Das kleine Städtchen Essaouira.

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@fernwehnachdemmeer
Das kleine Städtchen Essaouira.
Fotos aus Marrakesch.
Eindrücke aus Rabat.
Marokko - eine Hassliebe
Den kompletten Januar lang hatten wir Prüfungen und Tests - mein Kommilitone Davin und ich haben die Zeit nur durchgehalten, weil wir uns auf unsere Reise nach Marokko freuen konnten.
Wir sind am 9. von Weeze losgeflogen in die marokkanische Hauptstadt Rabat. Ehrlich gesagt, hab ich nicht viel erwartet, weder von der Stadt noch von unserem billigen Zimmer. Und zu allem Überfluss hatte ich auch nur eine Nacht statt zwei Nächten gebucht. Für unseren enthousiasitschen Gastgeber war das aber gar kein Problem, das freie Vier-Mann-Zimmer wurde umgebaut in ein Zwei-Personen-Zimmer ohne, dass wir mehr bezahlen mussten. Die Kommunikation mit ihm hatte sich schon vorab als schwierig rausgestellt, mein Französisch ist nicht mehr besonders gut und sein Englisch war eher verwirrend. Später sollte sich noch rausstellen, dass alles noch viel komplizierter war und kaum jemand Englisch konnte. Die Stadt jedenfalls war wunderschön, unser Zimmer direkt in der Medina, 2 Minuten Entfernung von allem möglichen Essen. Was mir an Rabat gefallen hat, war, dass kaum Touristen da waren und dass die Medina noch wirklich von Einheimischen benutzt wurde. Wir mussten nie verhandeln, um Essen zu normalen Preisn zu bekommen. Ein Frühstück mit Kaffee, Omelette und Brot für 1 €. Einen “Burger” (Brot mit Omelette, Käse und Corned Beef) für 75ct. Datteln für 3 € pro Kilo. An die Schneckensuppe haben wir uns Rabat noch nicht rangetraut.
Wir sind einen ganzen Tag lang nur gelaufen, waren auf einem Friedhof voller gelber Gräber, der auf das Meer schaut, am Leuchtturm, in der Kasbah des Oudaya (einer Art Festung denke ich), am Hassanturm (der der Anfang einer geplanten gigantischen Moschee war), im Museum für moderne und zeitgenössische Kunst, an einer Ausgrabungstätte mit römischen und späteren Bauwerken und in den modernen Vierteln. Am nächsten Tag mussten wir schon weiter. Wir sind 4 Stunden Zug gefahren, nachdem in meinem besten Fränzösisch zwei Tickets nach Marrakesch gekauft hatte.
Marrakesch war mein großer Traum, eine Stadt voller Mosaiks und orientalischen Gerüchen, voller luxoriöser Riads und Moscheen. Was Marrakesch meiner Meinung nach wirklich war, war eine Stadt voller Touristen und touristenhassender Einheimischen. Voller wässrigem Couscous und ungerechtfertig hohen Eintrittspreisen. Vielleicht hatten wir einfach nur Pech, vielleicht haben wir die falschen Menschen kennengelernt und es ist definitv unglücklich gewesen, dass die ehemalige Koranschule Medersa Ben Youssef wegen Renovierung geschlossen war. Ich will die Stadt nicht komplett schlecht machen, sie ist exotisch und was besonderes und aufregend. Die Gewürze haben der ganzen Stadt einen speziellen Geruch gegeben und auf dem zentralen Platz der Medina waren Schlangenbeschwörer zu sehen und Stände mit Essen aufgebaut.
Einen Tag haben wir dann doch noch am Meer verbracht, wir sind mit dem Bus in das kleine Städtchen Essaouira gefahren. Wir haben uns ein paar Gebäckstücke gekauft und ans Meer gesetzt und den frischen, salzigen Wind genossen. Und anschließend uns noch auf die Suche nach Safran gemacht und dabei drei Chamäleons getroffen. Essaouira ist super klein und hat ganz viele verwinkelte Gassen und einen schönen Strand. Für einen Tag auf jeden Fall sehenswert.
