In kurzen Episoden von 10 bis 15 Minuten betrachtet dieser Podcast Bibeltexte, um Gottes Botschaft fĂŒr den persönlichen Alltag greifbar zu machen. Verschiedene Musiktitel und anleitende Fragen helfen, sich auf das Thema einzustimmen und lassen Raum fĂŒr Reflexion und persönliches Gebet. Dieser Podcast ist ein Angebot der Jesuiten in Zentraleuropa und des Weltweiten Gebetsnetzwerks des Papstes.
An GrĂŒndonnerstag verfolgen Millionen NiederlĂ€nder ein aufwendiges Live-Event auf der StraĂe oder vor dem Fernseher: âThe Passionâ erzĂ€hlt u
Ăffentliche ErzĂ€hlungen als Ressourcen: "The Passion" in den Niederlanden und die Krise der Narration
An GrĂŒndonnerstag verfolgen Millionen NiederlĂ€nder ein aufwendiges Live-Event auf der StraĂe oder vor dem Fernseher: âThe Passionâ erzĂ€hlt und aktualisiert die Ostergeschichte und freut sich ĂŒber eine Quote von bis zu 45 Prozent. Deutsche Ableger dieses Osterspektakels, etwa zwei Versuche von RTL, konnten bislang nicht an den Erfolg des westlichen Nachbarlandes anknĂŒpfen. Dag Heinrichowski SJ, Spiritual am Priesterseminar Sankt Georgen und Promovend in Pastoraltheologie, analysiert das popkulturelle PhĂ€nomen von âThe Passionâ und reagiert auf Kritik an der Darstellungsform dieses öffentlichen Rituals. Ein Artikel aus den Stimmen der Zeit.
In den Stimmen der Zeit plĂ€diere ich dafĂŒr, nicht nur Heilige als Rolemodel fĂŒr Evangelisierung im Internet zu propagieren, sondern sich ernsthaft mit der Kultur der DigitalitĂ€t auseinanderzusetzen â die Kirche hat hier durchaus starke Texte zu bieten!
Fachverlag fĂŒr Religion, Theologie, SpiritualitĂ€t, Lebenshilfe, Pastoral und religiöse Lyrik sowie frĂ€nkische Regionalliteratur.
Herz Jesu. SpiritualitÀt aus und an der Seite Jesu
Mit dem Herz Jesu und der damit verbundenen SpiritualitĂ€t können selbst glĂ€ubige Menschen nicht mehr viel anfangen. âHerz Jesuâ klingt nach Kitsch, die scheinbare Verehrung eines Organs wirkt aus der Zeit gefallen und ĂŒberholt. Ein genauer Blick lohnt sich jedoch und entdeckt in der Herz-Jesu-Verehrung eine facettenreiche SpiritualitĂ€t von Herz zu Herz. Der Impuls bietet unterschiedliche ZugĂ€nge und zeigt, wie eng diese SpiritualitĂ€t mit den Jesuiten und nicht zuletzt mit dem Pontifikat von Papst Franziskus verbunden ist.
Der zweite Teil des Impulses ist als Ăbungsbuch gestaltet. Die neun Schritte auf dem sogenannten Herzensweg, dem spirituellen Kompass des weltweiten Gebetsnetzwerks des Papstes (ehemals Gebetsapostolat), zeigen einen persönlichen Zugang zum Herzen Jesu.
Im September erscheint mein Impuls beim echter-Verlag.
Ob nun Kinder mit ihren Eltern am Abend vorm Schlafgehen oder Ordensleute mehrmals am Tag in Stundengebet und Messe â ob aus Not, Verzweiflung, Trauer oder Dankbarkeit: Das Vaterunser verbindet in unzĂ€hligen Situationen und spendet Trost. Mich fasziniert die Vorstellung, dass mir dieses Gebet einen weiten Raum öffnet.
Wenn ich das Vater unser spreche und eintrete in diesen Raum des Gebets, bin ich verbunden mit unzĂ€hligen Menschen â durch die Zeiten hindurch und ĂŒber alle Grenzen hinweg. Das Vaterunser verbindet â mit Gott und den Menschen. Tritt auch du ein in diesen Raum des Gebets!
Auf die Stimme Jesu hören â das ist gerade im Konklave wichtig, aber genauso im Alltag und in der eigenen Berufung. Warum KardinĂ€le mehr Schafe als Hirten sein sollten, was das Evangelium dazu sagt und wie wir die Stimme Jesu unter all den anderen Stimmen erkennen können, darĂŒber spreche ich in dieser One Minute Homily.
Manchmal wĂŒnsche ich mir, schlechte Angewohnheiten einfach aus seinem Leben zu streichen â aber ist das wirklich der beste Weg? Jesus erzĂ€hlt von einem Feigenbaum, der keine Frucht bringt und deswegen umgehauen werden soll. Doch der GĂ€rtner bittet um Geduld, um den Boden umzugraben und dem Baum eine Chance zu geben. Ein Bild, das Mut macht: VerĂ€nderung braucht Zeit und MĂŒhe.
