Frauen tragen zu kleine BH’s
Brüste sind ein Schlüsselsignal der Weiblichkeit, der Sexualität und der Gabe, als Mutter ein Kind stillen zu können. Natürlich, allein zu diesem Zweck wurden sie im Laufe der Evolution angelegt. Dass der Busen sich außerdem so verführerisch weich anfühlt, liegt daran, dass er ausschließlich aus Drüsen-, Fett- und Bindegewebe besteht. Für die Milchproduktion in der Schwangerschaft sorgen die Drüsenläppchen. Sie münden in Milchgängen, die zu den Brustwarzen führen und sich kurz davor zu Milchsäckchen erweitern, in der Stillzeit auf bis zu acht Millimeter. Weil im Brustgewebe also kein Muskel verläuft, bewirkt ein Training des darunterliegenden Brustmuskels zwar eine leichte Anhebung, aber keine veränderte Form. Deshalb greifen wir zu BHs – dabei erstaunlich selten zur richtigen Größe: 35 Prozent der deutschen Frauen kaufen zu kleine Büstenhalter, so ein Untersuchungsergebnis des Bekleidungsphysiologischen Instituts Hohenstein. Lediglich 51 Prozent kennen ihre passende Größe.
Deshalb: Mindestens einmal alle fünft Jahre von einer Fachverkäuferin beraten lassen. Zumal das was zu stützen ist, immer schwerer wiegt: Während 1983 über 50 Prozent der Frauen weniger als Cup Größe A trugen, sind die meistverkauften BH Größen heute 80 C. “Bei jungen Frauen führt die Einnahme der östrogenhaltigen Antibabypille zum Wachstum des Drüsenkörpers, also zu mehr Oberweite”, erklärt Dr. Peter Hausser, Landesvorsitzender des Berufsverbandes der Frauenärzte in Bayern. Bei vielen Mädchen verändert sich der Busen dann schneller als das Selbstbild. Aber zum Glück ist es nie zu spät, dies zu revidieren.

















