Seit zwei Tagen bin ich stumm. Ein einziges Mal sang ich, nackt im Wintergarten, nur um zu wissen ob ich noch stimme. Der Himmel wird rosa, dann dunkelblau, dann rosa und dunkelblau zugleich und ich betrachte stumme Bilder, die an mir vorbeiziehen. Ich höre eine leise Stimme im Hintergrund, unter mir telefoniert jemand. Es kommt nicht an mich heran. Ich sitze in einem Glaskasten und beobachte das Wasser tropfen, das rosa und dunkelblau schimmert.
“Du bist mein Zuhause“ sagt sie bevor ich ging und ich schaue sie an, wie sie dort im sanft-gelben Licht am Holztisch in meiner Küche sitzt. In einem schwarzen Kleid, wie immer, mit zerzausten, voluminös kräuseligen Haaren und einem schiefen Lächeln auf den Lippen. Die Sonne hat ihre Wangen verpunktet - sie fasst sich ins Haar, dreht mit einem Finger an einem anderen Fingerknöchel umher und schaut in die Luft. Die Küchentür wird leicht aufgestoßen, ein schwarzer Kater streift um ihre Füße, die sie, wie immer, auf den Stuhl gezogen hat. Vor ihr steht ein dampfender Tee, daneben eine Wiskey - und Bierflasche - heute konnte sie sich nicht entscheiden. An der Wand hängen Bilder von Picasso und eines von Frida Kahlo, so als hätte man versucht ein Zuhause zu bilden. Es ist still um uns herum - nur sie schiebt ab und zu den Tisch, durch ihre Knie, knarzend ein wenig in meine Richtung. “Das hier. Dieses Bild - gerade jetzt und eben hier, mit dir hier drin und so ganz nah. Das ist für mich Zuhause.“ antworte ich ihr und wir gehen ins Bett und träumen von fehlenden Menschen am anderen Ende der Welt, die ganz bald wieder mit uns am Holztisch meiner Küche, im sanft-gelben Licht sitzen und Tee,Whiskey und Bier mit uns teilen werden. Aber bis dahin, reichst du mir.
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Die Stille begann mit einem Abschied vom sanft-gelben Licht, in dem du noch immer sitzt. Und ich hier - rosa und dunkelblau. Nur kurz ist es so - “für immer“ bleibt ein zu großes Wort.
heute ist sie immer noch mein Zuhause, seit Jahren. wir sind eins und manchmal da sagen wir sogar sowas wie "für immer". manchmal da ziehe ich mich in die Stille zurück - dann tropft der Wasserhahn langsamer und ich bleib einfach liegen. aber meistens bin ich in ihrem tonraum, unserem gemeinsamen tonraum und fülle ihn mit gelächter und albernheiten. denn ein Zuhause füllt mich.















