Ein Ende mit Schrecken ...
5 Monate sind mittlerweile vergangen und ich weiß, dass ich euch noch das Ende meiner Abenteuerreise schuldig bin. Die meisten von euch wissen aber sicherlich, dass mich das Erdbeben in Kathmandu am 25. April doch ziemlich mitgenommen hat, und mögen es mir somit verzeihen, dass ich so lange gebraucht habe, um die Geschehnisse hier schriftlich festzuhalten. Mittlerweile geht es mir aber wieder gut und irgendwie ist nun einfach der Zeitpunkt gekommen, dieses Kapitel meines Lebens und damit auch diesen Blog hier endgültig hinter mir zu lassen. Also kommt hier nun noch die Zusammenfassung der letzten Tage meiner Himalaya-Expedition ... zumindest für diejenigen, die es noch interessiert ;o). Tag 15 - 23 Nachdem wir uns früh morgens von Zhang Mu verabschiedet hatten, ging es erstaunlicherweise recht zügig über die Grenze zurück nach Nepal. Dort wurden wir von unserem Fahrer direkt eingesammelt und in einer 4stündigen Höllenfahrt (mir tut beim Gedanken daran jetzt noch der Rücken weh) im Jeep zurück nach Kathmandu gebracht. Gegen Mittag sind wir schließlich am Hotel Shakti angekommen und ich habe freudestrahlend meine Kreditkarte und meinen Koffer in Empfang genommen *haha*. Wer hätte gedacht, dass ich die beiden noch mal wiedersehe ... Den Rest des Tages habe ich dann überwiegend in der Sonne und unter der Dusche verbracht ... das war vielleicht eine Wohltat nach den letzten Wochen. Abends haben mich die Amis dann noch zum Essen eingeladen ins Fire & Ice ... und das war mal ein richtig cooler Laden. Pizza ist ja eigentlich so gar nicht meine Welt, aber dort hat sie echt gut geschmeckt. Und so war es ein wirklich schöner und entspannter Abend und hat mich gut gelaunt auf die noch fnächsten Tage blicken lassen. Den folgenden Tag habe ich dann mal ganz ruhig angehen lassen ... habe viel im Garten des Hotels gechillt, mich mit den dortigen Bergsteiger-Gruppen unterhalten, bin ein wenig durch Kathmandu geschlendert, habe dabei das Himalayan Java entdeckt und dort direkt mal nach gefühlten Ewigkeiten einen richtig guten Kaffee getrunken ... und gaaaanz wichtig: ich habe mich für den folgenden Tag in ein anderes Hotel eingecheckt. Entschieden habe ich mich schlussendlich für das Hotel Shanker, das nicht weit von Thamel entfernt liegt, ein 5 Sterne Haus ist und einen schönen Außenbereich mit Pool hat. Immerhin wollte ich mir nach den Strapazen in Tibet noch ein wenig was gönnen ;o). Am Abend ging es dann mit Mark, Frances und Kleo noch zu einem schönen Abschiedsessen ins Rum Doodle, denn die 3 wollten am nächsten Tag zu ihrer Anschluss-Trekkingtour zur Südseite des Everest aufbrechen. Für mich ging es stattdessen wie gesagt ins neue Hotel. Gegen 12 Uhr wurde ich von einem Fahrdienst abgeholt und konnte nach einer kurzen Fahrt und dem Einchecken endlich meine Suite beziehen. Das Hotel war von Außen ein echter Hingucker, da es ein alter umgebauter Palast war. Von Innen war es nicht ganz so beeindruckend, aber immer noch um Welten besser als alles, was ich bisher in Nepal und Tibet zu Gesicht bekommen hatte. Kaum hatte ich mich ein wenig eingerichtet, meldete sich plötzlich sogar Michael, den ich schon seit meiner Rückkehr nach Kathmandu versucht hatte zu erreichen. Er war gerade erst zurück und hatte noch 3 Tage bis zu seinem Rückflug nach Deutschland. Also verabredeten wir uns für den Nachmittag/Abend, um zusammen die Stadt ein wenig zu erkunden. Nachdem wir im Fire & Ice gegessen hatten, sind wir durch das abendliche Thamel gebummelt, haben einige