Am nächsten Tag saßen wir schon wieder im Flugzeug nachhause und sobald ich angekommen bin, habe ich mir erst mal eine gigantische Portion Nudeln mit Pesto gegönnt, die hab nämlich trotz leckerer Datteln und Mandarinen vermisst.
Dezember in Holland
Ich hab schon lange nichts mehr geschrieben, obwohl sicher super viel passiert ist, aber alles in Worte zu fassen, ist nicht so einfach. Ich hab daher beschlossen, wieder anzufangen und jetzt immer nur über den letzten Monat zu schreiben.
Ich sitze im Zug nach Berlin, das letzte Mal, dass ich zuhause war, war Ende November, aber es kommt mir ewig her vor. Im letzten Monat habe ich so viel getan, so viel erlebt, auch wenn sich alles als Alltag tarnt.
In Holland fiert man traditionell nicht Weihnachten sondern Sinterklaas und von jedem den man erzählt, dass der Weihnachtsmann das einzig Wahre ist, wird einem sofort erklärt, dass die ganze Weihnachtmannsache auch nur eine Verballhornung von Sinterklaas ist. Für mich ist das ganze kein Problem gewesen, eher im Gegenteil. Als Fan von allem was mit Weihnachten und einem besinnlichem Dezember zu tun hat, habe ich mich vollends ausleben können. Sinterklaas ist ein bisschen wie der Nikolaus, nur nicht richtig. Er zieht Ende November in Holland ein und verteilt bis zum 5.12. Geschenke in die geputzten Schuhe, aber irgendwie gibt es auch noch einen Pakjesavond mit der Familie, bei dem richtige Geschenke gegeben werden. Irgendwie feiert auch jeder das anders.
Zu Sinterklaas gibt es besondere Kekse, Pepernoten (nicht das gleiche wie Pfeffernüsse!) oder Kruidnoten genannt. Etwa 1cm im Durchmesser sind diese Kekse zwischen November und Mitte Dezember das gefühlte Hauptnahrungsmittel unserer WG gewesen (eigentlich ist mein Hauptnahrungsmittel natürlich immer noch Nudeln, ich könnte immer nur Nudeln essen). Außerdem kriegen die Kinder (und auch wir) auch Schokoladenbuchstaben in die Schuhe. Warum weiß ich nicht, vielleicht sollte ich das mal rausfinden. Unter Freunden macht man in der Regel auch was, meistens eine Variante unseres Wichtelns.
In unserer WG haben wir auch „gewichtelt“, bzw. „Surprises“ gemacht. Die Idee ist einfach, man zieht eine Person, muss sich ein Geschenk für die Person ausdenken, ein Gedicht schreiben und die Geschenke besonders verpacken. Also könnte man für mich zum Beispiel das Geschenk in einer Papierpflanze verstecken. Für meinen Mitbewohner habe ich einen Plattenspieler gebaut und ihn mit Pepernoten und Haribos gefüllt. Und mein Geschenk war in einem Schornstein versteckt aus dem der schwarze Piet guckt. Mein selbstgeschriebenes Gedicht waren 12 Zeilen miserables Holländisch – zurück habe ich dann zu meiner großen Beschämung ein vierseitiges Gedicht bekommen, dass ich laut vorlesen musste. An den ganzen Abenden im November und Dezember haben wir auch holländische Kindersinterklaaslieder gesungen. Mein liebstes ist das, bei dem der schwarze Piet Fahrradfahren geht und über eine Pepernote fährt und daraufhin der Reifen geflickt werden muss. Holland in a nutshell also. Nach Sinterklaas habe ich sofort mit meiner Mitbewohnerin einen Weihnachtsbaum gekauft und weil wir in Holland leben, wurde der Baum auch auf dem Fahrrad nachhause gefahren. Er ist ein bisschen klein, aber wir lieben ihn und er ist mit Omas Schmuck dekoriert. Eine kleine Krippe haben wir auch und eine Armada von Weihnachtsmännern. Im Übrigen sind Holländer in Sachen Weihnachtsbaum viel Nahhaltiger. Sie kaufen ihre Bäume in Töpfen und wenn Weihnachten vorbei ist, wird der Baum in den Garten gepflanzt und nächstes Jahr wieder reingeholt. Das wird bei uns eventuell problematisch, viel Platz haben wir nicht mehr.
