"Aber es war doch nicht illegal", widersprach seine Frau frostig.
Ihr Mann rührte sich nicht von der Stelle, wirkte aber auf unerklärliche Art und Weise plötzlich größer. "Ich glaube, da ist so einiges durcheinandergeraten: Ihr habt euch genau überlegt, ob das alles legal oder illegal ist. Ich bin bloß ein Soldat gewesen und auch nie ein besonders guter, aber meiner Meinung nach habt ihr euch so viele Gedanken über legal und illegal gemacht, dass ihr gar nicht auf den Gedanken gekommen seid, ob es denn richtig oder falsch ist.Und jetzt gehe ich, wenn ihr mich entschuldigt, hinunter in die Kneipe."
"Nein, Liebster", erwiderte seine Frau automatisch, "du weißt doch, dass der Alkohol sich nicht mit dir verträgt."
Der Oberst lächelte von Kopf bis Fuß. "Heute Abend habe ich vor, alle meine Differenzen mit dem Alkohol aus der Welt zu schaffen und ihm meine Freundschaft anzubieten."
Die übrigen Mitglieder der Richterschaft blickten Frau Oberst verwundert an, die wiederum ihren Gatten finster anstarrte.
"Darüber reden wir später noch, Karl-August", knurrte sie.
Zu ihrer großen Verwunderung veränderte sich sein Lächeln kein bisschen. "Ganz recht, mein Schatz, von deiner Seite aus gewiss, aber du wirst feststellen, dass ich dir nicht zuhöre. Guten Abend zusammen." Die Tür fiel hinter ihm mit einem leisen Klicken ins Schloss. Eigentlich hätte sie zuknallen müssen, aber manche Türen haben einfach kein Gespür für die Situationen.