wieder gehen zu sehen, zieht tonnenschwere Mauern hoch. Sie zwingt mich, jedes verdammte Worst-Case-Szenario im Loop zu durchleben, nach Rissen im Fundament zu suchen und den Wahnsinn von vorn zu starten. Bis jedes FĂŒnkchen Hoffnung kaputt seziert ist. Unsere Dynamik. Die verzerrte Erwartung, die du vielleicht an mich hast. Das lĂ€hmende GefĂŒhl, dir niemals das geben zu können, was du zum Atmen und Leben brauchst... das ist keine glĂŒhende Rasierklinge, die sich durch meine Haut ins Fleisch brennt. Es ist schlimmer. Es ist die Angst, dich zu brechen. Und aus genau dieser Angst heraus werde ich kalt. Eine kalkulierte Starre. Nicht, um dir wehzutun, sondern als Schutzschild, um dich vor dem emotionalen TrĂŒmmerfeld zu bewahren, das ich in dir anrichten könnte.
âEher richte ich mich selbst zugrunde, als zuzulassen, dass ich dir nicht das gebe, was du im Innersten brauchst. Allein unsere GesprĂ€che besitzen eine so brutale Wucht, dass diese Sehnsucht mich zerrissen, obwohl wir uns noch nie von Angesicht zu Angesicht gegenĂŒberstanden.
âVersteh mich verdammt noch mal nicht falsch.Du und ich, wir sind nie allein in unseren Köpfen. Die eigenen DĂ€monen fordern ihren Tribut, sie reden immer mit. Die Angst fĂŒttert sie im Sekundentakt. Und am Ende bleibt nur diese bleierne, erstickende Stille in dem Raum, in dem wir beide gefangen sind. Diese Stille radiert alles aus. Und ich werde verdammt noch mal nicht zulassen, dass diese Stille das letzte Wort behĂ€lt und am Ende triumphiert.
âNoch zwei Tage. Zwei Tage, an denen deine Stimme mich nicht retten kann. Zwei Tage, an denen "nur" deine geschriebenen Zeilen wie ein Schutzwall gegen meine innere Zerstörungswut und Angst ankĂ€mpfen. Ich will deinem Wunsch bedingungslos folgen. Such dir deine Safe Zone aus. Ich folge deinen Spuren im Sand, egal, wohin sie fĂŒhren.
Aber das bleibt unter uns, dass wird nie ausgesprochen.











