Brauchen wir noch Lehrer, wenn es ChatGPT gibt?
Das ist ein sehr interessantes Thema zum Nachdenken. Viele teilen ihre Lernerfahrungen mit dem ChatGPT. Offensichtlich wird er von der Welt nicht überschätzt. Dieser Chat ist eine Art „Taschenlehrer“ geworden, und wenn ich die Frage beantworten müsste, ob er echte Lehrer ersetzen kann, würde ich sagen: Ja!
Hat meine Meinung euch schockiert? Ich beeile mich, die verletzten Gefühle von Lehrkräften und einfach Gegnern meiner Aussage zu beruhigen. ChatGPT kann den Lernstoff tatsächlich gut erklären, ihn auf verschiedene Arten vermitteln und einen Lernplan erstellen. Aber alles hängt davon ab, was genau man lernen will und wie viel Zeit man dafür aufbringen kann. Ist man bereit, drei Stunden vor dem Bildschirm zu verbringen und mit einem emotionslosen Roboter zum Beispiel Spanisch zu lernen? Anfangs mag das machbar erscheinen, aber der Mensch ist ein soziales Wesen, das sich auch durch Kommunikation mit einem echten Menschen entwickelt – jemandem, der deine Emotionen, deine Stärken und Schwächen nicht nur als Schüler, sondern auch als Persönlichkeit verstehen kann, was ChatGPT absolut nicht leisten kann. Ein Mensch kann dich inspirieren, aufmuntern, unterstützen und aufrichtig loben, während ChatGPT lediglich darauf programmiert ist, taktvoll zu sein – und, seien wir ehrlich, oft übertrieben schmeichelhaft.
Laut Daten der OECD brechen 60 % der Studierenden Onlinekurse ohne einen echten Mentor ab. Bei komplexen Themen wie Medizin oder Recht muss man die Informationen überprüfen, denn ChatGPT kann Fehler machen. Und was ist mit Kindern, die in die erste Klasse kommen und deren Lehrer kein lebendiger Mensch mit Gefühlen, sondern ein trockenes Programm ist? Wie wird sich das auf unsere Gesellschaft auswirken?
Was meinte ich also damit, dass ChatGPT Lehrer ersetzen kann? Schauen wir uns die Vorteile an. Erinnern Sie sich an Ihre Lehrer aus der Schulzeit. Gab es unter ihnen monotone Stimmen? Oder im Gegenteil – schrille, kritische, gereizte Personen, die weder mit Ihren Noten noch mit ihrem eigenen Leben zufrieden waren? Letztere Lehrer fügen Kindern manchmal irreparable Schäden zu: Angstzustände, erlernte Hilflosigkeit, Aggression, Verschlossenheit usw. Interessant ist, dass 40 % der befragten Erwachsenen sich an mindestens einen Lehrer erinnern, dessen Verhalten ihnen psychischen Schaden zugefügt hat (YouGov-Umfrage, 2024). Das ist fast die Hälfte! Ein Programm mit strengem Algorithmus ist dazu nicht in der Lage.
Daraus ziehe ich folgendes Fazit: ChatGPT wird schlechte Lehrer ersetzen, aber gute – niemals. Die Wahl liegt bei euch.
– Kh. Yaroslava












