Xenobots! Abgefahren welchen Reifegrad diese mittlerweile erreicht haben!
GewebekĂŒgelchen aus der Petrischale könnten einmal die Basis fĂŒr biologische Roboter bilden

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Xenobots! Abgefahren welchen Reifegrad diese mittlerweile erreicht haben!
GewebekĂŒgelchen aus der Petrischale könnten einmal die Basis fĂŒr biologische Roboter bilden
Wer keinen Pelz trÀgt, immer schnell sein muss und sich Fettpolster nicht leisten kann, der mag es grundsÀtzlich eigentlich eher warm. Oder er erfindet Tricks, wie der Hammerhai.
Hammerhaie sind immer einen genaueren Blick wert: Die Tiere verschaffen sich eine ĂŒberlegene Rundumsicht mit ihrer bizarren Kopfform, beherrschen die unbefleckte EmpfĂ€ngnis und ernĂ€hren sich bei Gelegenheit auch einmal ganz haiuntypisch vegetarisch. Und auĂerdem halten sie unter Wasser die Luft an, um auch in kĂ€lteren Tiefen warm und leistungsfĂ€hig zu bleiben â ein Trick, den man noch bei keinem anderen Hai-Familienmitglied gesehen hat, berichtet Mark Royer von der University of Hawaii mit seinem Team jetzt auf der diesjĂ€hrigen »Ocean-Sciences«-Fachtagung in San Diego.
Die Regulierung der Körpertemperatur ist fĂŒr alle Haie ein grundsĂ€tzliches Problem: Die marinen Wirbeltiere haben anders als etwa SĂ€ugetiere oder Vögel keine ausgefeilten Mechanismen, um Temperaturschwankungen in ihrer Umwelt auszugleichen und so einen gleichmĂ€Ăig leistungsfĂ€higen Stoffwechsel zu gewĂ€hrleisten. Haie mĂŒssen daher, so dachte man bisher, stĂ€ndig in Bewegung bleiben, damit die AbwĂ€rme ihrer Muskulatur sie warm hĂ€lt. Der Hammerhai kontert den WĂ€rmeverlust aber zusĂ€tzlich durch den Trick des Luftanhaltens, wenn er in kĂ€ltere Tiefen abtaucht, berichten Royer und Co, die neun Haie mit Sensorpaketen ĂŒber eine bis gut drei Wochen hinweg physiologisch ĂŒberwacht hatten.
Die Tiere tauchen vor Hawaii regelmĂ€Ăig aus dem rund 25 Grad Celsius warmen OberflĂ€chenwasser schnell und sturzflugartig in Tiefen von 800 Metern, wo ihre Umgebung dann plötzlich nur noch vier Grad warm ist. Dabei stellen sie den Gasaustausch ĂŒber ihre Kiemen vollstĂ€ndig ein, wie die Sensordaten verraten. Die anatomisch-physiologische Ursache fĂŒr die Beobachtung ist unklar: Entweder schlieĂen die Tiere ihr Maul, so dass kein Wasser mehr die Kiemen durchströmt, oder sie leiten den Blutkreislauf ĂŒber eine Umleitung an den KiemengefĂ€Ăen vorbei und verhindern so den Gasaustausch. In jedem Fall kĂŒhlt sich das Blut nicht so stark ab, wie es im tiefen kalten Wasser zu erwarten wĂ€re.
Die Sensoren verrieten darĂŒber hinaus viel ĂŒber das Alltagsleben der Tiere. Meist schwimmen die Haie gemĂ€chlich in rund 100 Meter Wassertiefe, um von dort zu ihren plötzlichen Tauchsprints aufzubrechen; ihre Körpertemperatur bleibt aber auch unter 150 Meter Tiefe in zunehmend kaltem Wasser konstant hoch. Sie verbringen meist rund fĂŒnf Minuten in gröĂeren Tiefen, um dann wieder auf 300 Meter Tiefe aufzusteigen. Erst hier fĂ€llt ihre Körpertemperatur plötzlich ab, wenn die Hammerhaie tief durchatmen, Wasser also ihre Kiemen wieder durchströmt. Die Tiere mĂŒssen hier nun offenbar notgedrungen etwas ausruhen und sich aufwĂ€rmen: Sie bleiben rund 45 Minuten relativ nahe an der OberflĂ€che, bevor sie wieder in die Tiefe sprinten können. Unklar bleibt ĂŒbrigens, warum der Hammerhai ĂŒberhaupt seine AusflĂŒge zum Meeresgrund macht. Vermutlich jagt er dort unten gröĂere KopffĂŒĂer, die gelegentlich im Mageninhalt von toten Exemplaren gefunden wurden. Royers Team plant, die Kiemen, MĂ€uler und Unterwassererlebnisse der Tiere in Zukunft wenn möglich zusĂ€tzlich mit Hammerhai-Kameras zu ĂŒberwachen.
Support your local artists! <3 (Heiko Stein) <3
Ihre gröĂten Vertreter hielt man einst fĂŒr Meeresungeheuer, heute diskutiert man die Möglichkeit, sie könnten aus dem All gekommen sein. Ein Blick auf die Erforschung der Tintenfische.
Toller Artikel. <3Â
Siemens baut im Seehafen Kiel eine 16-MVA-Landstromanlage, die bisher gröĂte in Deutschland. JĂ€hrlich spart sie ĂŒber 8.000 Tonnen CO2.
Die Anlage vom Typ »Siharbour« von Siemens kann zwei Schiffe parallel mit zertifiziertem Ăkostrom versorgen. Die Anlage soll in der Kreuzfahrtsaison 2020 den Testbetrieb aufnehmen. Der Hafen von Kiel ist Ausgangspunkt fĂŒr Kreuzfahrten und verfĂŒgt ĂŒber FĂ€hrverbindungen ins Baltikum sowie nach Skandinavien. Im Jahr 2018 liefen 32 verschiedene Kreuzfahrtschiffe den Kieler Hafen 174-mal an.
»Mit der Landstromanlage können wir Strom aus erneuerbaren Energiequellen sowohl zu den Kreuzfahrtschiffen am Ostseekai sowie dem FĂ€hrverkehr am Schwedenkai liefern«, sagt Port of Kiel-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Dr. Dirk Claus. »KĂŒnftig werden 60 Prozent des Energiebedarfs der Kiel anlaufenden Schiffe klimafreundlich mit Landstrom gedeckt. Denn sie können ihre Dieselgeneratoren wĂ€hrend der Liegezeit abschalten.«
Die Siemens-Anlage besteht aus vier Geafol-GieĂharztransformatoren, vier luftisolierten Mittelspannungs-Schaltanlagen vom Typ Nxair sowie einem 16-MVA-Frequenzumrichter. Die GieĂharztransformatoren mit Bemessungsleistungen von 6 und 16 MVA sind besonders fĂŒr harte Umgebungsbedingungen wie der salzhaltigen Luft am Hafen geeignet. Die Schaltanlage kommt ebenfalls auf Grund ihrer Robustheit und kompakten Bauweise zum Einsatz. FĂŒr eine unterbrechungsfreie und effiziente Stromversorgung der anlegenden Schiffe sorgt das Siemens Umrichtersystem »Siplink«. Es besteht aus einem Frequenzumrichter sowie einer Software zur zentralen Steuerung der beiden LiegeplĂ€tze. Damit können zwei Mittelspannungs-Netze unterschiedlicher Frequenz miteinander verbunden werden â nĂ€mlich das örtliche Verteilnetz mit 50 Hz sowie das Bordnetz mit 60 Hz. Das System synchronisiert beide Netze und ĂŒbernimmt die Stromversorgung automatisch innerhalb weniger Minuten. Zudem wird die Energieversorgung der beiden voneinander getrennten Schiffsnetze koordiniert, so dass eine parallele Versorgung stattfinden kann.
Bereits im FrĂŒhjahr 2019 wurde die ebenfalls von Siemens errichtete Landstromversorgung am Norwegenkai in Betrieb genommen. Bislang konnten dadurch rund 1.000 Tonnen CO2 eingespart werden.
