Teilen und Herrschen - ohne mich.
Jede Person kann jeder schreiben. Jeder kann sich jeden Blog ansehen, und niemandem würde ich sagen, auf welchen Blogs er/sie etwas verloren hat und auf welchen nicht. Das weiß man jeweils selbst am besten.
Es ist auch nicht so, dass man zu einem bestimmten Geburtstag plötzlich mit einem Knall Reife und Weisheit erlangt. Diese Dinge wachsen. Bei der einen ergeben sie sich früher, bei der anderen später, in unterschiedliche Bereichen kann man unterschiedlich weit entwickelt sein, und Neugierde ist niemals schlecht.
Medien, Erziehung und Mächtige teilen die Gesellschaft, z.B. in Altersstufen - divide et impere. In einer gesunden Gesellschaft herrscht intergenerativer Austausch: Die alte Person kann von der unbefangenen, offenen Sichtweise der jungen lernen, die junge von Erfahrung und Bedächtigkeit der alten. Spontanität regt an; Geduld ermöglicht geistigen und seelischen Fortschritt.
Wollen Mächtige ein bestimmtes Programm durchsetzen, werden sie diesen intergenerativen Austausch behindern, willkürliche Grenzen ziehen, und sie würden sowohl die Älteren wie die Jüngeren am liebsten ausschließlich professionell "betreuen". Denn den professionell Ausgebildeten wurde das Programm beigebracht, das sie weitervermitteln sollen. Sie haben einen Auftrag im Namen der herrschenden Macht: diese zu festigen, stabilisieren und sozial zu vererben.
Das muss man nicht mitmachen. In einer Art Graswurzelrevolution kann man diese Spaltung überwinden. Man muss nur für jedermann offen bleiben und jeden ein bisschen ernst nehmen, statt sich von vornherein überlegen zu fühlen. Für mich besteht die Quintessenz darin, niemanden eine Zahl von Jahren vorzuschreiben, der mit mir reden oder mir schreiben möchte.















