I say this as both an author and someone who has been in fandom for a long time (15+ years): I do not trust the AO3 'Claude AI detector' skin. In fact, I will never trust any future "proof of AI" tools. Why? Because it's impossible to 100% know if someone used AI in any capacity.
I am anti-genAI, especially in creative fandom spaces, but I'm even bigger against witch hunts and harassment. Because that's all what this "exposed authors" document list (and future lists) is going to do. It doesn't matter if there's a big disclaimer about NOT attacking the people listed. The internet will do what the internet does nowadays and backstab anyone they deem unworthy, especially toward ones that they've been given the greenlight to attack.
The obsession and paranoia about wanting to make sure that every single fandom creation is not made with AI is, quite frankly, getting out of fucking hand. No, I don't want to read AI works. But I don't have enough time in the day or much less the ability to care about checking. If I suspect something is amiss, I'll just do the fandom of old: Don't Like, Don't Read. Don't Like? Don't Engage. Hit the back button.
No one owes anything to anyone. No photo proof. No video proof. No screenshots or anything else.
Lastly: Instead of calling out authors who might be using AI to help them create, why not encourage the use of non-AI resources? Writers Helping Writers. An old fashioned thesaurus. Word Hippo. And so much more that is out there, which some people may not even be aware about.
Non-native German speakers will never understand the primal urge to shout "WARUM HAST DU NICHTS GELERNT" whenever we come across the word "Junge" isolated and by itself
Hola, Doomers! Ask and thou shalt receive: here be the June of Doom 2026 prompt list for all your doomsday planning! All the good stuff's below the cut!
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What the heck's a June of Doom?
This is a month-long prompt challenge/ list/ event/ thing that focuses on whump, angst, hurt/ comfort, and the like. Despite the air of doom it exudes, this challenge is very relaxed—your mod knows life happens but you still want to be part of your fandom(s), and sometimes you can't just sit down 30 days in a row to write/ art/ create. So, this list is out stupid early every year so you have the chance to prepare and particiapte! It's never too soon to Doom!
Rules
Tag your stuff with appropriate warnings, plzkthnx.
AI-created content is highly discouraged and frowned upon. I have no way of "checking", but I respect the time and effort people put into their crafts and encourage everyone to do the same. This isn't a contest for best written or prettiest art — it's a challenge, so challenge yourself.
Be cool. We're cool here. Don't like, don't read. Don't start none, won't be none. If you don't have anything nice to say, don't say it. Let people be happy. 💕 (But if someone's comin' at you within the confines of this challenge, let me know ASAP.)
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You can participate with original and fan works!
You can do so with whatever medium you want!
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You can start/ finish this challenge whenever the heck you want! And I'll reblog it here if you tag the blog, even if it's not June!
You can use one, some, or all of the prompts listed for a given day however you want! The point is to be creative!
You can mix and match prompts from different days!
If nothing on a certain day is inspiring you, there are 15 alternate prompts this year consisting of last year's most popular prompts!
Angst, hurt/comfort, and lighter/funnier forms of whump are welcomed and encouraged! Torture takes many forms! :)
I'll post reminders and such as we get closer!
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Ich kann das erklären, wollte Schalavsky sagen, doch die Worte blieben ihm im Hals stecken. Denn eigentlich konnte er das ja nicht wirklich: Er war in einem fremden Haus, in einer ihm kaum bekannten Stadt, bei einem Inspector, der momentan unauffindbar war.
Teil 2 (Teil 1 hier). Schalavsky wacht am Morgen nicht in seinem Bett auf und frühstückt daraufhin mit der Schwester des Inspectors. Er ist darüber sehr verwirrt.
(TW: Es wird kurz in einer Erinnerung der Tod eines Tieres erwähnt)
Schalavsky wurde von einem schabenden Geräusch geweckt. Verwirrt blinzelte er und stöhnte sogleich auf. Sein Kopf dröhnte unangenehm und sein Mund fühlte sich fusselig an. Er wollte schon instinktiv zu seiner rechten greifen, um den Wecker auszuschalten, doch er ertastete dort bloss Stoff. Er blinzelte noch einmal und setzte sich etwas groggy auf.