Diese Szenerie wirkt nur auf den ersten Blick idyllisch. Denn was hier so grĂŒn funkelnd um eine Koralle durchs Wasser schwebt, ist Zeichen eines echten Umweltproblems. Es handelt sich um Mikroplastik-Partikel. Die Anreicherung von Mikroplastik in Böden und GewĂ€ssern ist lĂ€ngst ein weltweites Problem. Auch in den Weltmeeren schwimmen bekanntermaĂen jede Menge dieser winzigen Kunststoffpartikel. Sie entstehen, wenn zum Beispiel PlastiktĂŒten langsam in immer kleinere Teile zerfallen. Daneben trĂ€gt auch industriell hergestelltes Mikroplastik zur Belastung bei. Dieses gelangt unter anderem ĂŒber Kosmetikprodukte ins Abwasser und dann in die Ozeane. Was die Kunststoffteilchen fĂŒr die dort lebenden Tiere bedeuten, beginnen Forscher gerade erst zu verstehen. Klar ist aber: Viele Meeresbewohner nehmen die Partikel auf â mit potenziellen Gesundheitsfolgen. Jeremy Axworthy von der University of Washington in Seattle und seine Kollegen haben nun erneut bestĂ€tigt, dass auch Korallen Mikroplastik âschluckenâ. Viele dieser Nesseltiere leben mit Algen-Symbionten zusammen, die sie mit Zucker und anderen NĂ€hrstoffen versorgen. Doch zusĂ€tzlich ernĂ€hren sie sich mitunter von im Wasser schwimmenden Organismen wie Zooplankton â und diese haben oftmals eine Ă€hnliche GröĂe wie Mikroplastik. Im Experiment mit zwei vor Hawaii heimischen Korallenspezies testeten die Forscher daher, ob die Tiere zwischen Kunststoff und Zooplankton differenzieren können. Es zeigte sich: Manche Korallen nehmen Mikroplastik â auf dem Bild als fluoreszierende grĂŒne Teilchen zu sehen â offenbar nur unter bestimmten Bedingungen auf. So fraĂ die Spezies Pocillopora damicornis die Plastikteilchen nur dann, wenn Axworthy und sein Team zusĂ€tzlich Zooplankton ins Wasser gaben. Wurde ihr Kunststoff allein angeboten, nahm sie diesen nicht auf. Wie es dazu kommt, ist bisher unklar. Denkbar ist aber, dass die Koralle bestimmte chemische oder physikalische Signale des Futters wahrnimmt, dieses aber dann nicht von dem ebenfalls im Wasser befindlichen Plastik unterscheiden kann. âWir fangen gerade erst an, die Auswirkungen von Mikroplastik auf Meeresbewohner zu begreifenâ, konstatiert Axworthys Kollegin Jacqueline Padilla-Gamino. Schadet die Aufnahme der Plastikteilchen den Korallen, wĂ€re dies jedoch ein weiterer Faktor, der das Ăberleben der Tiere bedroht. Schon jetzt machen den Korallen Feinde wie korallenfressende Seesterne, aber vor allem saures Wasser und steigende Temperaturen durch den Klimawandel zu schaffen. Bei zu groĂer Hitze verlieren die Tiere ihre Algen-Symbionten und erbleichen förmlich â das Ausweichen auf Zooplankton-Nahrung gilt daher auch als Strategie, um diesen Verlust zu kompensieren.   QUELLE: © damals.de - Daniela Albat
2019 Shipbreaking Records
Die meisten Reedereien entscheiden sich nach wie vor fĂŒr den höchsten Preis auf den schlechtesten Abwrackwerften.
Nach neuen Daten, die von der NGO Shipbreaking Platform veröffentlicht wurden, wurden im Jahr 2019 674 Hochsee-Handelsschiffe und Offshore-Einheiten an die Abwrackwerften verkauft. Von diesen Schiffen wurden 469 groĂe Tankschiffe, Massengutfrachter, schwimmende Plattformen, Fracht- und Passagierschiffe an nur drei StrĂ€nden in Bangladesch, Indien und Pakistan abgewrackt, was fast 90% der weltweit abgewrackten Bruttotonnage ausmacht.Â
"Bangladesch ist nach wie vor der bevorzugte Abladeplatz fĂŒr mit Giftstoffen beladene Altschiffe. Das Wissen ĂŒber die irreparablen SchĂ€den, die durch schmutzige und gefĂ€hrliche Praktiken im Wattenmeer verursacht werden, ist weit verbreitet, doch fĂŒr die meisten Schiffseigner ist der Gewinn der einzige entscheidende Faktor, wenn sie ihre Schiffe zum Abwracken verkaufen", sagt Ingvild Jenssen, GrĂŒnderin und Direktorin der NGO Shipbreaking Platform.
Im vergangenen Jahr kamen mindestens 26 Arbeiter beim Auseinanderbrechen der weltweiten Flotte ums Leben. Die Plattform dokumentierte UnfĂ€lle, bei denen 24 Arbeiter am Strand von Chattogram [frĂŒher bekannt als Chittagong] ums Leben kamen. Damit ist 2019 das schlechteste Jahr fĂŒr die Werften in Bangladesch, was die Zahl der Todesopfer seit 2010 betrifft. Mindestens weitere 34 Arbeiter wurden schwer verletzt. WĂ€hrend die Gesamtzahl der Todesopfer in den indischen Werften unbekannt ist, bestĂ€tigten lokale Quellen und Medien mindestens zwei TodesfĂ€lle in Schiffsabwrackwerften, die behaupten, sicher zu arbeiten, aber nicht in die EU-Liste der zugelassenen Schiffsrecyclinganlagen aufgenommen wurden [1].
DUMPERS 2019 - Schlimmste Praktiken
Die VEREINIGTEN ARABISCHEN EMIRATE und GRIECHENLAND stehen 2019 an der Spitze der LĂ€nderdumper. Die VAE-Eigner waren fĂŒr die höchste absolute Zahl der 2019 an sĂŒdasiatische Abwrackwerften verkauften Schiffe verantwortlich: insgesamt 45 Schiffe. Die griechischen Eigner folgten dicht gefolgt von 40 gestrandeten Schiffen.
Der Preis fĂŒr den "schlechtesten Firmendumper" geht an die taiwanesische Containerschifffahrtslinie Evergreen. In den letzten Jahren stand das Unternehmen wegen seiner schĂ€dlichen Schiffsabwrackungspraktiken im Rampenlicht. Im Januar 2018 gab die norwegische Zentralbank ihre Entscheidung bekannt, sich von Evergreen zu trennen, da der Schiffseigner wiederholt Schiffe fĂŒr schmutzige und gefĂ€hrliche Abwrackungen am Strand von Chattogram verkauft hatte. Seitdem hat das Unternehmen seine Politik eindeutig nicht geĂ€ndert. Elf der Schiffe von Evergreen landeten 2019 in SĂŒdasien. Am 23. Juli kam der KutterfĂŒhrer Shahidul bei der Arbeit in der Khawja-Schiffswerft von Kabir Steel in Bangladesch ums Leben. Shahidul war gerade dabei, die EVER UNION von Evergreen abzuwracken, als er aus groĂer Höhe fiel. Er starb auf der Stelle.
Die SchĂŒttgutreederei Berge Bulk ist der Zweite fĂŒr die schlimmste Unternehmenspraxis. Vier Schiffe des auf den Bermudas ansĂ€ssigen Schiffseigners landeten in Bangladesch, weil sie schmutzig und gefĂ€hrlich zerbrochen waren. Die Verschrottungspraktiken von Berge Bulk sollten die LloydÂŽs List Asia Awards dazu veranlassen, den Preis fĂŒr "Excellence in Environmental Management", den das Unternehmen kĂŒrzlich fĂŒr sein Engagement fĂŒr den Umweltschutz erhielt, zurĂŒckzuziehen. Es ist in der Tat nichts Löbliches daran, das Leben der Arbeiter ernsthaft zu gefĂ€hrden und die empfindliche KĂŒstenumgebung zu verschmutzen.
Der dĂ€nische Containerschifffahrtsgigant Maerskhat im vergangenen Jahr vier Schiffe an den indischen StrĂ€nden abgewrackt. Das Unternehmen zögerte nicht, das dĂ€nische Schiffsregister zu verlassen, um die neuen EU-Gesetze zu umgehen, die die Nutzung von EU-genehmigten Recycling-Anlagen vorschreiben, und mindestens zwei der Schiffe verlieĂen sogar die EU-GewĂ€sser und verstieĂen damit gegen ein internationales und europĂ€isches Verbot der Ausfuhr von gefĂ€hrlichen AbfĂ€llen in EntwicklungslĂ€nder.
Im November verurteilten die Gerichte in Bangladesch den illegalen Bruch von Maersks FPSO Nordseeproduzent, der an den BarzahlungskĂ€ufer GMS verkauft und 2016 in betrĂŒgerischer Weise aus dem Vereinigten Königreich exportiert worden war. Im Vereinigten Königreich sind strafrechtliche Ermittlungen im Gange.
