Paulaner Solo+ Vorrunde am 15. Juni 2025 in Fürstenfeldbruck
Ich war zum ersten Mal beim Paulaner Solo+ und positiv überrascht. Ich hatte erwartet, dass es sich um eine rein bayerische Veranstaltung handelt, bei der hauptsächlich regionale Künstler auftreten. Auch das wäre natürlich nicht schlecht gewesen, aber so präsentierte sich der Abend überregionaler als gedacht.
Wie ich nun weiß, ist der Paulaner Solo+ ein bundesweiter Wettbewerb für Kabarett, Comedy und Kleinkunst, veranstaltet vom Veranstaltungsforum Fürstenfeld in Zusammenarbeit mit der Paulaner Brauerei. Ursprünglich bereits 1994 als Solowettbewerb gestartet, sind inzwischen auch kleinere Gruppen zugelassen – daher das „Plus“ im Namen.
Die zweite Vorrunde fand am Sonntagabend im Kleinen Saal des Veranstaltungsforums Vier Künstler traten gegeneinander an. Jeder hatte 20 Minuten Zeit für seinen Beitrag, danach wurde nicht mehr bewertet. Im Anschluss stimmte das Publikum über einen Finalplatz ab, ein zweiter wurde durch eine Jury vergeben. Moderiert wurde der Abend von Markus Kapp, selbst Finalist des Wettbewerbs im Jahr 2020, der zur Auszählung der Stimmen auch einen kleinen Auszug aus seinem aktuellen Programm präsentierte.
Eröffnet wurde der Abend von Bewie Bauer mit dem Programm „Ein Teenager wird 50!“. Bauer sprach über das Älterwerden, popkulturelle Erinnerungen und persönliche Geschichten und glänzte mit einer Parodie von Karl Lauterbach.
Tobias Gnacke folgte mit seinem Programm „Selten so gelacht!“, einer Kombination aus Stimmenimitation, musikalischer Parodie und klassischer Comedy. Er überzeugte das Publikum vor allem durch seinen Querschnitt durch die Musikgeschichte in schnell gewechselten unterschiedlichen Outfits und wurde später verdienterweise mit dem Publikumspreis ausgezeichnet.
Christine Schütze trat als Dritte auf. In ihrem Klavierkabarett „Also, mir wär sie zu dünn!“ ging es um Schönheitsideale und gesellschaftliche Erwartungen und viel Feminismus. Es war kaum anders zu erwarten: Die Jury wählte sie zur Finalistin des Abends.
Zum Abschluss präsentierte Adrian de Greef eine Verbindung aus digitalen Zaubertricks und Bauchreden. Die beiden Elemente waren nacheinander aufgebaut und technisch aufwendig inszeniert - ein deutlich anderer Ansatz als bei den übrigen Beiträgen und leider auch weniger unterhaltsam.
Nach der Auszählung standen die beiden Finalteilnehmer fest: Tobias Gnacke (Publikum) und Christine Schütze (Jury) dürfen zum Finale, das am 26. Oktober 2025 im Stadtsaal Fürstenfeld stattfindet.
Wer sich für Kleinkunst und Bühnenerfahrung in verschiedensten Formen interessiert, dürfte dort ebenfalls auf seine Kosten kommen, allerdings gibt es gar nicht mehr so viele Karten.

