Vor ein paar Wochen ist Schnee gefallen, ausgerechnet an dem Tag an dem wir für eine Geburtstagsparty ins 3 Stunden entfernte Zeeland gefahren sind. Ich möchte an dieser Stelle nur sagen, dass Deutschland nicht das einzige Land ist in dem die Bahn von Schnee überfordert ist. Der Schneefall war dann in den nächsten Tagen so schlimm, dass „Code Red“ ausgerufen wurde. Eine Warnstufe, bei denen alle Univeranstaltungen abgesagt und Auffangstationen für die Studenten eingerichtet werden. Absolut berechtigt dieses Chaos – für die 5 cm Schnee, die an dem Tag gefallen sind. Immerhin hab ich jetzt auch mal was, über das ich mich lustig machen kann. Wobei mir bei lustig machen gleich noch einfällt, dass „Schlaf gut!“ „Slaap lekker!“ heißt.
Zum Abschied hab ich heute Morgen von einer Mitbewohnerin eine Weihnachtskarte bekommen und sehe darin das Vorurteil, dass Holländer sich ihre Weihnachtskarten als Trophäen über den Kamin oder ans Fenster hängen bestätigt. Im Moment freu ich mich einfach nur darauf in 5 Stunden zuhause zu sein. Holland ist schön, aber wenn die Menschen bei Rolf Zuckowski nicht mitsingen können, dann komm ich nicht ganz in Weihnachtsstimmung.
Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch allen!
Lea
31.03.17
Das Leben hier ist schön. Wir essen beinahe jeden Abend zusammen. Wir lernen zusammen, gucken Filme, reden Deutsch, Niederländisch und Englisch durcheinander. Wir waren auf einem Konzert. In unserem Garten steht ein Trampolin und es blühen jetzt Hyazinthen. Es gibt ewige Diskussionen über Musik und wir besitzen ungefähr 3x so viel Putzmittel wie wir in Bernau haben. Auch wenn ich anfangs dachte, dass ich mein kleines Zimmer im Wohnheim doch irgendwie vermissen würde, kann ich mir jetzt kaum noch vorstellen da zu wohnen. Ich hab einen kleinen Platz am Fenster, an dem ich Paprika und Löwenmäulchen ziehen kann und im Garten darf ich so viel verändern, wie ich will. Manchmal hab ich Angst, dass wir zu sehr wie ein Ehequartett werden. Wir waschen Wäsche zusammen und gestern hatten wir eine 20minütige Diskussion darüber, welche Art von Rasenmäher wir uns zulegen sollen, damit der Rasen am schönsten aussieht. Aber eigentlich macht das nur, dass ich mich noch mehr zuhause fühle.
Mit der Uni gehts gany gut, es könnte besser sein, aber immerhin bin ich nicht einer der gefühlt 20 Leute die in diesem Quartal aufhören mussten, weil sie noch nicht genug Creditpoints hatten. So wie es aussieht müssen nach diesen Prüfungen nochmal mehr aufhören. Unser Studiengang ist jetzt so weit zusammen gescrumpft, dass sie uns schon gar nicht mhr die großen Vorlesungssäle geben. Ich schätze von 180 am Anfang sind vielleicht noch 100 übrig.