Zu den anderen bekannten Schifffahrtsunternehmen, die 2019 ihre giftigen Schiffe an sĂŒdasiatischen StrĂ€nden versenkt haben, gehören Costamare, CMA CGM, Diamond Offshore, ENSCO, MOL, MSC, NYK Line, Tidewater und Vale
In Indien rĂŒhmen sich nun viele Werften, ihre Strandeinrichtungen modernisiert zu haben, um den Anforderungen des Hongkong-Abkommens der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation zu entsprechen. JĂŒngste Inspektionsbesuche der EuropĂ€ischen Kommission in Alang und Medienberichte geben jedoch Anlass zu ernsthafter Besorgnis im Zusammenhang mit der Verschmutzung des Gezeitenbereichs, dem Fehlen medizinischer Einrichtungen, der Verletzung von Arbeitnehmerrechten und der mangelnden KapazitĂ€t zur sicheren Entsorgung einer Reihe von gefĂ€hrlichen Abfallströmen, einschlieĂlich Quecksilber und radioaktiv kontaminierten Materialien, die typischerweise auf Offshore-Ăl- und Gasanlagen anfallen. Keine Anlage in SĂŒdasien erfĂŒllt die Sicherheits- und Umweltanforderungen fĂŒr eine EU-Zulassung.
Alle an Chattogram, Alang und Gadani verkauften Schiffe gehen ĂŒber die HĂ€nde von SchrotthĂ€ndlern, besser bekannt als BarkĂ€ufer. Diese zahlen den höchsten Preis fĂŒr Altschiffe und sind von Natur aus mit den Werften verbunden. Die BarkĂ€ufer benennen die Schiffe auf ihrer letzten Reise in der Regel um, registrieren sie neu und markieren sie neu. Schwarze Flaggen wie Palau, Komoren und St. Kitts & Nevis waren 2019 besonders beliebt: Fast die HĂ€lfte der nach SĂŒdasien verkauften Schiffe wechselte nur wenige Wochen vor dem Einlaufen in den Strand die Flagge einer dieser Registrierungsstellen. Keines der Schiffe strandete unter einer EU-Flagge, obwohl viele Schiffe von einer europĂ€ischen Reederei verkauft wurden.
"Die politischen EntscheidungstrĂ€ger mĂŒssen wirksame MaĂnahmen ergreifen, um Schiffe zu den von der EU genehmigten Standorten umzuleiten. Die Tatsache, dass alte Schiffe unter Flaggen registriert sind, die fĂŒr die mangelhafte Umsetzung des internationalen Seerechts bekannt sind, lĂ€sst ernsthafte Zweifel an der Wirksamkeit von Rechtsvorschriften aufkommen, die nur auf der Gerichtsbarkeit der Flaggenstaaten basieren, einschlieĂlich der EU-Schiffsrecyclingverordnung", so Jenssen.
Banken, Pensionsfonds und andere Finanzinstitutionen prĂŒfen heute aktiv, wie sie zu einer Verlagerung hin zu besseren Schiffsrecyclingpraktiken vor dem Strand beitragen könnten, wobei bei der Auswahl von Vermögenswerten oder Kunden nicht nur finanzielle ErtrĂ€ge, sondern auch soziale und ökologische Kriterien berĂŒcksichtigt werden. [2] Polizei und Umweltbehörden ĂŒberwachen auch zunehmend die Bewegungen von Altschiffen. Nach dem Seatrade-Urteil in den Niederlanden, wo erstmals ein Schiffseigner strafrechtlich dafĂŒr verantwortlich gemacht wurde, dass er vier Altschiffe an indische Werften verkaufen wollte, werden derzeit mehrere andere FĂ€lle von illegalem Verkehr untersucht. [3] Die Beihilfe und die Einhaltung von UmweltkriminalitĂ€t ist gleichermaĂen strafbar: Versicherer, Makler und maritime Garantiebesichtiger könnten daher ebenfalls haftbar gemacht werden. Durch die AufklĂ€rung der undurchsichtigen Praktiken des Abwrackens von Schiffen zeigen diese FĂ€lle, wie wichtig es ist, bei der Auswahl von GeschĂ€ftspartnern die gebĂŒhrende Sorgfalt walten zu lassen.
"Saubere und sichere Lösungen sind bereits verfĂŒgbar. Wir begrĂŒĂen Unternehmen wie das niederlĂ€ndische Unternehmen Van Oord, die seit vielen Jahren eine verantwortungsbewusste Schiffsrecyclingpolitik »off the beach« betreiben. WĂ€hrend andere Schiffseigner ĂŒber den Mangel an KapazitĂ€ten fĂŒr nachhaltiges Recycling klagen, wurden nur 31 Schiffe in von der EU zugelassenen Anlagen recycelt, was nur einen kleinen Bruchteil dessen darstellt, was diese Werften bewĂ€ltigen können", erklĂ€rt Nicola Mulinaris, Kommunikations- und Politikbeauftragter der NGO Shipbreaking Platform.
Quelle: shipbreakingplatform.org
  [1] Die EU-Schiffsrecyclingverordnung ist seit dem 1. Januar 2019 in Kraft. Nach der Verordnung mĂŒssen Schiffe unter EU-Flagge in einer der derzeit 41 zugelassenen Anlagen weltweit, die in der EU-Liste aufgefĂŒhrt sind, recycelt werden. Von der EU zugelassene Schiffsrecyclinganlagen mĂŒssen hohe Standards fĂŒr den Umweltschutz und die Sicherheit der Arbeitnehmer einhalten. Die EU-Liste ist die erste ihrer Art; sie ist die einzige Liste von Anlagen, die unabhĂ€ngig geprĂŒft wurden, und stellt einen wichtigen Bezugspunkt fĂŒr nachhaltiges Schiffsrecycling dar. Jeder Schiffseigner, der sich fĂŒr sicheres und sauberes Schiffsrecycling entscheiden möchte, kann sich einfach fĂŒr eine der 41 Anlagen entscheiden, die jetzt auf der Liste aufgefĂŒhrt sind.
  [2] Anfang 2018 waren die skandinavischen Pensionsfonds KLP und GPFG die ersten, die sich aufgrund ihrer Strandpraktiken von vier Reedereien, darunter die Containerschifffahrtsgesellschaft Evergreen, trennten.
  [3] In Schottland wird noch immer gegen Diamond Offshore und den BarzahlungskĂ€ufer GMS ermittelt, weil sie versucht haben, drei stark kontaminierte Plattformen, die in der Nordsee betrieben wurden und in Cromarty Firth kalt gestapelt waren, illegal zu exportieren. Die Bohrinseln werden seit Januar 2018 in Schottland zurĂŒckgehalten.
Alkohol ist legal, Cannabis aber nicht. Ăber die LegitimitĂ€t dieser Gesetzeslage wird immer wieder debattiert. Doch die deutsche Politik hĂ€lt an dem Verbot fest - obwohl die Strafen hauptsĂ€chlich Konsument*innen treffen.
Wer erst Cannabis verurteilt und dann im nĂ€chsten Bierzelt das Fass ansticht, legt doppelte Standards an«, so Ă€uĂerte sich die SPD-Vorsitzende Saskia Esken jĂŒngst zur Frage der Legalisierung von Cannabis. In der bundesdeutschen RealitĂ€t wird diese Unterscheidung weiterhin aufrechterhalten. Dabei bewirkt das Verbot keinen RĂŒckgang des Konsums. Im Jahr 2015 hatten fast dreimal so viele BundesbĂŒrger zwischen 18 und 59 Jahren in ihrem Leben mindestens einmal Cannabis konsumiert wie noch 1995. Obwohl die fadenscheinigen Argumente zum Erhalt des Verbots auch auf der ökonomischen, sozialen und strafrechtsrelevanten Seite bröckeln, scheint eine Freigabe in Deutschland noch immer undenkbar.
Daran Ă€ndern auch die Gesetzeslockerungen in EU-Mitgliedsstaaten nicht, die etwa in Portugal oder den Niederlanden zu einer Entkriminalisierung der Konsument*innen fĂŒhrten. Im Gegenteil setzen deutsche Behörden die THC-Nullgrenze noch strikter durch. Immer mehr cannabisbezogene Strafverfahren werden eingeleitet, 2018 waren es ĂŒber 13 000 mehr als im Vorjahr. Rund 80 Prozent dieser Verfahren werden nicht gegen Dealer gefĂŒhrt: Nach der Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts werden jeden Tag knapp 500 Strafverfahren gegen Cannabiskonsument*innen eröffnet.
