Kiwakkuki oder: Meine ersten Arbeitstage
So, nach 3 ersten Arbeitstagen bei kiwakkuki ziehe ich Bilanz! :)
Kiwakkuki ist ein Akrnoym in Suaheli (Kikundi cha Wanawake Kilimanjaro Kupambana na UKIMWI) und heißt übersetzt soviel wie: Frauen, die Aids in der Region Kilimandscharo bekämpfen. Die Organisation baut im Grunde auf 4 Säulen:
1 AR – Awarness Raising and Education Aufmerksamkeit wecken/Bildung
Dazu zählen hauptsächlich Aufklärungsprogramme für Kinder im Schulalter. Dem Alter entsprechend wird das Thema durch direkte Aufklärung, Bücher, Songs, Rollenspiele usw. vermittelt. Früher fiel unter AR hauptsächlich die Bildung und Aufklärung von Erwachsenen (als AIDS grade erst aufkam sag ich mal), aber heute wird sich in dem Bereich mehr auf die Heranwachsenden konzentriert.
2 HBC – Home based care Hauspflege
Darunter sind hauptsächlich Hausbesuche von Betroffenen zu verstehen, aber man begleitet sie auch ins Krankenhaus bzw. kontrolliert ob sie regelmäßig den Arzt besuchen oder die Überweisungen einhalten.
3 VCT - voluntary counselling and testing Freiwillige Beratung und HIV-Tests
Wie der Name schon sagt sind hier hauptsächlich HIV-Tests und interne sowie externe Überweisungen an der Tagesordnung. Auch in diesen Bereich zählt die Forschung zusammen mit VCT, wie zum Beispiel sozialdemographische Charakteristika oder risikoreiches Sexualverhalten (das muss ich glaub ich nicht näher erläutern...). Auch werden Gründe aufgezeigt, sich testen zu lassen (klingt für uns vielleicht überflüssig, aber hier in Tansania ist es garantiert nicht) und dementsprechend auch der aktuelle Gesundheitsstatus.
4 MVC – Most valuable children/Orphan support Waisenbetreuung
Ich glaube hier muss ich nicht mehr viel erklären. Man besucht Waisenhäuser von Kindern, die ihre Eltern durch AIDS verloren haben. Man bietet ihnen psychosoziale Unterstützung an ebenso wie Schulmaterialien und eine Schulpatenschaft. Man sichert also, dass sie die nötige Bildung erhalten und mögliche Traumata verarbeiten können.
Ich bin als Voluntärin in der „Führungsebene“ quasi mit dabei (wenn man das so sagen kann :D), doch insgesamt hat kiwakkuki ca. 4000 Mitglieder, die sich alle in der Region am und um den Kilimandscharo engagieren.
Den ersten Tag wurde ich eigentlich nur im Gebäude herumgeführt und konnte wieder gehen...
Gestern habe ich dann alle Kollegen kennengelernt, mit denen ich regelmäßig zusammenarbeiten werde (8 wirklich nette, witzige und vor allem offene Kollegen) und Mama Adela hat mir sowohl die Funktionsweise der Organisation erklärt als auch die verschiedenen Projekte und Abteilungen.
Heute war dann quasi mein erster „richtiger“ Arbeitstag. Wir hatten heute ein Veranstaltung (die den ganzen Tag lang ging) die „Memorial Book“ Erinnerungsbuch genannt wird.