In einer Woche hab ich die letzt Prüfung für diesen Monat hinter mir und dann wird zwei Wochen lang das Jubiläum meiner Studienvereinigung gefeiert. Ich weiß, dass das Wort schlechte Assoziationen hervorruft, aber Sigma ist anders. Das erkläre ich irgendwann anders mal. Jedenfalls achen wir lauter cooole Aktivitäten wie eine Nacht im Unigebude, einen Tag Vorlesungen von berühmten Leuten, einen Trampwettkampf, Sporttag, viele Partys und zum Abschluss die Gala.
Ich gehe jetzt zurück zu Themodynamik und melde mich dann irgendwann wieder
Lea xx
Das sind Bilder von unserem Haus. Irgendwie konnte ich die bisher noch nicht hochladen.
Hier die Bilder vom neuen Haus. Mittlerweile hab ich die meisten Dinge drüben und hab bei Ikea neue Möbel gekauft. Fotos von meinem Zimmer gibt es dann in einer Woche etwa, sobald die ersten Prüfungen überstanden sind.
Nach jetzt mehr als drei Monaten hier, hab ich langsam die erste aufregende Zeit hinter mir, der Alltag holt mich ein und die kaum aufgehende Sonne macht auch nichts besser. Von mienem Fenster sehe ich den Sonnenuntergang um 4 Uhr nachmittags, eine kaum sichtbare, vernebelte Sonne über dem grauen Kanal.
Im gemeinsamen Waschbecken hat sich eine krustige Schicht von altem Spülwasser gebildet, unter dem Abtropfgestell lagern sich Essensreste, niemand bringt den Müll raus, im Flur riecht es nach asiatischem Essen und die allgemeine Beziehung zu meinen Mitbewohnern hat sich auch nicht grad verbessert.Wenn ich morgens aufstehe, um als eine der Ersten zur Uni zu gehen, ist einer auf jeden Fall schon in der Küche: Logan. Logan ist Vietnamese und erfüllt jedes Klischee. Das Klischee warmes Essen zum Frühstück zu sich zu nehmen, müsste er meiner Meinung nach nicht erfüllen, denn ich esse mein morgendliches Müsli lieber ohne dabei verottenden Fisch zu riechen. Gestern hab ich den Geruch schon gerochen, bevor ich überhaupt einen Fuß aus dem Bett gesetzt hatte. Ein weiterer immer präsenter Geruch ist der von Marihuana, was vermutlich nicht überraschend ist. Bereits beim Einbiegen in unsere Staße weht der Duft hinüber. Die beste Zeit hier in Vossenveld (der Name meines Wohnkomplexes) ist Samstagmorgen, wenn alle noch verkatert im Bett liegen. Und der Begriff Morgen beschreibt dabei alles von 6 Uhr bis ungefähr 15 Uhr. Vom nichtgeleerten Mülleimer fällt Dreck in mein Küchenfach, meine Pfanne muss ich jedes mal waschen bevor ich sie benutze. Wenn ich den Kühlschrank aufmache, halte ich grundsätzlich die Luft an. An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass es schlimmer geht. Im Kühlschrank meines Freundes Trung gibt es Pilzkolonien in jeder Farbvariation. Meine liebste ist die dunkelviolette im Gemüsefach. Echt höchste Zeit auszuziehen. Am 19. Januar läuft mein Vertrag aus, dann ziehe ich mit 3 anderen Leuten in ein Haus nicht weit von hier. Bilder lad ich vielleicht nachher mal hoch.
2 People Bay, Esperance Beach, Kängurus in Lucky Bay, Pikachu Nudibranch in Lucky Bay, Lucky Bay Strand, Fischschwärme in Lucky Bay, ein Hoch auf öffentliche BBQ Platten
Valley of the Giants und Elephant Rocks
Tauchen am Busselton Jetty und Hamelin Bay mit den Rochen
die Pinnacleswüste und die Sanddünen in Lancelin
Kalbarri Nationalpark
auf dem ersten Bild repariert Falko mit Klebeband das klappernde Auto.
Shark Bay (Delfin in Monkey Mia und Stromatoliten, lebendige Steine)
Point Quobba und die kleine Insel featuring Jimmy (RIP)
Exmouth.