Er wurde sich zweierlei bewusst: Erstens, dass er ganz sicherlich nicht in seinem etwas muffigen Motel aufgewacht war, mit der Klimaanlage, die knackte wie aus dem vorigen Jahrhundert.
Und zweitens: Er trug keine Kleider.
Als hätte diese Erkenntnis den Staudamm der Erinnerung in seinem Kopf zum bersten gebracht, überflutete in die Erinnerung an die vorige Nacht. Wie Cotta ihn hinter der Bar geküsst hatte und er ihn. Wie der Inspector ihn zwischen Küssen gefragt hatte, ob er nicht doch zu ihm nach Hause kommen möchte.
Ich kann doch nicht verantworten, dass du in dein Motel zurückfährst, hatte Cotta ihm ins Ohr geraunt. Die Matratzen dort sind so unbequem. Da ruinierst du dir noch den Rücken.
Schalavsky spürte, wie seine Ohren rot wurden. Er hatte natürlich ja gesagt, schliesslich war es kein kleiner Teil von ihm, der diese Frage von Cotta herbeigesehnt hatte. Apropos Cotta…
Der Kommissar blickte zur Seite. Doch die andere, rechte Bettseite war leer. Nur das zerwühlte Bettzeug zeigte, dass dort ebenfalls jemand geschlafen hatte und sich Schalavsky letzte Nacht nicht nur eingebildet hatte. Obwohl, um sich die Ereignisse der vorherigen Nacht vorzustellen, brauchte es jemanden mit mehr Fantasie, als Schalavsky sie besass. Seine Ohren wurden noch etwas röter.
Das kratzende Geräusch brachte ihn wieder in das Hier und Jetzt zurück. Etwas irritiert blickte Schalavsky zu der Tür, von der das Geräusch kam. Zögerlich stand er auf und sammelte dann hastig seine Kleider vom Boden auf. Jedoch konnte er sein Hemd nicht finden und Schalavsky hatte die vage Ahnung, dass das irgendwo im Gang lag. Etwas beschämt bediente er sich am Schrank in der Ecke und zog ein T-Shirt hervor, das er sich hastig über den Kopf zog. Dann ging er zu der Tür, an der mittlerweile mit Nachdruck gekratzt wurde.
Er öffnete sie und sah… Nichts.
Irritiert blickte er auf die weisse Wand des Gangs, bis ein anklagendes ‘Miau’ ihn dazu brachte, den Blick zu senken.
Vor ihm auf dem Boden sass eine rote Katze. Irgendwie schaffte sie es, kritisch zu ihm aufzublicken und Schalavsky fühlte sich gemustert. Der Kommissar blinzelte. Dann noch einmal. Die Katze starrte ihn unentwegt aus bernsteinfarbenen Augen an. “…Hallo”, sagte er schliesslich, denn das schien ihm besser als die drückende Stille.
Die Katze würdigte diese unbeholfene Kontaktaufnahme mit einem erneuten Miauen, erhob sich auf alle viere, streckte sich ausgiebig und strich ihm dann schnurrend um die Beine.
Schalavsky wusste nicht genau, was er jetzt tun sollte. Seine Erfahrung mit Tieren war limitiert. Als Kinder hatten er und seine Geschwister zwar die Eltern um einen Hund oder eine Katze angefleht, doch dieser Wunsch war unerfüllt geblieben. Nur einmal hatten sie von einem Nachbaren ein weisses Kätzchen geschenkt bekommen, als dessen Katze unerwartet Junge geworfen hatte. Die Kinder waren überglücklich gewesen und hatten das kleine Kätzchen sofort in ihr Herz geschlossen. Doch sie hatten sich noch nicht einmal auf einen Namen einigen können, da hatte ein Auto das Leben des Kätzchens beendet.
