Wunderfrucht Kürbis: Mehr als nur eine Suppen-Zutat!
Ob Butternut, Muskat oder der beliebte Hokkaido, Kürbisse haben einen festen Platz in den Küchen der Welt - auch das Orange-Restaurant hat nun im Herbst eine vorzügliche Kürbissuppe auf der Speisekarte. Wir werfen einen genaueren Blick auf die meist orange-leuchtende Wunderfrucht.
Kürbis ist – zumindest botanisch gesehen – eine Beere. Warum? Alle Früchte, deren Kerne frei im Fruchtfleisch liegen, zählen für Botaniker zu den Beerengewächsen. So ist es auch beim Kürbis – mit bis zu 600 Kilogramm sozusagen die Größte unter den Beeren.
Eine Kürbisfrucht enthält nur etwa 25 Kalorien pro 100 Gramm Fruchtfleisch und versorgt den Körper mit Vitaminen, Kalium, Kalzium und Zink. Die im Fruchtfleisch enthaltene Kieselsäure ist gut für Bindegewebe, Haut und Nägel.
Ob roh oder gegart – der Butternusskürbis ist ein Allrounder und hat, wie es der Name schon verrät, einen leicht buttrig-nussigen Geschmack. Bis zu zwei Kilo Gewicht erreicht diese Sorte, die nur wenig Kerne und dafür viel Fruchtfleisch besitzt. Butternusskürbisse eignen sich zum Backen, zum Braten sowie für Suppen, Salate und Aufläufe. Allerdings muss die Schale vor der Zubereitung entfernt werden.
Der Hokkaido-Kürbis ist vielseitig einsetzbar, sowohl herzhaft als auch süß, in Form von Suppe oder auch als Kürbis-Pommes. Das Allerbeste: Er muss nicht geschält werden. Nur gründliches Waschen ist Pflicht. Mit ihrem Geschmack erinnern Hokkaido-Kürbisse an leckere Maronen und sind daher die beste Wahl für süße amerikanische Kürbiskuchen und ideal für Suppen und Eintöpfe.
Kürbisse nur mit Stiel kaufen
Kürbisse haben bis zum Spätherbst Saison. Beim Einkauf empfiehlt es sich, auf kleinere Exemplare mit Stiel zurückzugreifen. Sie haben festeres Fruchtfleisch mit weniger Fasern und einen intensiveren Geschmack. Außerdem sollte der Kürbis keine weichen Stellen oder gar Druckstellen haben. Ein reifer Kürbis klingt beim Klopfen auf die Schale leicht hohl und hat einen verholzten Stiel. Früchte ohne Stiel können Fäulnisbakterien enthalten und trocknen schneller aus.
Der Klassiker: Kürbissuppe
Kürbissuppe lässt sich mit verschiedensten Kürbissorten zubereiten - jede hat dabei ihre eigenen Stärken. Mit dem leuchtend orangefarbenen Hokkaido-Kürbis etwa steht die Kürbissuppe besonders einfach und schnell auf dem Tisch: Er kann mitsamt der Schale verarbeitet werden. Zudem verleiht das Kürbisfleisch der Kürbissuppe eine schön kräftige Farbe. Besonders gern wird er zur Zubereitung von Kürbiscremesuppe verwendet. Der Muskatkürbis gibt der Kürbissuppe ein tolles Aroma und mit Butternut-Kürbis wird die Suppe besonders cremig.
Diese Gewürze passen zu Kürbissen
Kürbisse vertragen sich gut mit Curry, Paprika edelsüß und rosenscharf, mit Cayennepfeffer und Ingwerpulver. Für die süße Küche, beispielsweise für die Füllung von Pumpkin Pie (ein klassischer amerikanischer Nachtisch im Herbst), können etwas geriebene Muskatnuss, Zimt und fein gemahlenes Nelkenpulver eingesetzt werden. Gebackener Ofenkürbis schmeckt toll mit italienischen Kräutermischungen.
Lagerung und Einfrieren von Kürbissen
Prinzipiell können Kürbisse bis zu sechs Monate aufbewahrt werden, sofern sie kühl, trocken und dunkel gelagert werden. Ist ein Kürbis angeschnitten, muss er im Kühlschrank aufbewahrt und innerhalb einer Woche verbraucht werden. Wer lange etwas von einem Kürbis haben möchte, kann die Stücke in Salzwasser kochen und einfrieren. Für Püree, Babybrei oder Kuchen bietet es sich an, den Kürbis bereits püriert und portioniert einzufrieren.
Unverzichtbar: ein scharfes Messer
Um den Kürbis schälen und schneiden zu können, benötigt man allerdings ein sehr stabiles und schweres Messer, denn das rohe Fleisch ist sehr hart. Am besten lässt man große Kürbisse aus etwa einem Meter Höhe auf den Boden fallen. So bekommen sie einen Riss, man kann sie leichter zerteilen. Die Schale wird mit einem Gemüseschäler entfernt, die Samen mit einem Löffel.
Vorsicht: Zierkürbisse sind giftig
So lecker manche Zierkürbis-Sorten auch aussehen mögen: Sie sind giftig und dienen wie der Name schon sagt ausschliießlich zur Halloween-Dekoration. Ob ein Kürbis essbar ist, lässt sich durch Probieren erkennen: Mit dem Finger eine kleine Menge Fruchtfleich ablösen - wenn der Kürbis grässlich bitter schmeckt, ist er nicht essbar. Die giftigen Bitterstoffe schädigen den Magen-Darm-Trakt, können zu Übelkeit und Bauchschmerzen führen und sind in extremen Fällen sogar lebensgefährlich.
Weltweit wachsen rund 800 verschiedene Kürbis-Sorten, rund 200 davon sind essbar, die übrigen gehören zu den ungenießbaren Zierfrüchten.
Ursprünglich stammen Kürbisse aus Lateinamerika. Im 16. Jahrhundert kamen sie mit den Spaniern nach Europa.
In den Vereinigten Staaten wird vor allem zu Thanksgiving Kürbiskuchen (Pumpkin Pie) gegessen.
Weit bekannt und verbreitet ist der Brauch, zu Halloween Kürbisse auszuhöhlen und in Laternen zu verwandeln. Es gibt sogar eine eigene Sorte: Jack-O’-Lantern.
Die Kürbissamen werden geröstet als Snack oder zur Herstellung von Kürbiskernöl gepresst. Speziell zu diesem Zwecke existieren verschiedene Züchtungen, wie z. B. der Steirische Ölkürbis.
Der aktuelle Weltrekordkürbis wog 1190,5 kg und wurde am 2. Oktober 2016 in Ludwigsburg prämiert.
2016 betrug die Welternte 26,5 Millionen Tonnen.
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