Bei diesem Projekt geht es darum, dass Aidskranke Menschen ein Erinnerungsbuch und einen letzten Willen für ihre Kinder hinterlassen. In dieses Buch kommen Fotos, Erinnerungen, Stammbäume, Geschichten und Traditionen, damit die Kinder wissen, wo ihre Wurzeln sind, zu wem sie gehen können und was ihnen zusteht oder hinterlassen wurde. Die Gruppe von ca. 30 Mann trifft sich alle 2-3 Monate im kiwakkuki Gebäude. Es wurde wie in der Schule in Gruppen gearbeitet, Ergebnisse verglichen, Bücher erweitert oder überarbeitet, Tipps gegeben und natürlich fand auch ein reger Austausch unter den Teilnehmern statt. Das ganze wurde geleitet von 3 Frauen, die zu kiwakkuki gehören bzw. mit uns zusammenarbeiten. Ich war dabei hauptsächlich Beobachter und Zuhörer, doch ich wurde von allen sehr freundlich angenommen und angesprochen :)
Ein junger Mann hat zum Beispiel seine Geschichte erzählt, dass seine Mutter an AIDS gestorben ist, er grade studiert, aber seine Schwester nicht mal genug Geld hat um zur Schule zu gehen. Selbst lautet seine Diagnose: HIV positiv.
Solche Geschichten berühren mich persönlich sehr und in dem Moment kommt einem das eigene Leben und die eigenen Probleme sehr klein vor.........
Doch einige Leute haben sich mit ihrem Schicksal abgefunden und drücken das durch Humor aus, was darin endet, dass sehr makabere Witze gerissen werden und man dafür so einige Lacher erntet. Einerseits wirkt es befremdlich, aber andererseits ist es auch schön zu sehen, dass sie sich von ihrem Los nicht unterkriegen lassen!
Morgen berichte ich von unserem Besuch in der Grundschule, bis dahin: Tutaonana baadaye! Auf Wiedersehen!
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My first 3 days at kiwakkuki are over! Kiwakkuki is a acronym in Swahili (Kikundi cha Wanawake Kilimanjaro Kupambana na UKIMWI) which means Woman against AIDS at the Kilimanjaro. The organisation consists pf 4 parts:
1 AR – Awareness Raising and Education
So mainly we perform school health programmes and we have an information center as well. Fitting the age they communicate the problem using direct dialogue, books, songs, role plays etc.
We do home visits and referrals and make sure the affected persons regularly go to a doctor oder to the hospital.
3 VCT – voluntary counselling and testing
As the name says we execute HIV-tests and internal and external referrals. Also to this part counts the research along side VCT, sociol demographic characteristic and risk sexual behavior. Also they show reasons to get tested (for us it seems unnecessary, but here it' really not) and the current health status.
4 MVC – most valuable children/Orphan support
I think I don't have to explain a lot here...You visit Orphans, who lost their parents becuase of AIDS. You offer them psychosocial support, scholastic materials or generally you just secure that they get the education they need and that they can handle possible traumas.
I as a volunteer are part of the head of the organisation, but all in all kiwakkuki has about 4000 members.
On my first day they just showed me the building and I was done for this day.. :D
Yesterday I got to know all colleagues (8 really nice, funny and really open-minded people) and Mama Adela explained to me the way the organisation works and the different projects they're working on.
So today was my first „real“ day. We hold an event which is called „Memorial Book“.
In this project people who are infected with HIV are going to make a memorial book and write down their last will. They put photos in the book and write down memories, moments, the history of the family + the familytree, and also traditions and the religious background so their kids know where they're coming from, where their roots are and to whom they could go. The group consists of 20 to 30 people and they meet every 2 to 3 month at kiwakkuki.
Just like in school they got devided into groups, shared their thoughts and continued to work on their books and wills. The event was leaded by 3 woman who belong to kiwakkuki or work with us together. Mostly I was just an observer and listener, but everyone was very friendly. :)
For example a young man shared his story with us. His mother died of AIDS, but next year he will have his diploma, but there is not enough money to pay his sisters education.
His diagnosis is: HIV positive.
Stories like this are really touching and in this moments your own problems seem to be really absolutely redicilous....
On the other hand some people accepted their lot and exoress this in a very humorous way, which means that the jokes can get very macabre. So it seems very weird to us, but it's good to know that they're never going to get knocked down.
Tomorrow I'll tell you about our trip to the primary school, until then: Tutaonana baadaye! See you later!