Seine jüngeren Geschwister hatten geweint. Schalavsky erinnerte sich daran, dass er versucht hatte, sie so gut es geht zu trösten, seine eigenen Tränen verzweifelt zurückhaltend. Denn jemand musste einen kühlen Kopf bewahren.
Schliesslich hatte er als Ältester das kleine Tierchen alleine im Garten beerdigt und mit nassen Wangen Flöckchen in ein Stück Holz geritzt, denn es kam ihm falsch vor, das Kätzchen ohne Namen zu beerdigen. Es war das Mindeste, was er tun konnte. Schliesslich hatte er das Kätzchen nicht vor dem Auto beschützen können.
Er schluckte den Kloss herunter, der sich bei dieser Erinnerung in seinem Hals gebildet hatte, und ging in die Hocke. Er kraulte die Katze vorsichtig hinter dem Ohr, die ihm schnurrend den Kopf gegen die Hand drückte. Schalavsky lächelte und streichelte die Katze etwas mutiger.
“Bubbles?”, erklang da eine Stimme. “Bubbles, wo steckst du?” Schalavsky erstarrte. Doch noch bevor er hätte reagieren können, bog eine Frau um die Ecke. Augenblicklich blieb sie stehen.
Für eine Sekunde starrten sich die beiden einfach nur an. Ich kann das erklären, wollte Schalavsky sagen, doch die Worte blieben ihm im Hals stecken. Denn eigentlich konnte er das ja nicht wirklich: Er war in einem fremden Haus, in einer ihm kaum bekannten Stadt, bei einem Inspector, der momentan unauffindbar war.
Schalavsky spannte sich in Erwartung eines panischen Schreis an (oder noch schlimmer, einer Ladung Pfefferspray im Gesicht), doch zu seiner grenzenlosen Überraschung zog ein Lächeln an den Mundwinkeln der Frau.
“Ah, Sie müssen Herr Schalavsky sein”, sagte sie. “Ich bin Caroline Cotta.”
“Oh”, machte Schalavsky perplex. Caroline Cotta? War das etwa die Frau des Inspectors? Seine Gedanken rasten und ihm wurde heiss und kalt zugleich. Einen Ring hatte der Inspector nicht getragen, das hatte Schalavsky schon bei ihrem ersten Treffen bemerkt. Doch das musste nichts heissen, Schalavsky kannte genug Geschichten von Leuten, die den Ring ablegten, aus dem einen oder anderen Grund. War Cotta etwa einer derjenigen, die Zuhause eine Ehefrau hatten, sich aber eigentlich zu Männern hingezogen fühlten? Zutrauen würde Schalavsky Cotta diese Art von Selbstverleumdung nicht. Doch was wusste er schon, kannte er den Inspector doch erst seit weniger als zwei Wochen. Caroline lächelte jedoch immer noch.
“Mein Bruder hat mir schon geschrieben, dass er sie eingeladen hat.”
Bruder. Noch nie war Schalavsky so erleichtert darüber gewesen, dieses Wort zu hören. Ein wahres Gebrige fiel ihm vom Herzen und er tat einen befreiten Atemzug darüber, dass er während seinem Amerikaaufenthalt nicht zu einem unbewussten Ehezerstörer geworden war. Jetzt wo er darüber nachdachte erinnerte er sich auch daran, dass Cotta beiläufig erwähnt hatte, er wohne mit seiner Schwester zusammen. Stimmt, Schalavsky hatte nämlich kurz darüber sinniert, dass er heidenfroh war, nicht mehr mit seinen Geschwistern unter einem Dach zu leben.
Endlich besann er sich seiner Manieren und beeilte sich, aufzustehen. “Klaus Schalavsky”, sagte er und streckte Caroline die Hand entgegen. “Sehr erfreut.”