Ein Beispiel dieser unverhĂ€ltnismĂ€Ăigen HĂ€rte ist das laufende Verfahren gegen Betreiber einer Braunschweiger Hanfbar, die wegen des Vertriebs von Cannabistee angeklagt sind. Laut Staatsanwaltschaft reiche der Tee bei Missbrauch fĂŒr eine Berauschung aus. Angesichts dessen, dass vergleichbare Produkte legal im Netz erhĂ€ltlich sind, widerspricht das geforderte StrafmaĂ von 2,5 Jahren ohne BewĂ€hrung einheitlichen MaĂstĂ€ben fĂŒr den Hanfproduktmarkt - und ist gegenĂŒber einer Bevölkerung, die sich zu knapp 60 Prozent dafĂŒr ausspricht, dass »der Besitz geringer Cannabismengen zum Eigenverbrauch nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden sollte«, schwer zu rechtfertigen.
Das strikte Vorgehen gegen Cannabis zeigt sich auch im Bereich der medizinischen Abgabe. Zwar ist es seit 2017 fĂŒr »schwer erkrankte Menschen« möglich, Cannabis auf Rezept zu erhalten. An der Umsetzung hapert es jedoch. Viele Ărzte sind nicht ausreichend informiert, zudem fehlt es an einem ausreichenden Angebot, da Cannabis bisher zu groĂen Teilen importiert wird.
Auch der Weg dorthin war umkĂ€mpft. Bereits vor zwanzig Jahren gab es den ersten Beschluss des Bundesverfassungsgerichts zum Einsatz als Arzneimittel, dennoch gelangten Patient*innen nicht leichter an medizinisches Cannabis. Das lag auch an den Krankenkassen, welche die Kosten fĂŒr die Behandlung nicht ĂŒbernehmen wollten.
Im Mai 2005 gab das Bundesverwaltungsgericht erstmals einem MS-kranken KlĂ€ger Recht und bewilligte ihm die Anwendung von Cannabis zu Therapiezwecken. Seitdem gab es mehrere Gesetzesinitiativen aus den Reihen der Linkspartei, der GrĂŒnen und der FDP. Wegweisend war auĂerdem ein Urteil, bei dem im April 2016 einem Patienten nach fĂŒnfzehn Jahren die Genehmigung zum Eigenanbau erteilt wurde.
WÀre der Anbau und Vertrieb in Deutschland legal, hÀtte das auch ökonomische Vorteile: Im November 2018 veröffentlichte der Wirtschaftswissenschaftler Justus Haucap eine Studie, die zeigte, dass der Bundesrepublik durch das Cannabisverbot Steuer- und Sozialabgaben von etwa 2,7 Milliarden Euro jÀhrlich entgehen.
Immerhin scheint das Thema Legalisierung sein Nischendasein endgĂŒltig aufgegeben zu haben. Neben Esken befĂŒrworten auch Norbert Walter-Borjans und die GrĂŒnen-Vorsitzende Katrin Göring-Eckardt die Freigabe von Cannabis. Die neue Drogenbeauftragte Daniela Ludwig beeindruckt das wenig. In einigen Dingen ist sie zwar etwas fortschrittlicher als ihre VorgĂ€ngerin Marlene Mortler. So traf sie sich im November 2019 mit Vertretern des Deutschen Hanfverbandes und war bereit, sich ĂŒber Wege einer alternativen Drogenpolitik zu beraten. Dennoch hĂ€lt sie eine Legalisierung in den nĂ€chsten zehn Jahren fĂŒr unwahrscheinlich.
Was in Deutschland nur diskutiert wird, wird in anderen LĂ€ndern RealitĂ€t: In Italien ist der Eigenanbau seit Dezember nicht mehr strafbar und in Neuseeland wird noch dieses Jahr ein Referendum ĂŒber die Lockerung des Cannabisverbots stattfinden.
QUELLE:Â https://www.neues-deutschland.de/artikel/1131261.cannabisverbot-legalisierung-ausser-sicht.html
Werkzeuggebrauch bei Seevögeln entdeckt
Sie setzten Stock oder Stein gezielt fĂŒr ihre Zwecke ein: Nur von wenigen Tierarten ist bisher Werkzeuggebrauch bekannt. Diese Gemeinde der tierischen TĂŒftler hat nun einen ĂŒberraschend wirkenden Neuzugang erhalten: Forscher haben dokumentiert, wie Papageientaucher Stöckchen im Schnabel zur Körperpflege einsetzen. Dies legt nahe, dass Seevögel möglicherweise komplexere kognitive FĂ€higkeiten besitzen als bisher angenommen, sagen die Biologen.
Der Mensch hat das Konzept auf die Spitze getrieben, doch auch in der Tierwelt gibt es raffinierte Werkzeugnutzer. Besonders ausgefeilt ist das Verhalten bei unseren nĂ€chsten Verwandten â den Menschenaffen. Sie besorgen sich verschiedene GenstĂ€nde aus ihrer Umwelt, passen sie teilweise sogar an und nutzen sie dann fĂŒr unterschiedliche Zwecke wie etwa zum NĂŒsseknacken oder Termitenangeln. Auch von Elefanten ist der Einsatz von Werkzeugen bekannt und die Vogelwelt hat ebenfalls einige erstaunlich clevere TĂŒftler zu bieten.
Cleverere Seevögel: Papageientaucher Vor allem die als besonders intelligent geltenden Vertreter der Rabenvögel und der Papageienvögel sind dafĂŒr bekannt, teils in komplexer Weise Werkzeuge einzusetzen. Meist steht dabei die Nahrungsbeschaffung im Fokus. Doch auch Körperpflege durch Werkzeuge wurde schon beobachtet: Neben Affen und Elefanten kratzen sich manchmal auch Papageien mit Stöckchen an schwer erreichbaren Körperstellen. Genau diese Verhaltensweise zeigt offenbar auch ein Vogel, der zwar âPapageiâ im Namen trĂ€gt, aber mit diesen Vögeln eigentlich nichts zu tun hat: Der Papageientaucher (Fratercula arctica) ist ein Vertreter der Seevögel. Dabei handelt es sich um eine Gruppe, die bisher nicht gerade fĂŒr hohe kognitive Leistungen bekannt war.
Das charakteristische Merkmal der Papageientaucher ist der bunte Schnabel in dem sie oft gesammelte Fische aufgereiht herumtragen. Die etwa taubengroĂen Vögel brĂŒten in Erdhöhlen an einigen KĂŒsten im nördlichen Atlantik sowie im westlichen Nordpolarmeer. Wie die Forscher um Annette Fayeta von der University of Oxford berichten, gelangen ihnen die Beobachtungen des Werkzeuggebrauchs dieser Vögel an zwei weit voneinander entfernten Orten: in einer Brutkolonie an der KĂŒste von Wales und im ĂŒber 1700 Kilometer entfernten Island.
Ein Stöckchen zum Kratzen In Wales beobachteten die Wissenschaftler einen Papageientaucher im Wasser, wie er einen Holzstab im Schnabel hielt und sich damit den RĂŒcken etwa fĂŒnf Sekunden lang kratzte. Offenbar hatte er das Werkzeug zuvor an Land aufgesammelt und zu seinem Rastplatz auf der WasseroberflĂ€che mitgenommen. In Island konnten die Forscher das Verhalten dann sogar mithilfe einer Kamerafalle auf Video bannen: Zu sehen ist ein Papageientaucher, der einen Holzstab vom Boden aufhebt und sich damit an der Brust kratzt. Das Video brach leider kurz nach dem Kratzen ab. Bei anschlieĂenden Aufnahmen lag das Stöckchen dann allerdings am Boden. Offenbar hat es der Vogel nach dem Gebrauch fallen lassen. Die Forscher sehen darin einen Hinweis darauf, dass es sich nicht um ein Verhalten im Rahmen der Beschaffung von Nistmaterial handelt. Doch warum kratzen sich die Vögel so intensiv und sogar mithilfe von Werkzeugen? Den Forschern zufolge sind die Kolonien der Papageientaucher oft stark von Zecken befallen. Vermutlich versuchen die Vögel durch ihr Verhalten, die Parasiten aus ihrem Federkleid zu entfernen oder sich Erleichterung vom Juckreiz zu verschaffen. Möglicherweise ist ihr speziell geformter Schnabel dazu nicht gut geeignet, erklĂ€ren die Wissenschaftler.Bisher bleibt allerdings unklar, wie die Vögel das Verhalten entwickeln. Möglicherweise lernen sie es durch Beobachtungen anderer. Es könnte sich aber auch um ein instinktives Verhalten handeln. Diesen Fragen wollen die Forscher nun durch weitere Untersuchungen nachgehen. âZusammenfassend zeigt unsere Entdeckung, wie wichtig es ist, die Diskussion ĂŒber die Entwicklung des Werkgebrauchs bei Tieren auf einen breiteren Rahmen auszudehnenâ, schreiben die Forscher. âWir ermutigen andere, nun auch Tierarten einzubeziehen, die traditionell nicht als gute Kandidaten fĂŒr die Verwendung von Werkzeugen gelten. In unserem Fall rechtfertigen die Erkenntnisse nun weitere Studien zu den kognitiven FĂ€higkeiten der Seevögel â ein Thema, das bisher vernachlĂ€ssigt wurde, aber offensichtlich Potenzial bietetâ, so die Wissenschaftler.