Mit Blick auf die Kurswahl fĂŒr die Oberstufe, sprach einer meiner Lehrer gerne von âDĂŒnn-Brett-Bohrernâ. Gemeint waren damit SchĂŒlerinnen und SchĂŒler, die ihre FĂ€cherwahl von der zu erwartenden Arbeitsleistung und nicht vom persönlichen Interesse abhĂ€ngig machten. DĂŒnn-Brett-Bohrern riskieren nichts, lassen sich nicht herausfordern und bleiben an der OberflĂ€che.Â
Auf Dauer funktioniert das nicht im Leben. Es braucht Herausforderungen â auch wenn das anstrengend ist.
Ăgid van Broeckhoven, ein Jesuit, der als Arbeiterpriester in den 60er-Jahren in BrĂŒssel gelebt hat, vergleicht in seinem Tagebuch die Beziehung zu Gott mit dem Hinausgehen ins Meer. Immer weiter ins Wasser Wagen, bis ich den Grund nicht mehr unter den FĂŒĂen spĂŒre. Und mich von Gott tragen lassen, wie vom Meer. Und von ihm zurĂŒckgetrieben werden in die Welt.
Bei Gott ist alles möglich. Das haben Maria und Elisabeth erfahren, denn sie erleben ein Wunder und werden auf unglaubliche Art und Weise schwanger. FĂŒr mich können Maria und Elisabeth ein Beispiel fĂŒr uns sein, wie wir zu Pilgern der Hoffnung werden. Dazu ruft uns Papst Franziskus im Heiligen Jahr 2025 auf: uns gegenseitig im Glauben und in der Hoffnung bestĂ€rken, dass bei Gott alles möglich ist.
Kolumne âGott und die Weltâ // Sonnabend, 30.11.2024 (1. Advent)
Seit 40 Jahren ist die Advents- und Weihnachtszeit geprĂ€gt von einen Dauerohrwurm. In Kollegenkreisen, in Familien und unter Weihnachtsmarktbesucher erhitzt dieses Lied entweder die GemĂŒter, erwĂ€rmt die Herzen oder fĂŒhrt die Menschen an den Rand des Wahnsinns: Last Christmas lĂ€sst wohl niemanden kalt. Am 3. Dezember 1984 hat die britischen Popgruppe Wham! ihren Weihnachtshit veröffentlicht.
Der Song und seine zahlreichen Coverversionen erzÀhlen jedes Jahr aufs Neue von einer gescheiterten Liebesbeziehung: Das lyrische Ich verschenkt zu Weihnachten das eigene Herz, aber schon am nÀchsten Tag wird das Herz wieder weggegeben, verworfen: Herzschmerz zum Weihnachtsfest.
Egal, ob Sie das Lied mögen oder nicht, kommen Sie auch dieses Jahr in der Adventszeit nicht daran vorbei. Und vielleicht kann dieser dudelnde Begleiter durch die Adventszeit meine Aufmerksamkeit auf mein eigenes Herz lenken: An wen oder was hÀnge ich mein Herz, wem schenke ich mein Herz und meine Aufmerksamkeit momentan und wen habe ich aus dem Blick verloren?
Papst Franziskus hat vor ein paar Wochen ein umfangreiches Lehrschreiben veröffentlicht, in dem er das menschliche Herz und das Herz Jesu in den Mittelpunkt stellt: âDilexit nos â Jesus hat uns geliebtâ beginnt es. Der Papst erzĂ€hlt vom Herzen Jesu, das fĂŒr uns Menschen offen ist und uns die Liebe und Barmherzigkeit Gottes zeigt. Gott hat uns sein Herz geschenkt â nehme ich dieses Geschenk an oder singt Gott manchmal die Textzeile âBut the very next day, you gave it awayâ mit?
Die Adventszeit, die dieses Wochenende beginnt, ist eine Vorbereitungszeit auf das Weihnachtsfest. Eine Zeit fĂŒr die Ă€uĂerliche Vorbereitung (Geschenke, Deko, Post, âŠ), die oft mit Stress verbunden ist, aber auch die innere: Die Vorbereitung des Herzens. Dazu kann eine kleine Ăbung helfen, die nicht lĂ€nger dauern muss als die 4:22 Minuten, die das Original von Wham! dauert:
Einen Moment werde ich ruhig, achte auf meinen Atem und schaue, was in den letzten Stunden, vielleicht Tagen, mein Herz berĂŒhrt hat. WofĂŒr bin ich dankbar und was hat einen Schatten hinterlassen? Und wenn ich mag, dann vertraue ich dies Gott an. Sein Herz ist offen fĂŒr uns. Nicht erst seit 40 Jahren.
Eine gesegnete Adventszeit!
P.S.: Mit dieser Kolumne verabschiede ich mich aus dem Kreis der Autoren.
Wenn ich die ErzĂ€hlung vom blinden BartimĂ€us höre, staune ich immer wieder ĂŒber das Vertrauen, das BartimĂ€us in Jesus setzt. BartimĂ€us, der blind ist, lĂ€sst sich nicht auch noch stumm machen von den Leuten, sondern ruft nach Jesus. Und er springt voll Vertrauen auf ihn zu, als er ihn ruft. Ein Sprung aus Vertrauen und ins Vertrauen hinein.