Caroline schüttelte seine Hand und obwohl ihr Gesicht immer noch freundlich war, musterte sie den Kommissar doch ausführlich. Dieser Blick war so ähnlich wie der ihres Bruders, dass Schalavsky sich unwillkürlich wie auf dem Seziertisch fühlte. Ihr Blick blieb an seinem T-Shirt hängen. Schalavsky wurde siedend heiss bewusst, dass es das ihres Bruders war und sein eigenes Hemd vielleicht von Caroline auf dem Weg bereits erspäht worden war. Er wagte selbst einen kurzen Blick nach unten und musste ein Stöhnen unterdrücken.
Rocky Beach Police Department prangte ihm auf der Brust. Eine resignierte Verzweiflung breitete sich in Schalavsky aus. Konnte er noch mehr Pech haben? Wenn Caroline auch nur annähernd die Kombinationsgabe ihres Bruders besass – und ihr forschender Blick legte das nahe – müsste sie schon mentale Weitsprünge machen, um nicht eins und eins zusammenzuzählen.
Caroline kommentierte das Shirt jedoch nicht. Stattdessen blickte sie kurz zu der Katze – Bubbles – hinunter, die immer noch sanft Schalavskys Schienbein mit ihrem Kopf anstupste.
Als sie wieder hochsah, lächelte sie.
“Scheint so, als ob er Hunger hat. Und ich hoffe, Sie auch!”
So fand sich Schalavsky schliesslich etwas peinlich berührt an einem Frühstückstisch sitzend wieder, eine Tasse Kaffee vor sich, während Caroline Cotta fröhlich pfeifend am Herd stand und Rührei machte.
“Sicher, dass ich nicht helfen kann?”, fragte Schalavsky zögerlich, obwohl seine bescheidenen Kochkünste garantiert keinerlei Unterstützung wären. Caroline schnalzte dementsprechend auch missbilligend mit der Zunge, als ob sie dies ahnen würde.
“Unsinn!”, sagte sie resolut und schnappte sich ein Stück Brot aus dem Toaster. “Sie sitzen! Wo kämen wir denn da hin, wenn Gäste sich noch selbst Frühstück machen müssen? Schlimm genug, dass mein Gentleman von Bruder nicht hier ist, um seinen Gast selbst in Empfang zu nehmen, sondern nicht auf seinen Morgenlauf verzichten kann.”
“Aha”, machte Schalavsky. Irgendwie war er auch erleichtert darüber, dass Cotta nicht aus Scham über die vergangene Nacht ausser Haus war, sondern einfach seiner üblichen Routine nachging. Das hatte etwas… normales. Vertrautes. Gleichzeitig ertappte Schalavsky sich auch bei dem Gedanken, ob Cotta das öfter machte und Caroline es sich gewohnt war, fremde Männer in dem gemeinsamen Haus anzutreffen. Verwundern würde es ihn nicht, so gut wie Cotta aussah. Da war Schalavsky wohl nicht der einzige, der gerne einer Einladung des Inspectors folgte.
Bevor er diesen etwas ernüchternden Gedanken weiter verfolgen konnte, stellte Caroline ihm einen Teller mit Toast, Rührei und Speck hin.
“Danke vielmals”, sagte Schalavsky. Caroline schenkte ihm ein Lächeln und setzte sich mit ihrem eigenen Teller ihm gegenüber.
“Soll niemand etwas über die Amerikanische Gastfreundschaft sagen! Sie sind aus Deutschland, oder?”
Schalavsky nickte und beeilte sich, das Mundvoll Rührei mit Kaffee herunterzuspülen. “Bin ich, aus…”, er nannte den Namen der Millionenstadt und Caroline nickte.
“Mein Bruder hat erzählt, dass er einen Gast erwartet. Aber war das nicht ursprünglich ein Herr… Glocke?”
“Glockner”, korrigierte Schalavsky. “Wäre er. Aber er konnte nicht kommen. Deshalb bin ich jetzt hier.”
Caroline lächelte und Schalavsky meinte, ein verschlagenes Blitzen in ihren Augen zu sehen. “Na, ich glaube meinem Bruder ist das auch nur Recht.”
Schalavsky wusste nicht ganz, was er daraufhin antworten sollte, weshalb er sich noch etwas mehr Rührei in den Mund schaufelte. “Schmeckt ausgezeichnet!”