Souvenirs gekauft und den Abend bei einem Kaffee im Himalayan Java ausklingen lassen. Michael hat mich dann noch zurück zum Hotel gebracht und sich spontan für den nächsten Tag auch dort eingebucht. Die nächsten Tage hatten wir dann eigentlich viel geplant, konnten aber leider davon nur den Tag am Pool verwirklichen, weil Michael sich eine böse Erkältung eingefangen hatte und die restliche Zeit überwiegend im Bett verbringen musste. Für mich hieß es währenddessen einfach nur entspannen, entspannen, entspannen. Habe mir sogar eine Massage im Hotel gegönnt, die zwar recht schmerzhaft, aber doch auch erholsam war ... Und dann kam der Samstag, an dem Michael nach hause fliegen sollte. Geplant war, dass seine Agentur ihn um 14.00 Uhr am Hotel abholt und zum Flughafen bringt. Gegen 11.40 Uhr habe ich mich schon mal draußen an die Poolbar gesetzt und darauf gewartet, dass Michael auscheckt. Als ich gerade anfangen wollte zu bloggen, nahm das Unheil dann seinen Lauf. Es begann mit einem lauten Grollen und ich habe spontan erstmal nach einem Hubschrauber Ausschau gehalten. Dann sind plötzlich sämtliche Vögel in der Umgebung zeitgleich hochgeflogen und alles begann zu wackeln. Man kann das eigentlich gar nicht wirklich beschreiben ... es wackelt nicht nur, es schwankt in echt heftigen Amplituden. Als würde jemand einem den Boden unter den Füßen wegziehen und man versucht krampfhaft darauf stehen zu bleiben. Im ersten Moment realisiert man auch gar nicht, was da gerade um einen herum passiert. Man reagiert einfach nur. Ich habe mich also direkt unter den Tisch zusammen gekauert, mich dann aber zum Glück noch rechtzeitig zum Pool umgedreht. Es hat nämlich so heftig gebebt, dass der gesamte Poolinhalt auf mich zukam. Habe mich dann mehr oder weniger auf allen Vieren kriechend in den Hotelgarten geschleppt und dort abgewartet bis das Beben vorbei war. Und erst ein paar Minuten später ist mir überhaupt klar geworden, dass das gerade ein Erdbeben war. Als Michael kurz nach dem Beben völlig verdreckt und an der Ferse blutend in den Garten gerannt kam, habe ich beispielsweise auch erst realisiert, dass das komplette Vordach des Hotels und die halbe Lobby eingestürzt waren. Wenn ich so zurückblicke, denke ich, dass ich wohl noch bis zum Abend komplett unter Schock stand und alles um mich herum nur wie in einem Traum wahrgenommen habe. Zwischendurch hatte ich zum Glück auch ein paar “wache” Momente und habe u.a. bei meinen Eltern in Deutschland angerufen, um sie zu informieren, dass mir nichts weiter passiert war. Aber zu viel mehr war ich absolut nicht fähig (im Gegensatz zu Michael, der sich sofort um alles gekümmert hat ... ohne ihn würde ich vermutlich jetzt noch in Nepal sitzen). Mein einziger Gedanke war: “Ich will hier weg! Egal wie! Alles andere ist mir egal!” Ich weiß, das klingt nicht nur egoistisch, sondern ist es wahrscheinlich auch, und ich habe noch heute mit dem schlechten Gewissen zu kämpfen, dass ich mich einfach nur auf Michael, mein Team (um das ich mir natürlich große Sorgen gemacht habe) und mich selbst konzentriert und alles andere einfach ausgeblendet habe. Aber ich kann die Zeit nun mal nicht zurückdrehen ... Was nach dem Beben folgte, war dann eine ziemliche Odyssee und ich wünschte, niemand auf der Welt müsste so etwas jemals mitmachen. Es begann damit, dass plötzlich 2 Nepalis von Michael’s Agentur vor uns standen, um ihn abzuholen. In dem Moment haben wir die Welt nicht mehr verstanden ... das schlimmste Erdbeben seit 80 Jahren war gerade einmal 2 