Abendblatt-Kolumne am Samstag, den 21. September 2024
Letztens habe ich bei einem Spaziergang einen kleinen Abstecher in die Flussschifferkirche gemacht. Neben der Geschichte dieser schwimmenden Kirche, beeindrucken mich vor allem die Fenster. In vielen Kirchen zeigen die Fenster Szenen aus dem Leben heiliger Menschen. In der Flussschifferkirche hingegen zeigen die schlichten, bunten Glasfenster Szenen aus dem Alltag im Hafen und auf See: Boote, GebÀude, einen Leuchtturm oder einen Hafenkrahn.
Eine gĂ€ngige und sehr passende Deutung von Kirchenfenstern: Im Leben der Heiligen scheint das Licht Gottes durch. Sie sind transparent fĂŒr das Licht Gottes, Gottes Botschaft entfaltet sich in unterschiedlichen Farben in ihrem Leben. Diese Deutung passt auch fĂŒr die Fenster der schwimmenden Kirche im Hamburger Binnenhafen, die liebevoll âFlussiâ genannt wird: Nicht nur das Leben der Heiligen, sondern auch und vor allem der Alltag sind transparent fĂŒr das Licht Gottes.
Vor fĂŒnf Jahren hat Papst Franziskus ein Schreiben ĂŒber die âHeiligkeit in der Welt von heuteâ veröffentlicht. Darin schreibt er: âEs gefĂ€llt mir, die Heiligkeit im geduldigen Volk Gottes zu sehen: in den Eltern, die ihre Kinder mit so viel Liebe erziehen, in den MĂ€nnern und Frauen, die arbeiten, um das tĂ€gliche Brot nach Hause zu bringen, in den Kranken, in den Ă€lteren Ordensfrauen, die weiter lĂ€cheln. [âŠ] Oft ist das die Heiligkeit âvon nebenanâ, derer, die in unserer NĂ€he wohnen und die ein Widerschein der Gegenwart Gottes sind, oder, um es anders auszudrĂŒcken, âdie Mittelschicht der Heiligkeitâ.â (Gaudete et exsultate, 7)
Jeden Abend nehme ich mir auf der Bettkante oder auf dem RĂŒckweg nach Hause eine Viertelstunde Zeit, um den Tag ins rechte Licht zu rĂŒcken und gemeinsam mit Gott zu schauen, was gewesen ist, wofĂŒr ich dankbar bin und wo ich nachsteuern möchte. Dieser betende TagesrĂŒckblick, der bei uns Jesuiten auch als Examen oder âGebet der liebenden Aufmerksamkeitâ bezeichnet wird, zeigt mit immer wieder, dass ich ein Fan von Alltag bin.  Auch wenn er manchmal grau und mĂŒhsam ist, gefĂ€llt es mir, das AuĂergewöhnliche im Gewöhnlichen zu entdecken. Der Alltag ist gewöhnlich, oft anstrengend und doch auch heilig. Zwischendurch scheint etwas davon durch: In einem LĂ€cheln, einem tröstenden Wort, einem aufmerksamen Blick oder einer zufĂ€lligen Begegnung, die mich berĂŒhrt. Solche scheinbar kleinen Gesten und Momente können den Alltag heilig machen und Gottes Licht und Liebe transportieren. Wo erleben Sie diese Heiligkeit im Alltag? Vielleicht bieten die vielen Angebote zur Nacht der Kirche heute in Hamburg die Möglichkeit, den Alltag in eine anderes Licht zu rĂŒcken.
Neugierig, vorurteilsfrei und gegenwÀrtig: So entdecken Kinder, vielleicht etwas idealtypisch, die Welt. Sie können vertrauen und sich einlassen. Das beeindruckt mich und manchmal macht es mich auch ein bisschen neidisch, denn mit diesen Haltungen kann man das Reich Gottes entdecken.
Ich bin das Brot des Lebens, das Brot vom Himmel, sagt Jesus. In diesen Wochen hören wir Sonntag fĂŒr Sonntag dieses Wort Jesu vom Brot. Mich erinnert das an Wiederholungsbetrachtungen, die es in den Exerzitien des Ignatius von Loyola gibt: Ein biblischer Text oder eine Szene aus dem Leben Jesu wird nicht nur ein einziges Mal betrachtet, sondern ĂŒber den Tag hinweg immer wieder. So eröffnet sich ein anderer Zugang.
Der 31. Juli, der Festtag des Ignatius von Loyola, GrĂŒnder des Jesuitenordens, fĂ€llt mitten ins Sommerloch. Irgendwie passend, denn nach einer schweren Verletzung spielen im Leben des Heiligen gerade Langeweile und Nichts-Tun-Können eine entscheidende Rolle. Er liest die einzigen BĂŒcher, die er finden kann: Geschichten ĂŒber Jesus und Heilige. Sie faszinieren Ignatius so sehr, dass er beginnt, Jesus nachzufolgen.