Caroline wirkte zufrieden und zeigte mit der Gabel auf ihn. “Dankeschön”, sagte sie. “Endlich mal jemand, der gute Küche zu schätzen weiss!”
“Tut das Ihr Bruder nicht?”
“Oh doch, er kocht sogar recht gut! Wenn er vor lauter Arbeit denn dazu kommt. Aber davon können Sie wohl auch ein Liedchen singen, oder läuft das in Deutschland anders ab?”
Schalavsky gestattete sich ein feines Lächeln. “Wohl kaum”, murmelte er und trank noch einen Schluck Kaffee. Der schmeckte für seinen Geschmack zwar etwas wässrig, doch Schalavsky würde sich davor hüten, etwas zu sagen. So viel Anstand hatte er dann doch noch, obwohl er schon mehrfach als etwas ruppig bezeichnet worden war. “Ich bin im Dezernat für Schwerverbrechen. Und in unserer Stadt leben mehr als eine Million Leute. Da haben wir immer etwas zu tun.”
Caroline pfiff durch die Zähne. “Fast wie Los Angeles. Da lob ich mir unser Küstenstädtchen, da geht es manchmal etwas ruhiger zu.”
Schalavsky hob eine Augenbraue. “Tatsächlich? Da habe ich von Ihrem Bruder aber etwas anderes gehört.”
Caroline lachte und in diesem Moment ähnelte sie ihrem Bruder so sehr, dass Schalavsky zweimal blinzeln musste. “Ach, dann hat er Ihnen von den drei Fragezeichen erzählt?”
Genau, drei Fragezeichen, das wars. Schalavsky nickte, doch bevor er Caroline darüber aufklären konnte, dass er sich mit einem ähnlichen Quartett herumschlagen durfte, hörte er, wie die Haustür geöffnet wurde. Sofort merkte Bubbles, der sich nach seinem Fressen auf dem Fenstersims niedergelassen hatte, auf und sprang herunter. Laut miauend rannte er zu der Tür.
“Hallo Bubbles”, hörte Schalavsky Cottas Stimme. “Hast du Hunger?”
“Glaub ihm das ja nicht!”, rief Caroline laut. “Ich habe ihm schon Futter gegeben.”
“Caroline? Du bist daheim?”
Cotta kam in die Küche und wirkte etwas verwirrt. Da fiel sein Blick auf Schalavsky und er schenkte dem Kommissar ein Lächeln, das Schalavsky wärmte wie Sonne im Februar, bevor er sich an seine Schwester wandte. “Ich dachte, du bist bei Monique.”
“Bin ich eigentlich auch”, flötete seine Schwester. “Ich wollte bloss schnell ein paar Dinge holen, weil wir noch wegfahren wollen. Aber dann hab ich deinen Gast –“, sie machte bei diesen Worten eine vage Bewegung Richtung Schalavsky, “ganz allein angetroffen und musste ihm beweisen, dass wenigstens vereinzelte Mitglieder der Cotta Familie eine ordentliche Erziehung genossen haben.”
Cotta hob etwas beschämt die Schultern und fuhr sich über die Wange, was ein kratzendes Geräusch machte. “Tut mir Leid”, sagte er zu Schalavsky gewandt. “Aber ich geh halt morgens meistens noch schnell raus. Und da… Naja…”
“Schon gut”, beeilte sich Schalavsky zu sagen. Er wusste nicht, was er sonst noch sagen sollte, weshalb er stumm blieb.
“So”, sagte Cotta in einem beiläufigen Plauderton. “Gut geschlafen?”
Schalavsky räusperte sich diskret. “Ganz okay. Selber?”
“Ja, alles gut.”
Caroline sah zunächst ihren Bruder an, dann den Kommissar. Wieder war da etwas in ihrem Blick, das Schalavsky nicht richtig deuten konnte. Schliesslich blickte sie auf ihr Handgelenk und schnappte überrascht nach Luft.
