Yes I flew all the way to Vienna once again just to see their reunion. I've been a JCS fan more than 10 years at this point and this is like my dream come true.
They were more than perfect both as a pair and respectively as their own roles.
Nicht nur, dass ich diesem großartigen Schauspielnachwuchs in Tyll beim Brillieren zusehen durfte, André stand einfach als Krankheitsvertretung auf der Bühne 💖
Content warning: selbstverletzendes Verhalten und Depressionen
Vontobel arbeitet in seiner Hamlet Inszenierung meiner Meinung nach nicht nur Hamlet als Schauspieler aus dem Originaltext nochmal extra hervor sondern auch Hamlets Depressionen. Vielleicht sollte ich sogar sagen Christian Friedel betont in seinem Spiel die depressive Symptomatik Hamlets. Ich finde es fast schwer in Worte zu fassen genau was er macht um das zu tun - aber ich werds hier mal versuchen :)
Ganz allgemein die nervösen Gesten die er immer und immer wieder und die ganze Zeit nutzt um seinen Hamlet zu characterisieren und auch in der letzten Szene von den anderen Characteren abzugrenzen fühlen sich sehr aggressiv an. Er reibt seine Hände fest aneinander, rollt wieder die Ärmel hoch um die Hände in die Unterarme zu drücken und verschränkt die Arme so angespannt als würden ihm die Gliedmaßen abhanden kommen wenn er locker ließe.
Gleichzeitig finde ich aber, dass es viel subtiler ist als ich hier ausdrücken kann, meistens nebenbei und dann auch lange gar nicht, weil seine Hände mit dem Klavier beschäftigt sind - Übrigens schöner Gedanke, die Musik hält ihn davon ab, befreit ihn - ist dieser Hamlet konsistent unnachgiebig mit sich selbst auf diese Weise.
Ein paar kleinere Beispiele:
Allgemein alle wegschicken/vergraulen bis er allein da steht, das ist so ein Klassiker der depressiven Symptomatik (be Horatio everyone)
Das auf die Stirn schlagen
Das Haareraufen ist auch oft sehr forceful
Die Geste bei der er sich mit der Hand repeatedly die Schlagader an seinem anderen Handgelenk aggressively abfährt - ja braucht man nicht mehr zu zu sagen denke ich, hat den gewünschten Effekt...
Sehr interessant für meine Interpretation ist auch die Szene in der er Horiatio weg schickt, ihn nicht zu Wort kommen lässt und wiederholt ihn mit 'Ab!' abblitzen lässt. Damit die anderen ihn allein lassen, muss er 'nur' z.B seiner Wut freien Lauf lassen, Horatio aber kommt immer wieder zurück und um ihn auch nur für kurz zu vergraulen muss Hamlet ihm gerade heraus praktisch befehlen zu gehen. Und auch dann kommt Horatio nach Something's rotten wieder zu Hamlet zurück. Denn Hamlet braucht ihn ja, das ist klar. Auch nicht nur um den König während The Mousetrap zu filmen...
Leider leider ist diese Inszenierung wenig queer mMn, Hamratio haben wir höchstens mikrodosiert in 1× Haare raufen alle 3 Vorstellungen und Ros&Guil haben zwar ihre Westen aber mehr Zwillingsvibes als alles andere.
Jetzt zu der einen Szene, nachdem er alle weggeschickt oder vergrault hat. Wenn es still wird und Hamlet zum ersten mal komplett allein da steht:
"O schmölze doch dies allzu feste Fleisch, Zerging' und löst' in einen Tau sich auf!"
Mir läuft es jedes mal kalt den Rücken runter, er spielt das so gut, da steht dann nicht mehr Christian Friedel, da stehe ich und gleichzeitig steht da auch noch wer anders und diese Szene ohrfeigt mich jedes mal in eine andere Zeit und alles innerhalb von so 2min und dann ists vorbei und ich krieg whiplash und auf irgendeine zutiefst seltsame Weise reißt das dann Wunden auf nur damit diese dann sorgfältig wieder vom Rest des Stücks geschlossen werden können und am Ende sind sie ein ganz klein bisschen besser verheilt als vorher
There are two kinds of Friedel!Hamlet fans: the ones who live in fear of being yelled at by him and the ones who stategically buy tickets in the hope of getting yelled at by him