Potentiale sichtbar machen: Kunsthalle Bremen ist Startchancen-Partner
Mit dem Startchancen-Programm investieren Bund und Länder insgesamt 20 Milliarden Euro in Schulen mit einem hohen Anteil sozioökonomisch benachteiligter Schüler*innen. Bremen erhält bis 2034 jährlich 9,5 Millionen Euro, um den Bildungserfolg von der sozialen Herkunft zu lösen. Die Kunsthalle Bremen ist Partner des Programms und arbeitet mit rund 300 Schüler*innen an 16 Schulen zusammen. Nun präsentiert das Museum die Ergebnisse aus den Projekten dieses Schuljahres.
Seit Herbst 2024 arbeitet die Kunsthalle Bremen als Projektpartner im Startchancen-Programm mit Schulen aus sozioökonomisch benachteiligten Quartieren aus Bremen und Bremerhaven zusammen. Im Rahmen jeweils eines künstlerisch-pädagogischen Moduls tauchten Kinder und Jugendliche der Klassen 1 bis 10 über eine längeren Zeitraum in die Welt der Kunst ein.
Die im aktuellen Schuljahr rund 350 teilnehmenden Kinder und Jugendlichen aus 12 Bremerhavener und Bremer Schulen haben zunächst im Klassenverband die Kunsthalle Bremen besucht und ausgewählte Kunstwerke kennengelernt. Anschließend fanden vor Ort in den jeweiligen Schulen vertiefende Ateliereinheiten statt.
Unter dem Titel KUNST-VOLL² präsentieren die Schüler*innen auch in diesem Jahr vom 26. Juni bis zum 6. September 2026 ihre Projektergebnisse in einer Ausstellung im Südfoyer der Kunsthalle Bremen. Gezeigt werden plastische Objekte, darunter eine Pixelwald-Interpretation und Ton-Skulpturen sowie eine über zehn Meter lange Bilderwand zu den Bremer Stadtmusikanten. Von jedem Kind ist mindestens ein Werk in der Ausstellung vertreten.
Beteiligte Kinder, Jugendliche und ihre Begleitung haben während der gesamten Laufzeit freien Eintritt in die Ausstellung.
Mit der Ausstellung würdigt die Kunsthalle Bremen nicht nur die kreativen Prozesse und Ergebnisse der beteiligten Kinder und Jugendlichen, sondern öffnet den Raum bewusst für die Öffentlichkeit. Die Präsentation steht für einen inklusiven Kulturbegriff und zeigt, wie Museen als Orte gesellschaftlicher Teilhabe wirken.
Ablauf der Zusammenarbeit mit den Schulen
Die teilnehmenden Schüler*innen lernten im Klassenverband zunächst das Museum und ausgewählte Kunstwerke kennen. Anschließend wurden sie im Atelier der Kunsthalle selbst kreativ. Darauf folgten in Halb- und Kleingruppen fünf vertiefende Ateliereinheiten in den jeweiligen Schulen. Die Bedürfnisse der Lerngruppen wurden in einem gemeinsamen künstlerischen Prozess aufgegriffen. Beim Modellieren, Malen oder Experimentieren entwickelten die Schüler*innen Selbstvertrauen, drücken Gefühle aus, nutzen ihre Ressourcen und entfalteten ihre Kreativität.
Pro Gruppe dauerte ein Durchlauf mindestens sechs Wochen. Von Oktober 2025 bis Juni 2026 wurden ingesamt vier Durchläufe angeboten, bei denen parallel mehrere Schulen an dem Programm teilnahmen. Die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen erhielten einen – oft erstmaligen – Zugang zum Kulturort Museum und somit zu kultureller Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe.
Die Ergebnisse des vorherigen Durchlaufs wurden vom 21. Juni bis zum 10. August 2025 in der Kunsthalle Bremen in der Ausstellung "KUNST-VOLL" präsentiert, mit Arbeiten aus 16 Schulen von 319 Schüler*innen zwischen 6 und 16 Jahre.
Kooperationspartner
Folgende Schulen nahmen im Schuljahr 2025/26 an dem Startchancen-Projekt mit der Kunsthalle Bremen teil:
Bremen Gesamtschule West Grundschule Kirchhuchting Neue Grundschule Gröpelingen Oberschule an der Julius-Brecht-Allee Oberschule an der Lehmhorster Straße Schule an der Glockenstraße Schule an der Robinsbalje Schule an der Stichnathstraße Schule im Dillener Quartier
Bremerhaven Grundschule Geestemünde Lutherschule Oberschule am Ernst-Reuter-Platz
Startchancen
Das Startchancenprogramm wird durch eine gemeinsame Investition von Bund und Ländern mit 20 Milliarden Euro über zehn Jahre unterstützt und richtet sich an Schulen mit einem hohen Anteil sozial benachteiligter Schüler*innen. Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg zu verringern und die Bildungsleistung in Deutschland nachhaltig zu steigern. Viele Schüler*innen stehen vor großen gesellschaftlichen Herausforderungen, was sich auch auf das schulische Lernen auswirkt. Die Inhalte des Programms sind in drei Programmsäulen gefasst:
Säule I: Investitionen in eine zeitgemäße und förderliche Lernumgebung.
Säule II: Chancenbudgets für bedarfsgerechte Lösungen in der Schul- und Unterrichtsentwicklung und Kooperationen im Quartier.
Säule III: Personal zur Stärkung multiprofessioneller Teams: Hier geht es vor allem um die Beratung und Unterstützung der Schüler*innen, eine lernförderliche Elternarbeit, die Entwicklung einer positiven Schulkultur.
Das Projekt der Kunsthalle Bremen deckt die Säulen II und III ab.
Mit freundlicher Unterstützung durch den Senator für Kinder und Bildung.
„REMIX“ -ergänzendes Workshop-Angebot für teilnehmende Schulen
Da im Rahmen des Startchancen-Programms nicht alle Schulklassen berücksichtigt werden können, die Interesse an einem Vermittlungsangebot haben, wurden im vergangenen Schuljahr ergänzende Workshops in der Kunsthalle Bremen durchgeführt. Ermöglicht wurde dieses Angebot durch die freundliche Unterstützung von KAEFER. Die Workshopergebnisse werden in digitaler Form im Rahmen der Ausstellung Kunst-Voll² präsentiert.
Fotos: Kunsthalle Bremen