Stunden vorbei und die beiden hatten nichts wichtigeres zu tun, als ihrem Job nachzugehen und Michael zum Flughafen zu bringen. Unglaublich! Nach einigen Diskussionen haben wir uns dann dazu entschieden, beide mit zum Flughafen zu fahren, auch wenn mein Flug ja eigentlich erst am folgenden Abend gehen sollte. Aber ganz ehrlich ... ich wollte so nah wie möglich an irgendeinem Flugzeug sein. Auch wenn das hieß, womöglich am Flughafen zu übernachten. Das war mir völlig egal ... Dummerweise war aber noch mein komplettes Gepäck und sämtliche Wertsachen in meinem Hotelzimmer. Also überredeten wir einen Angestellten, mit uns zusammen ins Hotel zu gehen (was eigentlich verboten war), um meine Sachen zu holen. Im Nachhinein kann ich darüber eigentlich nur den Kopf schütteln ... dieses Unternehmen war sowas von riskant *puh* und ich will gar nicht wissen, wie hoch mein Adrenalinspiegel zu diesem Zeitpunkt war. Zum Glück ist aber alles gut gegangen und bis auf die Sachen aus dem Badezimmer habe ich tatsächlich alles mitnehmen können. Die beiden Agenturmitarbeiter haben uns dann ins Auto verfrachtet und zum Flughafen gefahren. Auf der Fahrt ist uns dann so richtig klar geworden, wie heftig das Beben tatsächlich war. Überall zerstörte Häuser und Straßen, Tausende von Menschen auf den Straßen, die sich alle nicht mehr zurück in die Häuser getraut haben ... und dann ständig diese Nachbeben. Anfangs noch im Stundentakt, später dann so alle 2-3 Stunden. Am Flughafen angekommen war dann aber relativ schnell klar, dass hier heute nichts mehr gehen würde. Michael’s Flug wurde auf unbestimmte Zeit verschoben und es konnte niemand wirklich darüber Auskunft geben, wie es hier weitergehen würde. Nachdem Michael die Nummer eines Etihad-Mitarbeiters bekommen hatte, den er später kontaktieren sollte, wurden wir von der Agentur erstmal ins Summerhill House gebracht. Das ist eine kleine Lodge auf einem Hügel in Lalitpur, in der Michael vor Beginn seiner Trekkingtour übernachtet hatte. Die Inhaber haben uns zum Glück auch direkt aufgenommen, so dass wir erst einmal sicher waren. Den restlichen Abend haben wir dann abwechselnd am Telefon und im Garten verbracht. Kaum jemand hat sich überhaupt noch in irgendwelchen Gebäuden aufgehalten, allerdings war es auch draußen nicht wirklich besser. Denn was viele Menschen nicht wissen ... nach einem Erdbeben diesen Ausmaßes gibt es nicht nur in regelmäßigen Abständen größere und kleinere Nachbeben, sondern die Erde selbst steht einfach nicht still. Keine einzige Sekunde lang. Es wackelt in einer Tour unter den Füßen ... natürlich nur minimal, aber schon nach ein paar Stunden macht einen das echt wahnsinnig. Ich habe irgendwann in der Nacht mit Michael draußen im Garten gesessen und nur gefragt: “Kann sich dieser verdammte Boden bitte nur eine Stunde lang einfach mal nicht bewegen???” An Schlaf war in dieser Nacht jedenfalls kaum zu denken ... ab und zu haben wir uns zwar mal auf’s Bett gelegt, aber man muss halt bei jedem Nachbeben sofort wieder raus. Dementsprechend fertig waren wir auch am nächsten Morgen, aber es half ja alles nichts. Wir mussten weiter kämpfen, um irgendwie nach hause zu kommen. Den Vormittag verbrachten wir dann wieder abwechselnd am Telefon und im Garten bis endlich die Meldung von Etihad kam, dass Michael’s Flug heute rausgehen würde. Also haben wir uns gegen 12 Uhr zum Flughafen bringen lassen und uns dort in das nächste Chaos gestürzt. Allein um in den Flughafen reinzukommen haben wir über 2 Stunden gebraucht. Und während wir