“Oh, schon so spät, ich muss los, sonst wird Monique noch ungeduldig. Ich habe heute meinen grosszügigen Tag, deshalb kannst du weiteressen, Cotta. Herr Schalavsky, es hat mich gefreut, Sie kennenzulernen.” Damit stand sie auf, gab dem etwas perplexen Schalavsky über den Tisch hinweg die Hand und schlug ihrem Bruder im Vorbeigehen noch zutraulich auf die Schulter.
Damit war sie dann auch schon verschwunden und nur der Teller und die Tasse mit Kaffee zeigten, dass sie bis vor einigen Augenblicken noch am Tisch gesessen hatte. Das Klicken der Haustür klang in Schalavskys Ohren seltsam final. Erst da fiel dem Kommissar auf, dass Caroline doch gar keine Uhr am Handgelenk getragen hatte.
Der Inspector blickte seiner Schwester noch über die Schulter nach. Er trug knielange Sporthosen und ein graues Tanktop, welches Cotta gerade benutzte, um sich gedankenverloren den Schweiss von der Stirn zu wischen. Schalavsky spürte, wie seine Ohren bei dem Anblick zu brennen begannen und er bemühte sich, Cotta ins Gesicht zu schauen. Kurz schwiegen sie sich an, bevor sich Cotta schliesslich an Carolines Platz setzte. Er trank einen Schluck Kaffee und blickte Schalavsky dann ernst an.
“Tut mir Leid, dass ich nicht da war. Irgendwie… also, ich wollte dir die Option lassen, zu gehen.”
Schalavsky blinzelte. War Cotta die vergangene Nacht vielleicht peinlich? Naja, Schalavsky wusste, dass er nicht eine allzu gute Partie war; ein hagerer Kriminalkommissar mittleren Alters mit leicht besorgniserregender Koffeinsucht und eher aussichtsloser Karriere, weil er immer hinter Glockner zurückstehen würde und der ständig von vier Jugendlichen an der Nase herumgeführt wurde. Da machte man am Morgen danach nicht gerade irgendwelche Freudensprünge.
“Bereust du gestern Nacht?”, fragte er direkt. Cotta sah ihn etwas überrumpelt an.
“Was? Nein! Du etwa?”
Schalavsky schüttelte den Kopf. Obwohl ein Gefühl der Erleichterung durch seinen Körper strömte, konnte er den nagenden Zweifel doch nicht ganz verdrängen. Cotta schien dies zu merken, denn er bemühte sich um ein Lächeln, obwohl es seine Augen nicht ganz erreichte.
“Ich weiss nicht ganz, wie es bei dir ist, aber ich bin mir nicht gewöhnt, zum Frühstück zu bleiben. Oder noch viel weniger, dass jemand bis zum Frühstück bleibt. Du bist der Erste seit langer Zeit, den ich zu mir nach Hause einlade.”
“Oh”, machte Schalavsky. Da war ein seltsames, warmes Gefühl in seiner Brust. Also macht er das doch nicht öfter. “Naja, ob ich wirklich geblieben wäre, weiss ich nicht. Aber deine Schwester hat mich ja fast genötigt.”
Jetzt lachte Cotta und das Geräusch schien die dunklen Wolken in Schalavskys Kopf etwas zu vertreiben. “Ich dachte, sie käme erst gegen Abend wieder”, gab der Inspector etwas beschämt zu. Seine Mundwinkel zuckten. “Da hattest du Glück, dass sie dich nicht attackiert hat.”
Schalavsky lachte, dann erinnerte er sich an etwas. “Moment, mir hat sie gesagt, du hättest ihr geschrieben. Dass du mich eingeladen hast.”
Cotta schien verwirrt. “Was? Ich habe ihr gestern bloss geschrieben, dass wir noch das Ende des Falles feiern.“ Doch kaum hatte der Inspector die Worte ausgesprochen, machte sich Erkenntnis auf seinem Gesicht breit. “Caroline, du Biest”, sagte er, doch es klang nicht wütend, sondern eher anerkennend.
