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"Katina" von Roald Dahl
"Katina" von Roald Dahl ist eine Kurzgeschichte, die den ganzen Wahnsinn des Kriegs ausdrĂŒckt. Nicht so sehr durch eine besondere Grausamkeit, sondern durch eine Grausamkeit, die Alltag ist. Wir folgen einem amerikanischen Soldaten im Fliegereinsatz gegen Nazideutschland in Griechenland. Bei Angriffen und Gegenangriffen sterben Menschen: Soldatenfreunde; MĂ€nner, die man kaum kennt; unschuldige MĂ€dchen. Es ist Krieg. Nichts davon ist ein Skandal.
Griechenland als Ort des Geschehens hat mystische Tiefe. Die Soldaten haben eine Beziehung zu den Bergen, die sie umgeben. Sie spĂŒren, dass die Berge ĂŒber diesen Krieg lachen. Er ist nur einer von vielen Kriegen, den sie gesehen haben. Die Soldaten wissen, dass Götter in diesen Bergen wohnen. Der ErzĂ€hler ist ĂŒberzeugt, dass die Berge jede Nacht ein bisschen nĂ€her rĂŒcken.
Unter allem liegt Menschlichkeit. Das gegenseitige Töten erfolgt auf Befehl, doch die Soldaten sind Menschen. Als ein deutscher Flieger abgeschossen wird, kommt unter dem Helm ein junger Typ mit Flaumbart zum Vorschein, der völlig verĂ€ngstigt ist. Als der ErzĂ€hler unvermittelt Kontakt mit der deutschen Seite erhĂ€lt, schreit er ins Telefon und wirft es danach aus dem Fenster. Nach einem Angriff schaut er lange in die Flammen seines brennenden Wracks. Das Feuer wird zur weiĂen Flamme, in denen ein griechisches MĂ€dchen tanzt. Katina.
âSurround yourself only with people who are going to take you higher.â
â Oprah Winfrey
Ich habe die Theorie von Zweckfreundschaften. Zweckfreundschaften gehen wir in schlechten Zeiten ein. In Zeiten, in denen wir uns verloren fĂŒhlen, orientierungslos, unglĂŒcklich. In diesen Phasen freunden wir uns mit Leuten an, die die Vergangenheit widerspiegeln. Wir kiffen, trinken, zocken zusammen. Und wir fĂŒhlen uns wie vor fĂŒnf Jahren. Doch: damals waren die Dinge so, heute sollen sie so sein.
Luft trifft auf BlÀtter
Unsere Technikversessenheit ist ein Problem. LaubblĂ€ser sind dafĂŒr ein gutes Beispiel. Auf dem Spielplatz waren neulich zwei im Einsatz. Sie waren so laut, dass die Kinder nicht spielen konnten und man sich auch nicht unterhalten konnte. Die BlĂ€ser wurden von dicken Menschen bedient, die sich nicht bewegen brauchten. Es ging nicht viel schneller als mit dem Rechen. Die Dinger sind Phallussymbole der Technik: sie machen einen Punkt, aber den falschen.
"Nostalgia is not for the God we are missing, it is the nostalgia for ourselves who are not enough. We miss our impossible grandeurâmy unreachable present is my paradise lost."
â Clarice Lispector, from âThe Passion According to G.H.â (translation by Idra Novey)
So gut
Irgendwie wĂŒrde ich hier gerne arbeiten
Silly symphony backgrounds
Voll schön
Derbyshire woman who bought item said she felt uneasy at find that raises concerns over possible prison labour
What are your thoughts on this?
So ist es dannâŠ
Aus der NZZ. Lag im Altpapier. Ich war auf dieser Demonstration. AfD-Leute lieĂen sich ĂŒber den Sicherheitsabstand vor Demonstrant*innen fotografieren. Sie winkten und "dirigierten" die Sprechchöre. Wie Rockstars.
Das hat mich zu These gebracht, dass in der AfD weniger der Kern der Sache Bedeutung hat. Ginge es um eine Sache, hÀtten sich die Mitglieder gar nicht mit den Demonstrant*innen abgegeben. Die AfD-Leute hingegen wandten sich direkt der Gegendemonstration zu. Sie traten in einen emotionalen Dialog ein.
Der Gehalt dieser Partei ist unsere Reaktion auf sie.
Mann und Musenbild
Muse
Es ist erstaunlich, wie wenig die beiden Helden Pattie Boyd als Menschen sehen. Sie war eine Muse, ein Bild, auf das sie sich beziehen, fĂŒr dass sie ihre Kunst machen konnten. Sie konnten durch sie in epische mĂ€nnliche Figuren schlĂŒpfen : der KĂŒnstler, der das Ideal anhimmelt; die Rivalen, die um die Frau kĂ€mpfen; der Schmerzensmann, der der Heiligen und Hure verfallen ist.
Lost
AuĂerdem scheint eine Verlorenheit durch. Vor allem bei Harrison ist das gut zu sehen; er geht den Modelweg: Seine Frau ist eine klassische Schönheit. Daran ist nichts Falsches. Aber sein Wunsch bei seiner RĂŒckkehr aus Indien ein Gott zu sein, der sich mit jungen Frauen umgibt und auch seine AffĂ€ren, inklusive mit der Frau von Ringo Starr, deuten auf eine innere Leere hin, die von auĂen bestĂ€tigt werden muss. Sex hebt das Selbstbewusstsein.
Kreise
Es scheint, dass die beiden zu dieser Zeit Kreise um sich selbst zogen und das Pattie Boyd ein imaginÀrer Sehnsuchtsort war. Sehnsuchtsorten darf man nicht erreichen. Sie werden dann normal, eine Göttin wird zu einem Menschen, der sich morgens die ZÀhne putzen muss. Das wollten beide nicht, deshalb die Distanz, die im Gegensatz zum Drama steht.
Super!
Irgendwie gut
Warum hören wir Musik?
Wir hören Musik, weil wir in einer Welt leben, in der Sachlichkeit und GefĂŒhle getrennt sind.
GefĂŒhle finden im Privaten statt. Liebe, Aufregung, Hass, Wut, das alles ist privat. Wer im Job wĂŒtend wird, tut das aufgrund persönlicher Motive, nicht, weil es zur Jobbeschreibung gehört.
Entertainment ist eine Möglichkeit, GefĂŒhle im Privatleben zu steuern. Was ich aus EntertainmentgrĂŒnden konsumiere, entscheide ich allein. Musik ist dabei eine Möglichkeit GefĂŒhle bewusst anzusteuern. Ein Lied hat einen emotionalen Effekt. Ob ich das Lied gut finde oder nicht, entscheidet sich dadurch, ob und wie sehr ich emotional angesprochen bin.
Musik nach Feierabend ist deshalb so wichtig, weil ich vorher acht Stunden nicht emotional sein durfte.
Das Radio ist deshalb so belanglos, weil es ein emotionale Mittelfeld halten will.
Genres sind Landkarten fĂŒr emotionale AtmosphĂ€ren. Ich weiĂ wo es hin geht, wenn ich Trashmetal oder Soul auswĂ€hle.