Quelle: Fachartikel: PNAS, doi: 10.1073/pnas.1918060117
HELDEN DER MEERE
Ein einzigartiges Portrait unserer Ozeane mit all ihrer Schönheit, ihrer Faszination und Kraft. Aber auch ihrer immensen Probleme, denen wir uns dringend stellen mĂŒssen. Wenn das Meer stirbt, stirbt auch der Mensch. Vielleicht einer der bedeutendsten SĂ€tze unserer Zeit, der sich bewahrheiten könnte, falls es uns nicht gelingt unser Verhalten schnell genug zu Ă€ndern. Deshalb habe ich die unterschiedlichsten âHelden der Meereâ begleitet, um Lösungen zusammenzutragen, die uns diese VerĂ€nderung ermöglichen können. Sie alle haben eines zum Ziel: Die Rettung unserer Ozeane. Klimawandel und Verschmutzung sind zwei der bedeutendsten Faktoren, die gravierende Auswirkungen auf das Leben im Wasser haben. Mein Weg wird mich ĂŒberall dorthin fĂŒhren, wo sich der FuĂabdruck unserer modernen Welt wiederfinden lĂ€sst, aber vor allem auch dorthin, wo bereits ein Umdenken begonnen hat und die Menschen den Weg zur Rettung unserer Ozeane bereits eingeschlagen haben. Denn was wir brauchen, sind Lösungen! Solche, die fĂŒr uns alle greifbar sind.
Um genau diese Lösungen fĂŒr alle Menschen zugĂ€nglich zu machen wird in der weiteren Entwicklung des Projektes eine digitale Datenbank entstehen, auf der alle AktivitĂ€ten zum Schutz und Erhalt des marinen Ăkosystems gebĂŒndelt dargestellt werden. Das Buch und der Dokumentarfilm bilden die Basis, mit deren Hilfe die Aufmerksamkeit der Menschen auf dieses Ziel gerichtet wird. Stellen Sie sich vor es gĂ€be eine vereinte Interessengemeinschaft, die das Ziel der Rettung der Meere in sich trĂ€gt. Eine Datenbank im Internet deren Inhalt, Navigation und Handhabung einer Kombination aus Wikipedia und Google Earth Ă€hnelt. Ein visueller Globus zum Erlernen und zum direkten Handeln. Die Digitalisierung steht erst am Anfang und benötigt jetzt den Pioniergeist kreativer Innovationen. Ich glaube an ein Netzwerk, das den Namen âHeroes of the Seaâ trĂ€gt und die Menschen weltweit miteinander verbindet. Der gemeinsame Wunsch, die Meere zu retten wird so zum Auslöser fĂŒr eine globale Bewegung.
Man denke an die Zukunft unserer Kinder, die auf spielerische Weise mit dem Wissen aus dieser Datenbank das Meer erkunden können und in gemeinschaftlichen Aktionen sogar Teil einer Lösung werden können. Wir verbinden sĂ€mtliche Hilfsorganisationen und bilden einen sicheren zertifizierten Zugang zu den am dringendsten erforderlichen MaĂnahmen. So entsteht in kĂŒrzester Zeit eine weltumspannende Ansammlung an Helden, die uns mit Ihrem Einsatz als leuchtendes Beispiel vorangehen.Je nach Interessengebiet filterbar kann die Webseite die verschiedensten Parameter zum Thema Ozeane veranschaulichen. Ob es die âHeldenâ sind oder die Hotspots der Verschmutzung. Ob man nur nach Informationen ĂŒber die GefĂ€hrdung von Korallenriffen sucht oder mehr ĂŒber die Bedeutung von Social Plastik erfahren möchte. Alles kann durch eine einfache Navigation dargestellt werden und verhilft jedem Besucher der Seite zu mehr Wissen und VerstĂ€ndnis.
Im Auftrag unserer Erde kann jeder, von jung bis alt, selbst aktiv werden und seinen Mitmenschen davon berichten. Die Option zum Hochladen neuer âHeldenâ ist dafĂŒr gemacht, auch die Einzelpersonen zu erfassen, die vielleicht sonst nie Beachtung erfahren hĂ€tten. Durch diese interaktive Möglichkeit der Beteiligung bekommt jeder die Chance, sich einzubringen und den Inhalt der Webseite zu erweitern. Wir erzeugen Kooperationen, schaffen Verbindungen und bieten ĂŒber eine âTake-Actionâ -Funktionen die Möglichkeit zur direkten Hilfe.
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Der Meeresgrund gehört zu den am wenigsten erkundeten Bereichen unseres Planeten â dies gilt auch fĂŒr seismische Messungen. Doch jetzt haben US-Forscher eine Methode demonstriert, die Erdbeben, VulkanausbrĂŒche und sogar verborgene Verwerfungen im Meeresgrund verblĂŒffend einfach detektieren kann. Denn statt neue Sensoren zu installieren, lassen sich solche Messungen auch mit Seekabeln durchfĂŒhren â den Leitungen, die fĂŒrs Internet und andere Telekommunikationszwecke lĂ€ngst alle Meere durchziehen. Die RĂŒckstreuung von Laserpulsen verrĂ€t dabei Dehnungen und Stauchungen dieser Kabel und detektiert selbst kleinste ErschĂŒtterungen wie ein Test vor der kalifornischen KĂŒste belegte.
Drei Viertel unseres Planeten sind von Meeren bedeckt, entsprechend viele geologisch und geophysikalisch relevante Prozesse spielen sich in den Ozeanen ab. Die meisten Erdbeben und rund 80 Prozent der VulkanausbrĂŒche finden beispielsweise unter Wasser statt und auch viele Plattengrenzen und Verwerfungen verlaufen vor den KĂŒsten der Kontinente. âEs gibt einen enormen Bedarf an mehr Seismologie auf dem Meeresgrundâ, erklĂ€rt Erstautor Nathaniel Lindsey von der University of California in Berkeley. Doch neue Seismometer und andere Messinstrumente am Meeresgrund zu installieren, ist extrem aufwĂ€ndig und entsprechend teuer: Man benötigt Schiffe, um sie hinzubringen und Tauchroboter oder Taucher fĂŒr die Installation am Grund. AuĂerdem sind leistungsfĂ€hige Batterien oder andere Stromquellen fĂŒr den Betrieb der GerĂ€te nötig. Aus diesen GrĂŒnden sind bislang nur wenige Messnetze oder Einzelsensoren in den Ozeanen aktiv.
Photonenstreuung im Glasfaserkabel als Seismometer Eine Lösung fĂŒr die ozeanischen MesslĂŒcken könnte nun eine Methode liefern, die die schon am Meeresgrund vorhandene Technik fĂŒr seismische Messungen nutzt. Denn weltweit durchziehen tausende Kilometer Seekabel die Meere â die Glasfaserleitungen, die das RĂŒckgrat der globalen Telekommunikation bilden. Ăber sie laufen Daten in Form von Laserpulsen von Kontinent zu Kontinent. Lindsey und sein Team haben nun einen Weg gefunden, diese Kabel zu einer Art Seismometer umzufunktionieren. Als Testfeld diente ihnen ein rund 50 Kilometer langes Seekabel, das von der KĂŒste der Monterey Bay in Kalifornien zu einer Untersee-Messstation im Pazifik fĂŒhrt und wissenschaftliche Messdaten ĂŒbertrĂ€gt. Als das Glasfaserkabel im MĂ€rz 2018 wegen Wartungsarbeiten vorĂŒbergehend stillgelegt wurde, nutzten die Forscher die Chance, um ihre Experimente durchzufĂŒhren. FĂŒr ihre Messungen nutzten Lindsey und sein Team die Tatsache, dass ErschĂŒtterungen am Meeresgrund auch die Glasfaserkabel ein klein wenig dehnen und stauchen. Schickt man nun kohĂ€rente Laserpulse durch das Kabel, verĂ€ndern sich durch diese subtilen Bewegungen die Frequenzmerkmale und die Ankunftszeiten der Photonen, die vom Kabelinneren zurĂŒckgestreut werden. Dieses sogenannte Backscattering werteten die Forscher an einem rund 20 Kilometer langen TeilstĂŒck des Seekabels vier Tage lang kontinuierlich mithilfe eines Spektrometers aus. Durch Vergleiche mit Referenzsignalen ermöglichte dieses sogenannte Distributed Acoustic Sensing (DAS) die prĂ€zise Erfassung selbst kleiner ErschĂŒtterungen. âDiese Systeme registrieren auf einen Meter noch VerĂ€nderungen im Bereich von Nanometern bis zu hunderten Picometernâ, erklĂ€rt Co-Autor Jonathan Ajo-Franklin vom Lawrence Berkeley National Laboratory. Durch spezielle Anpassung der Laserpulse konnten die Forscher die RĂŒckstreuung an jedem zwei Meter langen TeilstĂŒck der Leitung gesondert messen. Dadurch verwandelten sie das 20 Kilometer lange Glasfaserkabel im Prinzip in 10.000 einzelne Bewegungssensoren.
