Spät in der Nacht. Liegend im Bett. Und nun ist die Zeit wieder gekommen, an der ich anfange wieder an dich zu denken. Wie gern würde ich die Gewissheit haben dich neben mir zu sehen. Du fehlst mir. Sehr sogar. Doch ich weiß nicht, was mich daran hindert dir zu schreiben oder dich einfach anzurufen. Vielleicht hasse ich es, wieder deine Worte zu hören, die diese kälte in mir auslösen. Deine harten Worte. Deine ausdruckslosen Handlungen. Dabei sollte ich diejenige sein die so handelt. Wenn ich dich dort draußen sehe, spüre ich es. Diese Angst, diese Vertrautheit, dieses warme Gefühl, welches dennoch so abschreckt. Die Erinnerungen spielen sich in meinem Kopf hab. Jene, die der Grund sind, weshalb du nicht mehr bei mir bist. Weshalb ich dich aus meinem Leben gestrichen habe. Und trotzdem kann ich nicht ohne dich. Doch genauso wenig eigentlich mit dir… Manchmal denke ich darüber nach, was wohl in dir vorgeht - wenn du mich siehst, wenn du an mich denkst, wenn dich etwas an mich und unsere Zeit erinnert. Vermisst du das alles? Würdest du dein Verhalten und deine oftmals grobe Art ändern, um wieder diese Zweisamkeit aufleben zu lassen. Würdest du darum kämpfen was wir hatten oder siehst du nichts ein und hast solch einen großen Stolz, dass es dich kalt lässt? Ich weiß, dass du mich nie verletzen wolltest. Du wolltest immer nur das Beste für mich. Das hast du mir immer wieder aufs Neue gezeigt. Doch warum hast du ständig so übertrieben. Ich war ein freier Mensch in deinem persönlichen Gefängnis. Und du hast es nicht gemerkt. Du wolltest, dass ich nach deinen Regeln und Anforderungen lebe. Du warst alles für mich, ganz egal was auch passiert ist. Gerettet aus deiner Macht. Weggelaufen vom Zwang. Jeder sagte, dass du mir nicht gut tust - sie sorgten sich. Und irgendwann war ich weg. Aus meinem Kopf bist du mir nie gegangen. Du hast mich lediglich vertrieben mit deiner kontrollierenden und bestimmerischen Art. Und trotzdem wollte ich bei dir bleiben. Ein endloser Kampf zwischen Kopf, Herz und Verstand. Ich hab immer an dich geglaubt. Mir selbst immer wieder eingeredet, dass du das Beste für mich wolltest. Dass du Angst hast, mir könnte etwas passieren. Doch das Leben ist nicht dazu da, um sich völlig einzuschränken. Manchmal muss man Risiken eingehen. So spielt das Leben. Das gehört nun mal dazu. Genauso wie du mein Risiko warst in den Augen der anderen. Ich habe dich oft gehasst für Dinge die du sagtest. Für Dinge die du getan hast. Und trotzdem wollte ich immer bei dir bleiben. Für dich war ich alles. Doch aus ”alles” wurde zu viel. Auch wenn du jetzt weg bist, wünsche ich mir wieder bei dir zu sein. Das Dilemma spielt sich in meinem Kopf Tag für Tag ab. Dich zu vermissen, wenn du weg bist. Aber bei dir zu sein und als Gefangene zu leben. Woran erkennt man was richtig ist? Wieso machst du es uns so schwer. Ich vermisse dich. Und das werde ich immer tun. Weil du da warst. Immer. Egal zu welcher Uhrzeit. Ich konnte immer auf dich zählen. Du hast mich behandelt als wäre ich aus Glas. Doch wiederum deine Worte schafften es, dass das Glas anfing Risse zu bekommen. Nach und nach hast du mich zerstört. Du hast uns zerstört. Und trotzdem bist du alles für mich. Einfach weil du es bist.