draußen in der Schlange standen, kam dann auch noch ein großes Nachbeben von 6,9, bei dem zum Glück am Flughafen aber nichts weiter passiert ist. Im Flughafen selber ließ das Chaos nicht nach ... im Gegensatz zu mir, konnte Michael recht schnell einchecken und hat sich gegen 15 Uhr in die Abflughalle begeben, wo ich ihn später treffen sollte. Doch dazu kam es nicht mehr ... nach geschlagenen 7 Stunden in der Schlange stehen, wurden die Schalter direkt vor meiner Nase geschlossen. Die Aussage von Etihad: An diesem Abend würde keine Etihad-Maschine mehr landen können und somit mein Flug nicht mehr rausgehen. Und da stand ich also ... mutterseelenallein, mit gefühlten 200kg Gepäck und nicht mal ansatzweise einer Idee, was ich nun machen sollte. Mein erster Gedanke war: Hock Dich hier irgendwo in eine Ecke und sitz das aus. Dann wurde uns aber mitgeteilt, dass das Flughafengebäude um 0 Uhr geräumt und dicht gemacht wird. Zweiter Gedanke: Kein Problem, dann übernachte ich einfach vor dem Flughafen. Ich habe ja schließlich Schlafsack, Isomatte und sonstiges dabei. Und dann komme ich aus dem Flughafen raus und was ist? Es schüttet wie aus Eimern! Das durfte doch nicht wahr sein ... und natürlich waren alle überdachten Plätze rund um den Flughafen schon komplett belegt. Kurz bevor sich jedoch die Panik in mir ausbreiten konnte, hatte ich dann zum Glück doch noch eine Idee. Geistesgegenwärtig hatte ich nämlich eine Visitenkarte vom Summerhill House eingesteckt, bevor wir zum Flughafen aufgebrochen sind. Und da habe ich direkt angerufen und gefragt, ob sie mich noch eine weitere Nacht unterbringen können. Der Inhaber sagte sofort, ich solle mich ins Taxi setzen und hinbringen lassen. Das wär gar kein Problem. Also hab ich mir ein Taxi (oder was auch immer) gesucht und mich dabei noch schön über den Tisch ziehen lassen (30€ statt $10 für die Fahrt), aber das war mir herzlich egal. Ich wollte einfach nur irgendwohin, wo ich für die Nacht sicher unterkommen konnte. Die Inhaber haben mich wie schon beim ersten Mal sehr nett empfangen und mir auch noch zu so später Stunde etwas zum Essen gegeben, von dem ich aber so gut wie nichts runterbekommen habe. Die anschließende Nacht war dann wieder geprägt von Nachbeben, ständigem vor die Tür rennen, nicht schlafen können und dem Gedanken “wie komme ich bloß hier weg”. Und das schlimmste war für mich, dass ich komplett alleine war. Eigentlich habe ich damit überhaupt kein Problem, aber in solchen Situationen sieht das anders aus. Da will man einfach jemanden bei sich haben, den man kennt, mit dem man sich austauschen und die Ängste teilen kann ... Am nächsten Morgen ging es dann um halb 8 direkt wieder zurück zum Flughafen. Draußen ging es dieses Mal zum Glück etwas gesitteter zu, aber drinnen war das Chaos umso größer. Trotzdem habe ich es irgendwie geschafft, recht schnell einzuchecken, so dass ich gegen 12 Uhr schlussendlich schon durch den Sicherheitscheck und in die Abflughalle gehen konnte. Bis dahin dachte ich nicht, dass es überhaupt noch schlimmer werden konnte, aber beim Betreten der Abflughalle musste ich mich eines Besseren belehren lassen. Unfassbar, wie viele Menschen dort auf die Flüge warteten. Man hatte kaum noch Platz zum Laufen und ich habe mich dann auch irgendwann einfach mit meinen Plörren auf den Boden gehockt. Dazu muss man sagen, dass der Flughafen in Kathmandu insgesamt nur 5 Gates und eine einzige Start- bzw. Landebahn besitzt. Und diese hatte ich genau im Blick ... geschlagene 10 Stunden lang. Ich kann bis