Erdbeben, Verwerfungen und die Gezeiten Die ersten Tests waren erfolgreich: In den vier Tagen zeichneten die Forscher mithilfe des Seekabels eine ganze Bandbreite seismischer Ereignisse am Grund des Pazifiks auf. Unter diesen war ein Erdbeben der Magnitude 3,4, das sich 45 Kilometer von der KĂŒste entfernt im Landesinneren ereignete, dessen Bebenwellen sich aber bis in den Meeresgrund fortpflanzten. Lindsey und sein Team konnten anhand ihrer Messdaten nicht nur die Merkmale dieses Bebens identifizieren, die seismischen Wellen enthĂŒllten wie eine Art Tomograph auch einige zuvor unbekannte geologische Formationen im Meeresgrund. Weil die Beschaffenheit des Untergrunds die Erdbebenwellen auf charakteristische Weise modifiziert, verĂ€ndern sich auch die subtilen Merkmale des Glasfaserkabels und damit die photonischen Messdaten. Dadurch konnten die Forscher einige zuvor unbekannte tektonische Verwerfungen 15 bis 19 Kilometer vor der KĂŒste kartieren. ZusĂ€tzlich registrierte ihre Methode auch die VerĂ€nderungen durch die Gezeiten oder die von starken Wellen verursachten ErschĂŒtterungen. âDies ist das erste Mal, dass irgendjemand Offshore-Glasfaserkabel verwendet hat, um diese Art von ozeanografischen Signalen einzufangen oder um tektonische Strukturen zu kartierenâ, sagt Ajo-Franklin. Er und seine Kollegen sehen in dieser Methode groĂes Potenzial, um die groĂen MesslĂŒcken unter den Ozeanen endlich zu schlieĂen. Bisher haben sie ihre Tests zwar nur an âdunklenâ Leitungen durchgefĂŒhrt â Glasfaserkabeln, die gerade nicht fĂŒr DatenĂŒbertragungen verwendet wurden. Doch die Forscher haben bereits damit begonnen, auch Messungen in aktiven Leitungen durchzufĂŒhren. Dabei passen sie ihre Mess-Laserpulse so an, dass sie in nicht fĂŒr den Datentransfer verwendeten KanĂ€len und Frequenzen liegen. âDas Schöne an der Glasfaser-Seismologie ist es, dass man dafĂŒr schon vorhandene Telekommunikationskabel nutzen kann, statt 10.000 neue Seismometer installieren zu mĂŒssenâ, sagt Lindsey. âMan geht einfach zur Anschlussstelle und verbindet das Messinstrument mit dem Ende der Glasfaser.â
Quelle: Nathaniel Lindsey (University of California, Berkeley) et al., Science,doi: 10.1126/science.aay588128. November 2019   © wissenschaft.de - Nadja Podbregar
Gewaltig und massig: Wale sind die gröĂten Tiere auf unserem Planeten â doch auch bei diesen Wesen stellte sich ein Wachstumslimit ein. Was bestimmte es? Forscher haben nun systematisch untersucht, warum Wale nicht noch gröĂere Dimensionen erreichen. Die Daten belegen, dass das Kosten-Nutzen-VerhĂ€ltnis bei der jeweiligen ErnĂ€hrungsweise der Meeresgiganten buchstĂ€blich maĂgeblich ist.
Bei gigantischen Tieren kommen vielen Menschen sofort die Dinosaurier in den Sinn â doch ein Tier unserer Zeit ĂŒbertrifft diese Riesen der Vergangenheit bei weitem: Mit einer LĂ€nge von ĂŒber 30 Metern und einem Gewicht von mehr als 100 Tonnen ist der Blauwal das gröĂte Tier, das jemals auf unserem Planeten existiert hat. Neben diesem Vertreter der Bartenwale haben auch die Zahnwale einen Spitzengiganten hervorgebracht: Der König dieser MeeressĂ€uger ist der bis zu 20 Meter lange und ĂŒber 50 Tonnen schwere Pottwal. Wie die Forscher um Jeremy Goldbogen von der Stanford University berichten, gab es bisher nur Annahmen dazu, welche Faktoren hinter den AusmaĂen dieser Wale stecken. Um nun erstmals genauere Daten zu sammeln, hat das internationale Wissenschaftlerteam Informationen von zahlreichen Fressaktionen der Tiere gesammelt. Ihr Ziel war es dabei, den Energieaufwand bei der Nahrungsaufnahme sowie die Ausbeute zu erfassen. So war eine EinschĂ€tzung des Kosten-Nutzen-VerhĂ€ltnisses bei der jeweiligen ErnĂ€hrungsweise der Wale möglich.
Energetische Preis-Leistungs-VerhĂ€ltnisse im Blick Die Datensammlung war mit einem enormen Aufwand verbunden: Um die UnterwasseraktivitĂ€ten der Wale zu verfolgen, verwendete das Team Multisensor-AufnahmegerĂ€te, die vorĂŒbergehend durch SaugnĂ€pfe auf den RĂŒcken der Tiere angebracht wurden. Untersucht wurden nicht nur die Rekordgiganten, sondern auch kleinere Vertreter der Barten- und Zahnwale. In den GerĂ€ten erfassten Beschleunigungsmesser, Drucksensoren, Kameras und Hydrophone die Bewegungen der Tiere bei ihren FuttertauchgĂ€ngen . Mithilfe von SonargerĂ€ten in den umliegenden GewĂ€ssern und Aufzeichnungen von Beutetieren in WalmĂ€gen schĂ€tzten die Wissenschaftler auch die Beutedichte in der Nachbarschaft jedes markierten Wals ein. âEnergie ist gleichsam die WĂ€hrung aller Lebensformen, und wir wollten wissen, wie das VerhĂ€ltnis zwischen Energiegewinn und Energieaufwand beim Fressverhalten von Walen mit unterschiedlichen KörpergröĂen und FĂŒtterungsstrategien istâ, sagt Goldbogen. âDieses VerhĂ€ltnis zeigt die Futtereffizienz eines Wals auf und gibt Aufschluss darĂŒber, warum manche Wale so groĂ sind und warum sie nicht noch gröĂer werdenâ, erklĂ€rt der Meeresbiologe. Wie er und seine Kollegen berichten, zeichneten sich deutliche Unterschiede zwischen den beiden Gruppen der Wale ab. Die sogenannten Bartenwale wie der Blauwal, Finnwal oder Buckelwal verwenden Strukturen aus Reihen von biegsamen, haarĂ€hnlichen Gebilden im Maul, um Krill und andere kleine Beute aus dem Meerwasser herauszusieben. Sie suchen nach dichten BestĂ€nden ihrer Beute und verleiben sich bei einem Beutezug fast immer viel mehr Kalorien ein, als sie fĂŒr die Aktion verbrauchen. Sie erreichten den höchsten Energieertrag von allen im Rahmen der Studie untersuchten Walarten. Den Forschern zufolge zeichnet sich bei den Bartenwalen zudem ab: Die GröĂe ist kein Hindernis bei ihrer Strategie der Nahrungsaufnahme.