“Was denn?”
“Meine Schwester kennt mich leider etwas zu gut. Und sie kann auch sehr gut eins und eins zusammenzählen.”
Schalavsky war zwar noch nicht sonderlich schlauer, doch Cottas Gehirn schien auf Hochtouren zu laufen. Gedankenverloren rieb er sich über das Kinn, was ein kratzendes Geräusch machte. Schalavsky sah der Geste fasziniert zu.
“Sie wusste wohl ganz genau, dass sie einschreiten musste”, sagte Cotta schliesslich.
“Einschreiten? Aber warum?”
Cotta lächelte und hob die Tasse Kaffee. “Damit wir gemeinsam frühstücken.”
Schalavsky erwiderte sein Lächeln und hob die eigene Tasse Kaffee, um sie gegen Cottas Tasse zu klicken. “Ein Hurra auf deine Schwester in dem Fall.”
Cotta lachte. “Lass sie das aber bloss nicht hören! Sonst bildet sie sich noch etwas darauf ein. Und als guter Bruder darf ich das absolut nicht zulassen.”
Eigentlich hätte es ein schönes, besinnliches Frühstück werden können. Wenn es nicht zehn Minuten später an der Tür geklingelt hätte.
Cotta sah genervt über die Schulter und zog sich hastig das Tanktop wieder über den Kopf. “Wer kann das sein um diese Uhrzeit?”
Schalavsky war ähnlich genervt ob der Störung. “Wenn ich Zuhause wäre, wüsste ich, wer sicher im unpassendsten Moment auftaucht…”, grummelte er leise. Cotta schnaubte amüsiert und stand auf. Schalavsky nahm missmutig noch einen Schluck Kaffee, der mittlerweile auf Raumtemperatur heruntergekühlt war und auch dementsprechend fahl schmeckte.
Er hörte Stimmen von der Tür her und sofort setzte er sich kerzengerade auf. Das konnte doch nicht…
“Wie kommt es, dass Sie nicht auf ihr Handy schauen?”
“Ich habe heute frei, Justus! Und da gestatte ich mir auch mal, nicht erreichbar zu sein.”
“Aber es geht um unseren Freund!”
“Nur die Ruhe, Gaby. Setzen wir uns erst mal, dann erklärt ihr mir in Ruhe, was das Problem ist.”
Schalavsky hatte zwar alle Götter angefleht, an die er sich im Moment erinnern konnte, doch helfen tat es nichts. Cotta kam trotzdem in die Küche, gefolgt von… fünf Jugendlichen?
Doch, da waren Gaby, Karl und Klösschen und auch Justus und Bob. Aber die beiden Peters glänzten mit Abwesenheit, was den Grössendurchschnitt der Gruppe erheblich senkte.
Gaby, Karl und Klösschen, die eifrig auf Cotta eingeplappert hatten, verstummten bei Schalavskys Anblick sogleich.
“Herr Schalavsky”, sagte Gaby, die als erste die Stimme wiedergefunden hatte. “Was machen Sie denn hier?”
“Kommissar Schalavsky”, konterte Schalavsky in der verzweifelten Hoffnung, wenigstens so etwas Würde zu bewahren. Er bemühte sich um ein mürrisches Gesicht, was ihm in der Anwesenheit von TKKG nie sonderlich schwer fiel. “Was habt ihr jetzt schon wieder angestellt?”
Cotta lehnte sich gegen die Küchentheke und verschränkte die Arme vor der Brust. “Das wüsste ich auch gerne.”
Die fünf wechselten einen schnellen Blick, woraufhin sich Justus räusperte. Schalavsky musste sich ein amüsiertes Schnauben verkneifen. Wenn Tim nicht da war, klärte sich die Frage des Wortführers aber schnell.
“Wir brauchen Ihre Hilfe”, sagte Justus. Cotta seufzte und massierte sich die Nasenwurzel.
“Das habe ich schon befürchtet. Also, wo habt ihr herumgeschnüffelt? In den Fängen welcher Verbrecher befinden sich Shaw und Carsten?”
