Veränderungen
26. April 2026
Das Leben besteht immer aus Veränderungen. Und das ist eigentlich auch gar nicht schlimm, sollte man meinen. Veränderungen sind voll normal, ohne Veränderung wäre das Leben unglaublich langweilig und eintönig.
Veränderungen haben halt ein Problem: mich. Wobei ich den Veränderungen wahrscheinlich ziemlich egal bin. Eher ist es so, dass ich Veränderungen nicht ausstehen kann. Am liebsten ist es mir, wenn alles so bleibt, wie es ist und das eigentlich auch für den Rest der Zeit. Aber so wird es nie sein.
Problematisch wird es für mich, wenn sich in meinem Leben alles verändert und ich keinen richtigen Einfluss darauf habe. Da mein Leben eigentlich nur aus arbeiten, essen und schlafen besteht ist es umso schlimmer, wenn sich bei meiner Arbeit etwas ändert.
Mitte letzten Jahres wurde mein Arbeitgeber "verkauft". Seither laufen Umstrukturierungen, jahrelange Kolleginnen und Kollegen gehen, in meinem Tätigkeitsbereich wird vieles unternommen und es ist derzeit nicht absehbar, was das für mich bedeutet. "Sie müssen sich keine Sorgen machen" wurde zu uns gesagt. Und man macht sie sich trotzdem.
Ich hab mich also zu einem sehr radikalen Schritt entschieden: ich bestimme selbst, was sich für mich ändert und wechsle nach acht Jahren meinen Arbeitgeber. Noch mehr, ich bin mittlerweile fast 26 und habe mich dazu entschieden, dass es an der Zeit ist, auf eigenen Beinen zu stehen und Zuhause auszuziehen. Ich habe mir einen Arbeitgeber gesucht, der von meinem aktuellen Zuhause eine Stunde Fahrtzeit entfernt ist - ich mache mir nun selbst einen Druck, mir eine Wohnung zu suchen und auszuziehen. Und ich weiß nicht, ob das alles die richtige Entscheidung ist. "Was wenn...?" Ist zur Zeit eine der Fragen, die mich unterbewusst enorm beschäftigt. Ich weiß es nicht. Ich weiß, dass ich nichts weiß, dass ich keine Ahnung davon habe, alleine zu leben. Ich weiß nicht, wie es für mich sein wird, niemanden um mich zu haben. Ich weis nicht, ob mir der neue Job genauso viel spaß macht, wie mein aktueller. Da sind so viele Dinge, die mich aktuell unglaublich stressen. Jetzt gerade weiß ich gar nicht, was ich machen soll. Ich habe keine Lust darauf, die ganze Zeit am Handy zu hängen oder Fernsehen, Videospiele zu spielen oder was auch immer ich immer mache. Ich habe hier keine Freunde, mit denen ich "spontan" etwas unternehmen kann noch habe ich aktuell das Gefühl, dass ich die Kraft und die Konzentration dazu habe. Ich bräuchte Urlaub, ganz dringend. Und dann muss ich weg, einfach nur weg. Aber alleine? Das bekomme ich nicht hin und macht mir angst...
Angst.
Ja, diese ganze riesige Veränderung in meinem Leben, für die ich mich entschieden habe, macht mir unendliche Angst. Weil ich die Konsequenzen davon noch nicht kenne. Und weil ich nicht weiß, ob ich das Alles überhaupt so wirklich schaffe.
Ich bin damit auch überfordert. Ich lasse es mir nicht anmerken, Gefühle verstecken und Gedanken in mich hinein fressen kann ich immerhin super gut, aber ich merke, dass mich das Alles so langsam überfordert. Und ich stehe gerade noch am Anfang von meiner riesigen Veränderung.
Ich weiß nicht, was diese Veränderung aus mir machen wird, ich weiß nur, dass ich in knapp zwei Monaten einen anderen Job habe und dass mein Leben in einem Jahr wahrscheinlich sehr sehr anders sein wird, als es aktuell ist.
Ein bisschen freue ich mich darauf.
Aber ich habe angst.
Angst vor Veränderung.

















