Doll with insulin pump and glucose monitor is latest in range designed ‘to enable more children to see themselves’
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Surfen ist das neue Golfen
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Es ist mein 14. Jahrestag auf Tumblr 🥳
Montag, 15.7.2024
Igel sind die Koalas von Deutschland
Review: Various Artists - TAM TAM Tanzscheiben
Für ein knappes Jahr war das TAM TAM Tanzlokal in München mehr als eine Bar. Jedes Wochenende traten dort neben DJs auch Bands auf, und das auf gefühlten 50 Quadratmetern. Ein Ort der Experimentierfreudigkeit, den man in der sterilen Schickimicki-Umgebung der Maximilianstraße nicht erwartet hätte. Die Tanzscheiben-Compilation bietet einen Querschnitt durch die langen Nächte im TAM-TAM-Biotop. Der Produzent und DJ Sam Irl eröffnet die Compilation und schiebt Bässe sanft hinter die Ohren. Es wabert warm. Beim Karlsruher Elektrokraut-Duo Fred und Luna flackert die heiße Sonne fluoreszierend bei einem »Sonntag in den Bergen«, wobei einige Frequenzgipfel erklommen werden. Anschließend scheppern knarzende Reggae-Grooves des Fricklers F.S. Blummbastic über die Rillen. Mystisches Mexiko bei Los Anónimos de la Ciudad, die von ihrem Schmerz singen, den nur der Mond kennt. Der wehmütige Gesang entschwindet in Hall und Echo. La luna sabe de mi dolor. Euphorische Umstimmung danach mit Neoangin, wenn Popcornpop zuckersüß dahinschmilzt und Jim Avignon leicht beschwingt unter anderem über »Selfies in the train« schwadroniert. Dann ein (vorerst) emotionaler Abschluss mit dem Komponisten Manu Louis. Das klingt episch aus, obwohl es erst die A-Seite war. Verrauchte Barmusik mit einem Piano, das staccato einhämmert. Dazu schiefe Orgeltöne und ein ausuferndes Saxophonsolo, das in den Himmel heult. Aufgekratzt geht es auf der B-Seite der ersten LP weiter. Von Electropunk mit unterkühlten Texten aus dem Großstadtdschungel wie bei der Single »Leopard« der Münchner Band Wildes oder mit hektischen Synthesizern, die im Dreieck hüpfen wie ein Gummitwist am Rande der Hochhauskante. Fräulein Brecheisen kritisiert in dem Song »Dystopie« den »Digitalen Eingriff ins Gehirn« zu Beats, die im Austropop-Gewand daherkommen. Schwund wird hingegen vom »Gedankenüberfall aus der Pubertät« verwirrt. Da hilft nur noch, das Hirn auszuschalten und »Dance to the Music« zu zelebrieren, wie Schlammpeitziger proklamiert. Oder noch weiter zu gehen und zu sagen »In Dub We Trust«, wenn Pablo Lauf mit düsterem Dub die Dystopie wieder auf den Boden der Tatsachen drückt. Die zweite Tanzscheibe öffnet die Türen in experimentelle und exotische Gefilde. Es wird wieder instrumental. Streicher bei Akie Doi beweisen eine gewisse Sogwirkung und ziehen ins Geschehen hinein. Die Koordinaten reichen von Japan über Chicago bis nach Bangalore. Es ist nicht klar, wo die Reise hingeht. Aber eins ist sicher: Mit Daniel Door kommt man im Delirium an. Dort vegetieren auch Gathaspar, der BaFög oder Da Resident auf der letzten Seite der Compilation. Es blubbert und Schweiß tropft von der Decke des TAM TAM Tanzlokals, das sich am frühen Morgen langsam leert.
Die Compilation ist am 21.7. 2017 im Eigenvertrieb erschienen.
(Dieser Text ist zuerst erschienen auf skug.at)
a musical journey through the winter wonderland of german covers of english hits
LINEUP:
LOWIFIPARADISE WILL DELIVER SWEET TUNES ALONGSIDE THE KTZ CREW
#paradise #tape #2015 #lostintheforrest
Perlen der deutschen Sprache Folge #125
Dieses Wochenende findet in der Angerstraße 36 in Leipzig DAS ÄLTESTE FESTIVAL DER WELT statt.
SCHNEEBALL Records - Indie-Pioniere aus München (Video für die Hochschule für Musik und Theater 2015)
#frühjahrsputz
#fehlfarben #peterhein
Review: MOLLY NILSSON - ZENITH
80er Jahre-Reggae, Steeldrums, dick aufgetragene Synthies, mehr Dreampop, dafür weniger House und Techno: Molly Nilsson hat den Berlin-Hype überlebt und die Sehnsucht in ihrer nordischen Stimme klingt resignierter denn je. Für die kosmopolitische Generation, die ständig um die ganze Welt reist, bietet Molly Nilsson eigentlich den perfekten Soundtrack: »The lonely Planet is the only Planet for me« heißt es im ersten Song »The Only Planet«, der gleich zu Anfang Bezug nimmt auf die Bibel der Rucksacktouristen. Ständig von Leuten umgeben und doch allein. Das ist wohl auch das Grundgefühl von Molly Nilsson. Die ehemalige Garderobenkraft im Berghain hatte schon immer das Zeug zum It-Girl, aber in einer souveränen Do-It-Yourself Version. Mit weiß gefärbtem Haar, langen schwarzen Mänteln und hochhackigen Stiefeln pflegt sie den Kunsthochschulen-Chic zwischen Gothic und Techno.
Synthie-Hymnen mit pumpenden Billig-Beats: Der zweite Song, »1995«, haut rein und hat wie in den besten Momenten von Molly Nilsson tatsächlich die Fähigkeit uns für drei Minuten wegzubeamen in die Zeit von Windows 95. Damals war die Internet-Euphorie noch groß. Apropos Euphorie: Nillsons unterkühlte Stimme und die teils trägen Beats erinnern eher daran, wenn diese nachlässt. Wie nach einer durchgemachten Nacht im Club: Reste der Euphorie sind noch in den Knochen und man torkelt mal wieder alleine nach Hause und kuschelt sich in die Illusionsblasen aus kaltem blauen Rauch und Neonlicht. Ausgestorbene Großstädte in der Nacht.
»In the Search for Love - All Alone in the Night« heißt es in Nillsons Streifzug durch die Metropolen, dem Song »H.O.P.E.«. Einen musikalischen Seelenverwandten hatte sie übrigens 2011 in John Maus gefunden, der ihre Lowfi-Ästhetik bewundert und daraufhin ihren Song »Hey Moon« coverte. Wer also auf flächigen Dreampop im Stile der Chromatics, romantischen Eskapismus á la Beach House oder auf elegante Lyrik in der Tradition von Anne Clark steht, wird sich an Molly Nilsson erfreuen. Einziger Wermutstropfen bei diesem Album: die zu glatt geratene Produktion. Das Mastering macht die skizzenartige Spontanität von Molly Nilssons Vorgänger-Alben etwas kaputt. Damals war die Hektik des ständigen Unterwegsseins mehr zu spüren. Nun klingt alles eine Spur zu sehr nach uninspirierten Studiosessions. Die vielen Reisen scheinen Molly Nilsson ermüdet zu haben.
Das Album ist am 25.9. bei dark skies association/ night school records erschienen.
(Dieser Text ist zuerst erschienen auf skug.at)