Zwei unterschiedliche Konzepte Bei den Zahnwalen ist die Lage hingegen deutlich anders, berichten Goldbogen und seine Kollegen. Diese MeeressĂ€uger verwenden Echolokalisierung bei der Futtersuche und fressen nur ein Beutetier pro Aktion. Besonders die Pottwale mĂŒssen vergleichsweise tief tauchen, um ihre Beutetiere wie Tiefseekalmare und groĂe Fische zu erreichen. Dadurch konnten sie sich allerdings auch eine Art Schlaraffenland erschlieĂen, das anderen groĂen RĂ€ubern nicht zugĂ€nglich ist. âIn 300 Metern Tiefe gibt es eine Menge Tintenfische zu fressenâ, sagt Goldbogen. Aber diese Beutetiere mĂŒssen dennoch gejagt werden und das kostet viel Energie, wie die Daten zeigen. In einigen FĂ€llen konnten die Zahnwale wĂ€hrend eines Tauchgangs nicht genug Nahrung aufnehmen, um die aufgewendete Energie auszugleichen, ergaben die Berechnungen. Der Pottwal hat demnach seine Möglichkeiten ausgereizt, sagen die Wissenschaftler. Wenn diese Zahnwale noch gröĂer wĂ€ren, könnten sie ihren steigenden Energieverbrauch nicht mehr durch die Ausbeute in der Tiefsee decken â es gibt dazu einfach nicht genug groĂe Tintenfische im Ozean, so die Wissenschaftler.
Wale leben auf Messers Schneide Die Bartenwale ernĂ€hren sich hingegen von kleinen, aber sehr hĂ€ufig vorkommenden Krillbeutetieren, die in bestimmten Teilen der Welt fĂŒr kurze Zeit in hohen Bestandsdichten auftreten. Bei ihnen wird eine noch weitere Zunahme der KörpergröĂe von der saisonalen VerfĂŒgbarkeit ihrer Beute eingeschrĂ€nkt, erklĂ€ren die Wissenschaftler. âDie gröĂten Bartenwale ernten in den hohen Breiten in den nur wenigen ĂŒppigen Sommermonaten die KrillbestĂ€nde abâ, sagt Goldbogen. âDurch die enormen Netto-Gewinne können diese Wale dort Fettreserven aufbauen, von denen sie bei ihren Wanderungen zu ihren Winterquartieren und Kinderstuben in den niedrigeren Breiten allerdings zehren mĂŒssen, die nur wenig Nahrung bietenâ, erklĂ€rt Goldbogen. Wie er und seine Kollegen betonen, verdeutlicht die Studie damit, dass die groĂen Walarten energetisch betrachtet auf Messers Schneide leben. Insbesondere angesichts des Klimawandels, der Ăberfischung und anderer Bedrohungen in den Meeren ist dies im Hinblick auf ihr zukĂŒnftiges Ăberleben problematisch: âWenn wie im Fall des Blauwals die einzige Beute Krill ist und etwas den RĂŒckgang der BestĂ€nde verursacht, kann es schnell kritisch werden, weil diese Wale nicht in der Lage wĂ€ren, genug zu fressen, um sich zu versorgenâ, resĂŒmiert Goldbogen.
Quelle: Smithsonian, Fachartikel: Science, doi: 10.1126/science.aax904413. Dezember 2019   © wissenschaft.de - Martin Vieweg
ErwĂ€rmung, Versauerung und Verschmutzung machen den marinen Ăkosystemen der Erde zunehmend zu schaffen â doch wie Wissenschaftler nun betonen, gibt es ein weiteres Problem im Reich Poseidons: Die Sauerstoffgehalte schwinden, was mit Verschiebungen des biologischen, chemischen und physikalischen Gleichgewichts in den Meeren verbunden ist. Wie die Wissenschaftler erklĂ€ren, spielt erneut die KlimaerwĂ€rmung eine problematische Rolle beim globalen Sauerstoffverlust in den Ozeanen.
Das âLebenselexierâ in den Ozeanen steht schon lange im Fokus eines internationalen Forscherteams unter der Beteiligung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums fĂŒr Ozeanforschung Kiel. In den letzten Jahren haben sie durch umfangreiche Probenahmen und Analysen die Sauerstoffgehalte in vielen GewĂ€ssern der Welt untersucht, Entwicklungen verdeutlicht und Ursachen fĂŒr den RĂŒckgang des O2-Gehalts aufgezeigt. Ihre Ergebnisse prĂ€sentiert nun ein 562-seitiger Bericht der International Union for Conservation of Nature (IUCN). Da der Sauerstoffverlust zu einem groĂen Teil von der ErderwĂ€rmung getrieben wird, sollte der Bericht einen weiteren âWeckrufâ an die Teilnehmer UN Klimakonferenz in Madrid darstellen.
Warmem Wasser entfleucht der Sauerstoff Wie die Forscher berichten, ist der globale Sauerstoffgehalt in den vergangenen 50 Jahren im Durchschnitt um mehr als zwei Prozent zurĂŒckgegangen. Ihnen zufolge sind die erhöhten Wassertemperaturen im Zuge des Klimawandels dabei ein wichtiger Faktor: Je wĂ€rmer OberflĂ€chenwasser ist, desto weniger Sauerstoff kann es aufnehmen. Das warme Wasser fĂŒhrt auĂerdem dazu, dass die Schichtung des Ozeanwassers stabiler wird, wodurch sich Vermischung und Zirkulation abschwĂ€chen und es schwieriger wird, das Innere der Meere zu belĂŒften. Der Bericht verdeutlicht zudem das regional sehr unterschiedliche AusmaĂ des Sauerstoffmangels. Vor allem Regionen, in denen weitere Faktoren zur Sauerstoffknappheit beitragen, sind demnach besonders schwer betroffen. Vor allem in KĂŒstengewĂ€ssern wird durch unnatĂŒrlich intensive NĂ€hrstoffzufuhr durch DĂŒngemittel und Fischzuchten das Algenwachstum begĂŒnstigt, wodurch der Verbrauch von Sauerstoff steigt. âWenn man bedenkt, dass gerade kĂŒstennahe Gebiete wie vor Peru oder Westafrika fĂŒr einen groĂen Teil der weltweiten FischereiertrĂ€ge verantwortlich sind, kann sich das schon jetzt direkt auf den Menschen auswirkenâ, betont Andreas Oschlies von GEOMAR.
FĂŒr Fisch und Co wirdâs âstickigâ Aus den Daten, die die Forscher in den letzten Jahren gesammelt haben, geht hervor, dass im vergangenen halben Jahrhundert die Wassermenge im offenen Ozean, in der jeglicher Sauerstoff fehlt, um mehr als das Vierfache gewachsen ist. In KĂŒstengewĂ€ssern, einschlieĂlich FlussmĂŒndungen und Randmeeren, haben sich Standorte mit niedrigem Sauerstoffgehalt seit 1950 sogar mehr als verzehnfacht. âWir erwarten auĂerdem, dass die Sauerstoffkonzentrationen auch auĂerhalb dieser Gebiete weiter absinken werden, wenn sich die Erde weiter erwĂ€rmtâ, sagt Oschlies. Wie die Forscher betonen, ist nun allerdings weitere Forschungsarbeit auf dem Gebiet nötig, um genauere EinschĂ€tzungen zu ermöglichen. âZum Beispiel zeigen Computermodelle immer noch einen geringeren Sauerstoffverlust, als wir ihn im Meer wirklich messen. Das bedeutet, dass wir noch nicht alle damit zusammenhĂ€ngenden Prozesse verstanden habenâ, unterstreicht Oschlies. âDeshalb freuen wir uns, dass die IUCN dieses Thema mit dem neuen Report aufgreift und neue Wege fĂŒr die zukĂŒnftige Forschung aufzeigtâ, so der Wissenschaftler.
Quelle: GEOMAR, Fachartikel: Ocean deoxygenation: Everyoneâs problem â Causes, impacts, consequences and solutions. Gland, Switzerland: IUCN. xxii+562 pp13. Dezember 2019   © wissenschaft.de - Martin Vieweg
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IPCC-Sonderbericht: Klimafolgen fĂŒr Ozean und Eis
Die Erde ist zu drei Vierteln von Wasser bedeckt â entsprechend groĂ ist der Einfluss der Ozeane auf Klima, StoffkreislĂ€ufe und die gesamte Lebenswelt auf unserem Planeten. Ein aktueller Sonderbericht des Weltklimarats IPCC liefert nun neueste Daten und Prognosen dazu, wie Meere und Eisreservoire weltweit auf den Klimawandel reagieren. Der Bericht bestĂ€tigt, dass sich sowohl das Abschmelzen der polaren Eiskappen als auch der Meeresspiegelanstieg in den letzten gut zehn Jahren deutlich verstĂ€rkt und beschleunigt haben. Setzt sich dieser Trend fort, könnte der Meeresspiegel bis 2100 sogar um mehr als einen Meter ansteigen â deutlich mehr als im letzten Weltklimabericht vorhergesagt. Wie der Sonderbericht unterstreicht, zeigen auch die Meeresumwelt und die marinen Ăkosysteme klare Anzeichen fĂŒr klimabedingte VerĂ€nderungen.