Cotta sagte es zwar sarkastisch, doch die fünf sahen so beschämt aus, dass Schalavsky Schlimmes ahnte. “Naja”, fuhr Justus fort und sah Cotta an. “Genaugenommen in den Fängen Ihrer Kollegen.”
Für einige Sekunden herrschte ungläubige Stille.
“Was?”
“Sie wurden verhaftet.”
“Was?”
Schalavsky rieb sich mit beiden Händen übers Gesicht. Himmelherrgott, fluchte er innerlich. Das durfte doch nicht wahr sein! “Was ist passiert?”, fragte er mühsam beherrscht.
Klösschen schob mit dem Schuh ein paar Krümel auf dem Boden umher und bemühte sich, Schalavskys strengem Blick auszuweichen. “Naja, da war noch die ungeklärte Frage wegen dem zweiten Bild…”
“Die die Polizei im Verlauf der Ermittlungen sicherlich noch geklärt hätte”, unterbrach ihn Cotta streng. Klösschen schluckte leer, woraufhin Karl übernahm.
“Jedenfalls hatten wir die Vermutung, dass Ben das Bild doch bei sich versteckt haben könnte.”
Schalavsky wusste, was als nächstes kommen musste. “Und deshalb wollten Tim und Peter nachsehen.”
Der Blickaustausch von KKG bestätigte ihm, dass er mit seiner Vermutung Recht hatte.
“Lasst mich raten”, sagte Cotta trocken. “Ein paar meiner Kollegen haben die beiden bei dem Einbruchsversuch erwischt und zu einem netten Kaffeekränzchen eingeladen.”
“Also, das weiss ich jetzt-“
“Klösschen, das war nicht ernst gemeint!”
“Oh. Na dann…”
Schalavsky fuhr sich mit beiden Händen durch die Haare, durch die sich mittlerweile schon mehr grau zog als noch vor ein paar Jahren, als er TKKG kennengelernt hatte. Er würde auch vehement behaupten, dass die Kinder daran nicht ganz unschuldig waren.
“Ihr könnt auch nie die Füsse stillhalten!”, lamentierte er und bemühte sich um eine strenge Miene. Er wollte noch einen Schluck Kaffee trinken, bemerkte aber, dass seine Tasse leer war, woraufhin Cotta ihm wortlos seine eigene Tasse hinüberschob. Der Schluck Kaffee beruhigte ihn ein bisschen.
“Bitte, helfen Sie uns!”, flehte Gaby in die Stille hinein. Cotta hob eine Augenbraue, legte den Kopf etwas schief und sah zu Schalavsky hinüber.
“Was meinst du, Nick?”
Eine harmlose Frage, die auf Justus und Bob keine Wirkung hatte, doch Karl, Klösschen und Gaby reagierten wie Jagdhunde, die Witterung aufgenommen hatten.
“Nick?”, wiederholte Klösschen ungläubig und sah Schalavsky aus grossen Augen an. Der Kommissar merkte entsetzt, wie seine Ohren warm wurden.
“Für euch Kommissar Schalavsky”, blaffte er, doch die Wirkung hatte sich bereits entfaltet. Er wurde von den Anwesen gemustert und das Ergebnis war eindeutig: Er trug ein Shirt mit der Aufschrift Rocky Beach Police Department, das ihm an den Schultern schlackerte, er liess sich von Cotta mit Nick anreden, er sass frühmorgens an dessen Frühstückstisch! Es käme schon einem Wunder gleich, wenn die – leider doch sehr cleveren Detektive – nicht die richtigen Schlüsse ziehen würden. Und wenn er den Blickwechsel der fünf so sah, taten sie auch genau das.
Deshalb stand er hastig auf. “Dann machen wir uns doch am Besten auf den Weg und schauen, wie es dem Rest eurer Banden so geht.”
“Ach, und wenn Sie ihr Hemd suchen, ich glaube das liegt auf der Kommode bei der Haustür”, bemerkte Bob beiläufig.