heute nicht glauben, dass ich in der Zeit nicht völlig durchgedreht bin ... stattdessen habe ich wohl gelernt, einfach nur still auf einem Fleck zu sitzen. Da saß ich nun also und habe bei jeder landenden Maschine (also so 1x pro Stunde) einfach nur gebetet, dass es eine Etihad-Maschine ist. Zwischenzeitlich wurde ich von meiner Familie und Freunden auch per SMS auf dem Laufenden gehalten ... “Deine Maschine ist gerade gelandet.” “Nein, hier ist nichts gelandet.” “Jetzt müsste sie aber gelandet sein.” “Nö, hier tut sich nichts.” Und so ging das halt 10 Stunden lang ... denn natürlich saßen zuhause alle vor dem Rechner, um mich über den Status meines Flugs zu informieren. Am Flughafen selbst hat man nämlich überhaupt keine Informationen erhalten. Niemand wusste, wann und ob überhaupt ein Flug rausgehen würde. Gegen 20 Uhr landete dann endlich die ersehnte Etihad-Maschine und keine 30 Minuten später, begann auch schon das Boarding für meinen Flug. Weitere 30 Minuten später hob die Maschine dann mit Ziel Abu Dhabi ab und das war das erste und wohl einzige Mal, dass ich erlebt habe, wie ein komplettes Flugzeug beim Abheben (!) applaudierte. Und das sprach mir auch sprichwörtlich aus der Seele ... in dem Moment, in dem die Maschine abhob, fiel die ganze Anspannung der letzten Tage ab. So war es auch nicht verwunderlich, dass ich kurz nach dem Essen direkt eingeschlafen und erst kurz vor Abu Dhabi wieder aufgewacht bin. In Abu Dhabi musste es dann aber schnell gehen, da mein Anschlussflug durch die Verspätung der Maschine aus Kathmandu in Gefahr war. Also raus aus dem Flieger, ab zum Duty Free, schnell was einkaufen, dann direkt in die Business Lounge, kurz verschnaufen und etwas trinken und dann los zum nächsten Boarding. Ich hab es sogar tatsächlich pünktlich geschafft. Und dann? Sagt mir die Dame am Boarding: “Tut mir leid, sie wurden aus dem Flug ausgecheckt, weil nicht sicher war, ob es die Maschine aus Kathmandu rechtzeitig schaffen würde. Wir können Sie leider nicht mitnehmen!” In dem Moment musste ich mich dann mal wirklich zusammenreißen ... am liebsten wär ich komplett ausgetickt. Stattdessen habe ich versucht, die Dame zu überzeugen, mich doch bitte mitfliegen zu lassen, aber keine Chance. Ich sollte zurück in die Business Lounge gehen und dort mit den Mitarbeitern von Etihad sprechen. Naja, was anderes blieb mir ja wohl nicht übrig ... also wieder zurück in die Lounge und beim Schildern meiner Geschichte, bin ich dann doch etwas zusammengebrochen, weil das einfach alles zu viel war. Die Dame von Etihad hat mich dann aber wieder etwas beruhigt und sich anschließend um alles gekümmert, meinen neuen Flug organisiert, mich in den Massagesalon verfrachtet und dafür gesorgt, dass ich eine einigermaßen ruhige Nacht in der Business Lounge verbringen konnte. Schlussendlich bin ich dann gegen halb 9 morgens mit Air Berlin Richtung Düsseldorf abgeflogen. Nachdem der Chef-Steward erfahren hatte, dass ich gerade aus Nepal kam, gab’s für mich auch noch direkt eine Sonderbehandlung. Ich hatte die Doppelkabine hinten in der Business Class für mich alleine, wurde mit Decken und Kissen versorgt, die Rollos wurden heruntergelassen und so konnte ich den kompletten Flug durchschlafen, wofür ich echt dankbar war. Und so ging meine Reise dann mit der Landung in Düsseldorf um 13.20 Uhr Ortszeit endlich zu Ende. Zusammenfassend kann ich mittlerweile sagen: Ich habe mir einen Traum verwirklicht, der sich zum Alptraum entwickelt hat. Und trotzdem hatte ich eine unglaubliche