In den letzten Jahren haben zahlreiche Studien bereits dargelegt, dass der Meeresspiegel durch die globale ErwĂ€rmung und die Zunahme der Eisschmelze ansteigt und dass sich dieser Anstieg zunehmend beschleunigt. Auch das Abschmelzen der Gletscher in den Polargebieten, aber auch den Hochgebirgen hat sich in den letzten Jahren weiter beschleunigt. Gleichzeitig gibt es starke Indikatoren dafĂŒr, dass sich durch den Einfluss des Klimawandels auch eng mit dem Meer verknĂŒpfte Wetter- und KlimaphĂ€nomene wie starke WirbelstĂŒrme, Sturmfluten und El-Nino-Ereignisse hĂ€ufen.Um diese Einzelaspekte auf eine einheitliche, wissenschaftlich abgesicherte Basis zu stellen, hat nun das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) alle aktuellen Erkenntnisse in einem Sonderbericht zusammengefasst. FĂŒr den âSpecial Report on the Ocean and Cryosphere in a Changing Climateâ (SROCC) haben mehr als 100 Wissenschaftler aus 36 Nationen knapp 7000 Forschungsarbeiten aus aller Welt gesichtet und ausgewertet. Diese Daten und Aussagen bilden nun die offizielle Basis fĂŒr politische Entscheidungen von Regierungsvertretern und Gremien in aller Welt.
Meeresspiegel steigt stÀrker als zuvor prognostiziert
Zu den Kernaussagen des IPCC-Sonderberichts gehören neue Daten und Prognosen zum Meeresspiegelanstieg. Demnach liegt der jĂ€hrliche Anstieg der Pegel inzwischen bei knapp vier Millimetern pro Jahr. Diese Rate erhöht sich zudem jĂ€hrlich um rund 0,1 Millimeter â der Meeresspiegelanstieg beschleunigt sich demnach immer mehr. Der Bericht bestĂ€tigt auch, dass sich die Ursachen fĂŒr das Ansteigen der Meere verschoben haben: Zwar nimmt die ErwĂ€rmung des Meerwassers und die damit verbundene thermische Ausdehnung weiterhin deutlich zu. Den gröĂten Beitrag aber liefert inzwischen das Abschmelzen der Eiskappen. Auch die Prognosen fĂŒr die zukĂŒnftige Entwicklung des Meeresspiegels wurden im aktuellen Bericht prĂ€zisiert und um 10 bis 15 Prozent erhöht. Demnach könnten die Pegel bei einer weitgehend ungebremsten ErwĂ€rmung (IPCC-Szenario RCP 8.5) bis zum Jahr 2100 im Schnitt um 61 bis 110 Zentimeter gegenĂŒber den Pegeln bis 2005 steigen. Damit rĂŒckt erstmals auch ein Meeresspiegelanstieg von mehr als einem Meter in den Bereich des Wahrscheinlichen.
Der Sonderbericht bestĂ€tigt auch den zunehmenden Effekt der ErwĂ€rmung auf das Eis der Antarktis und Grönlands. Demnach hat sich der Eismassenverlust in Grönland gegenĂŒber dem Zeitraum von 1997 bis 2006 inzwischen verdoppelt und in der Antarktis verdreifacht. Konkret hat die Masse des antarktischen Eisschilds in der Zeit seit 2006 um 155 Gigatonnen pro Jahr abgenommen â das ist deutlich mehr als noch im 5. Weltklimabericht angegeben. Hauptursache hinter diesem Eisverlust ist das AusdĂŒnnen und ZurĂŒckziehen der Auslassgletscher der Westantarktis. Auch in Grönland hat der GletscherrĂŒckgang an Tempo zugenommen. Lag der Eisverlust dort von 1997 bis 2006 noch bei rund 215 Gigatonnen pro Jahr, waren es im darauffolgenden Jahrzehnt bereits 278 Gigatonnen jĂ€hrlich.
Folgen auch fĂŒr die Meeresumwelt
Im neuen Bericht bestĂ€tigt das IPCC aber auch die ökologischen Folgen des Klimawandels fĂŒr die Meeresumwelt. So leiden besonders die marinen Ăkosysteme der Tropen unter der zunehmenden Versauerung, Sauerstoffarmut und ErwĂ€rmung des Meerwassers. âVerĂ€nderte Wechselwirkungen zwischen Arten haben zu kaskadierenden Folgen fĂŒr die Struktur und Funktionsweise von Ăkosystemen gefĂŒhrtâ, heiĂt es im Sonderbericht. Das könnte schon in der nahen Zukunft zu spĂŒrbaren Effekten fĂŒhren: âFĂŒr die Ăkosysteme der Ozeane von der OberflĂ€che bis zum Tiefseeboden wird bei allen Emissionspfaden im Laufe des 21. Jahrhunderts ein RĂŒckgang der globalen Biomasse mariner Tiergemeinschaften, ihrer Produktion und ihres Fangpotenzials sowie eine Verschiebung der Artenzusammensetzung projiziertâ, so das IPCC. Unter anderem könnte bei ungebremstem Klimawandel das maximale Fangpotenzial der Fischerei bis 2100 um 20 bis 24 Prozent sinken. FĂŒr Warmwasserkorallen, Seegraswiesen und TangwĂ€lder prognostizieren die Forscher selbst bei einer gemĂ€Ăigten ErwĂ€rmung um 1,5 bis zwei Grad hohe Risiken.
âDer Bericht unterstreicht, dass der Klimawandel Ozean und KryosphĂ€re schon stark verĂ€ndert hat und dass wir Menschen auch schon heute von diesen VerĂ€nderungen betroffen sindâ, kommentiert Klimageograf Ben Marzeion von der UniversitĂ€t Bremen die Inhalte des IPCC-Sonderberichts. Gleichzeitig betont der Sonderbericht aber auch, dass die schlimmsten Folgen des Klimawandels noch durch entsprechende MaĂnahmen verhindert werden können. Entscheidend dafĂŒr seien ehrgeizige und dringende Emissionsreduktionen und anhaltende AnpassungsmaĂnahmen. âZu den wichtigsten Voraussetzungen fĂŒr die Umsetzung wirksamer Reaktionen auf klimabedingte VerĂ€nderungen in Ozean und KryosphĂ€re gehört die Intensivierung der Zusammenarbeit und Koordination unter Regierungsbehörden ĂŒber rĂ€umliche MaĂstĂ€be und Planungshorizonte hinwegâ, heiĂt es im IPCC-Sonderbericht. Mit anderen Worten: Die Politik muss sich schnellstens auf gemeinsames und effektives Handeln einigen.Â
QUELLE:Â IPCC Special Report on the Ocean and Cryosphere in a Changing Climate (SROCC)
Warum das Klimapaket der Bundesregierung das Klima nicht retten wird & welche wichtige Rolle die Höhe des CO2-Preises hat.
Environmental activists Greta Thunberg and George Monbiot have helped produce a short film highlighting the need to protect, restore and use nature to tackle the climate crisis. Living ecosystems like forests, mangroves, swamps and seabeds can pull enormous quantities of carbon from the air and store them safely, but natural climate solutions currently receive only 2% of the funding spent on cutting emissions. The filmâs director, Tom Mustill of Gripping Films, said: 'We tried to make the film have the tiniest environmental impact possible. We took trains to Sweden to interview Greta, charged our hybrid car at Georgeâs house, used green energy to power the edit and recycled archive footage rather than shooting new.'
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CREDITS Narrators: Greta Thunberg & George Monbiot Director: Tom Mustill Producer: Triangle Monday DoP & Editor: Fergus Dingle Sound: Shaman Media GFX: Paraic Mcgloughlin Online: Bram De Jonghe Picture Post: Special Treats Productions Mix: Mcasso Music Audio Post: Tom Martin NCS Guidance: Charlie Lat Music: Rone / InFinĂ© Music The Independent film by Gripping Films(Tom Mustill) was supported by: Conservation International Food and Land Use Coalition Gower St With guidance from Nature4Climate Natural Climate Solutions www.grippingfilms.com FIND OUT MORE: #naturenow www.naturalclimate.solutionsÂ