LeoHeß - NinSch / Fleischmarkt
Autos beschreiben Menschen
Besonders prägnant im Raum des Berliner Großmarkt sind die vielen Autos und Transporter, die an jeder möglichen Stelle stehen. Auffällig bei der Erkundung des Raumes ist, dass die Bandbreite der Automarken und Preisstufen sehr groß ist und von preiswerten Kleinwagen und Fahrrädern über riesige Sattelschlepper bis zur teuren S-Klasse reicht. Von den Autos lässt sich in gewissem Maße auch über die Besitzer* innen spekulieren und so ist auch ohne Menschen im Raum erkennbar, was für Personen sich dort wohl größtenteils bewegen. Die Sattelschlepper, Sprinter, Kastenwagen und andere Lieferfahrzeuge sind einige der wichtigsten Elemente des Systems „Großmarkt“ und „Fleischmarkt“, da ohne sie weder Anlieferung, noch Abholung möglich wären. Bei ihnen fällt auf, dass es vor allem einige wenige große Hersteller gibt, wie beispielsweise MAN und Mercedes, die besonders häufig auftauchen. Eine weitere Fahrzeuggruppe ist die der Klein- und Mittelwagen sowie das Fahrrad und der Roller, die vermutlich den Angestellten des Fleischmarkts zuzuordnen sind. Diese Gruppe könnte nochmal geteilt werden. Als letzte und am wenigsten vertretene Fahrzeuggruppe sind hochklassige, teure Autos aufgefunden worden. Dazu zählen neue, qualitätvolle Limousinen hochpreisiger Marken wie Audi und Alpha Romeo. Die Menschen, die diese Autos fahren, haben vermutlich ein besonders hohes Einkommen und sind beispielsweise Besitzer*innen oder Manager* innen der Läden vor Ort oder im Stadtbereich. Durch Autos kann in unserer Gesellschaft viel abgelesen werden. Statussymbol und Einkommen sind dabei entscheidende Gründe für einen Autokauf im privaten Bereich. Bei beruflich genutzten Fahrzeugen geht es hauptsächlich um Praktikabilität und das Preis-Leistungs-Verhältnis. Aus der Ansammlung an Fahrzeugen lassen sich Annahmen machen, welche Menschen im Umfeld des Fleischmarkts unterwegs sind, ohne die Besitzer*innen gesehen zu haben und so auch, wie der Raum weiter genutzt wird. Zusammen mit dem Müll, der gefunden wird, entsteht (gewollt oder ungewollt) ein Bild zu der sozialen und kulturellen Nutzung des Raums. Die anthropogenen Hinterlassenschaften lassen also auf die anthropogene Nutzung schließen.
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