Zeit, habe so viel erlebt - Gutes wie Schlechtes -, habe tolle Menschen kennengelernt, viel über mich selbst gelernt, völlig unwirkliche Landschaften gesehen, bin dem Everest so nahe gewesen wie ich es nie für möglich gehalten hätte, habe ein beginnendes Höhenhirnödem besiegt und das schlimmste Erdbeben seit 80 Jahren in Nepal mit- und insbesondere überlebt. Ich bin trotz aller Widrigkeiten froh, diese Reise gemacht zu haben. Und wer weiß? Vielleicht sieht mich der Himalaya ja doch noch mal wieder ... irgendwann ... ;o) Und nun bleibt nur noch eins ... mich bei den Menschen, die mich in der ganzen Zeit begleitet und unterstützt haben, zu bedanken: - bei meinen Eltern, meinem Bruder & der restlichen Familie ... dafür, dass ihr trotz eurer Angst immer an mich geglaubt und mich unterstützt habt ... es tut mir unendlich leid, dass ich euch gerade während des Erdbebens so viele Sorgen bereitet habe! - bei Bocki und Britta ... dafür, dass ihr speziell in den Tagen nach dem Beben auf die Entfernung dafür gesorgt habt, dass ich nicht komplett durchdrehe ... und dafür, dass ihr mir so viel Kraft gegeben habt, die Tage und Nächte durchzustehen - bei Stephan und dem gesamten Team von Bewegungsfelder ... dafür, dass ihr mich so gut es ging auf die Tour vorbereitet habt ... ohne euch hätte ich es niemals ins BC geschafft - bei Aggi ... dafür, dass Du immer wieder dafür gesorgt hast, dass ich an mich selbst glaube, und Du sogar aufgeregter warst als ich selbst - bei Michael ... einfach dafür, dass Du da warst ... ohne Dich wäre ich aufgeschmissen gewesen - bei Andreas & Dirk ... dafür, dass ihr während der Tour auf mich aufgepasst habt und ich mit euch immer was zu lachen hatte ... und natürlich dafür, dass ihr mich bei meinem Zusammenbruch aufgefangen und versorgt habt - bei David ... dafür, dass Du der beste Bergführer der Welt bist und mich in meiner Entscheidung, zurück nach Kathmandu zu fahren, bestärkt hast - bei Mark, Frances & Kleo ... dafür, dass ihr mich zurück nach Kathmandu begleitet habt und für die lustigen Stunden, die wir gemeinsam verbringen durften - bei Basia ... dafür, dass Du einfach ein herzensguter Mensch bist, und natürlich auch für die entspannende Meditation im Basecamp - bei Adam ... dafür, dass Du bist wie Du bist - einfach verrückt und liebenswert - bei KJ ... dafür, dass Du die coolste Flip-Flop-Trekkerin der Welt bist - wooo girls say wooo - beim meinem restlichen Team .... dafür, dass ihr alle ganz tolle Menschen seid und es mir eine Ehre war, den Weg mit euch zusammen gehen zu dürfen - bei den Sherpas ... dafür, dass ihr einen unfassbaren Job macht und dabei immer gute Laune habt - bei allen meinen Freunden ... dafür, dass ihr immer an mich glaubt und mich in dem unterstützt, was ich tue - bei Christian ... dafür, dass Du mir die nötige Ausdauer in Deinem Kurs verpasst hast - bei Pierre ... dafür, dass Du mir im wahrsten Sinne des Wortes den Rücken gestärkt hast - bei meinem Arbeitgeber ... dafür, dass Sie mir die Reise ermöglicht und mich auch nach dem Erdbeben unterstützt haben Leider kann ich hier nicht jeden namentlich erwähnen ... es soll sich aber bitte jeder angesprochen fühlen, der mich unterstützt, meinen Weg verfolgt oder an mich gedacht hat. Ohne euch hätte ich das alles nicht geschafft! Und mit diesen Worten verabschiede ich mich nun von diesem Blog. Aber keine Sorge, das nächste Ziel (diesmal eine etwas andere Art von Abenteuer) ist schon fest im Blick und dazu wird es wohl auch wieder einen Blog geben ;o). Namaste, Eure JIni







