Profession: Documentarist / Herfeh: Mostanadsaz / حرفه: مستندساز Shirin Barghnavard, Firouzeh Khosrovani, Farahnaz Shari , Mina Keshavarz, Sepideh Abtahi, Sahar Salahshoor, Nahid Rezaei, IRN 2014, 80’ | Q&A
Vor dem Hintergrund jüngster politischer, sozialer und ökonomischer Krisen im Iran entwerfen sieben Dokumentarfilmerinnen ihre Beiträge, die von Zensur und Emigration handeln; sich mit Computerspielen, Familienarchiven oder mit dem Blick auf ein Gefängnisgebäude beschäftigen. Stets im Mittelpunkt: das Verhältnis zwischen dem Privaten und dem Politischen. /
Against the background of the recent political, social and econo- mic crisis of Iran, seven female documentary filmmakers discuss their personal and professional lives, concerns and challenges in a seven-part anthology film.
on the set of 1978ff | Sandra Schäfer, DE 2011, 58’ | Q&A
on the set of 1978ff arbeitet mit verschiedenen Beteiligten an einer Re-Lektüre der Iranischen Revolution. Ausgehend von medialen und diskursiven Zeugnissen untersucht der Film die Revolution als transnationales Ereignis und ihre Transformation von einer anti-imperialistischen, feministischen und spirituellen Bewegung in eine Islamische Revolution. /
Together with various contributors and based on a number of discursive testimonials and archive materials, on the set of 1978ff attempts a re-reading of the Iranian Revolution.
Tehran is the Capital of Iran / Teheran, payetakht-e Iran ast / تهران پایتخت ایران است Kamran Shirdel, IRN 1966, 18’ Der Film dokumentiert den Alltag eines Teheraner Elendsviertels im Süden der Stadt. Off-Kommentare begleiten die am italie- nischen Neorealismus geschulten Einstellungen von Armut und Not: offizielle Formulierungen zu den Lebensbedingungen der Menschen werden durch Interviews mit Bewohner*innen sowie von Texten aus damals kursierenden Schulbüchern ergänzt. / Tehran is the Capital of Iran documents the everyday life in a destitute area of Southern Tehran. Its b/w shots of extreme poverty and squalidness evoke a sense of Italian Neorealism.
زیر پوست شهر / Under the Skin of the City / Zir-e Pust-e Shahr Rakhshan Bani-Etemad, IRN 2001, 96’ Vor dem Hintergrund der anstehenden Präsidentschaftswahlen im Jahr 1997, einer Zeit aufkeimender politischer Hoffnungen, entwirft dieser Film ein Bild der harschen Lebensbedingungen der Teheraner Arbeiterklasse. Aus feministischer Perspektive erzählt Bani-Etemad von einer Familie, die allein von der resoluten Textilarbeiterin Tuba zusammengehalten wird. / Under the Skin of the City paints a moving picture of the harsh living conditions the Tehran working class is subjected to by portraying a family held together only by Tuba, a resolute textile worker.
نوشتن بر شهر / Writing on the City / Neveshtan bar Shahr Keywan Karimi, IRN 2015, 60’
Die Wand als Spiegel und Medium der Revolution(en), politischer Propaganda und des Konsumbooms. Mithilfe von Archivmaterial aus der Zeit der Islamischen Revolution, des Ersten Golfkrieges und der Grünen Bewegung erzählt Karimis Dokumentation vom jahrzehntelangen ‚Kampf der Wörter’ in Teheran bis zur illegali- sierten Graf ti-Kunst der Gegenwart: „You can’t whitewash the history.“ / A film on the history of Writing on the City in Iran – from the Islamic Revolution to the Green Movement and Teheran’s fighters for graffiti art as today‘s political force.
شاعران زندگی/ Poets of Life / Shaerane Zendegi Shirin Barghnavard, IRN 2017, 73’ | Europa-Premiere mit Q&A* Ein poetisches Porträt der Reisbäuerin und Umweltaktivistin Shirin Parsi, die auf ihrer Farm in der Nähe des kaspischen Meeres biologischen Reisanbau betreibt. Der Film begleitet Shirin durch eine Saison von der Aussaat bis zur Ernte, und zeichnet das Bild einer kämpferischen Aktivistin, die sich zu- gleich indigenen Traditionen tief verbunden fühlt. /
A poetic portrayal of the life of Shirin Parsi – rice farmer, environmentalist, and social activist. *In Kooperation mit This Human World. Eintritt frei | Entrance free. Reservierung: [email protected]
خوشبختی / Khoshbakhti / Happiness Zara Zandieh, DE/FR, 2015, 6’ Ein 8mm-Kurz-Essay über das Glück, gesprochen von Amir. Der Elektroingenieur befragt Vergänglichkeit und Potential von Momenten des Glücks und zitiert dabei philosophische Konzepte aus dem Iran. Im Filmbild verschränken sich dazu üchtige Aufnahmen von Glück – von der Fahrt am Karussell bis hin zum ‚Leerlauf’ des Filmkaders selbst. / On the basis of Iranian philosophies, in this poetic 8mm-film essay the electrical engineer Amir shares his thoughts on happiness – starting with the question: “What could it be?”
در غربت / In der Fremde / Dar Ghorbat Sohrab Shahid Saless, BRD/IRN 1974/1975, 91’ West-Berlin, 1974. Hussein ist Türke, er arbeitet in einer Fabrik. Immer wieder in diesem Film sieht man ihn Metallteile in Form stanzen. Die Abende verbringt er mit anderen Gastarbeitern in der WG. Manchmal geht er aus. Dann sind die Blicke miss- trauisch, ist sein Deutsch holprig. Ein Leben in der Fremde. / From the perspective of a Turkish migrant worker, we experience the bleak reality of daily live in West-Berlin in the mid-1970s.
The Host | Miranda Pennell, GB 2015, 60’
Weiße Handschuhe vor schwarzem Hintergrund: Akribisch erforscht die Filmemacherin Archivaufnahmen und private Auf- zeichnungen. Bild für Bild erschließt sich diese Geschichte über den Einfluss der Ölfirma British Petroleum auf die politische Geschichte des Iran – und über Miranda Pennells Platz darin. / The lmmaker turns into a detective when trying to unravel her family’s past, the history of Iran and the oil company British Petroleum’s involvement in it.
اعتراض وارد نیست / Overruled / Eteraz Vared Nist Farnaz & Mohammadreza Jurabchian, IRN 2016, 58’ | Q&A Der aus Afghanistan stammende Ismael verbringt Tag und Nacht am Tennisplatz – als Balljunge. Er träumt davon, als Spieler den Durchbruch zu schaffen. Doch wie mehr als eine Million afghanischer Ge üchteter lebt er illegal im Iran: ohne Papiere, ohne Sichtbarkeit, in ständiger Ungewissheit. /
Overruled portrays a group of Afghan ball boys and tennis players, living and working without authorization in Iran.
Falaknaz / فلک نـــاز | Sahar Salahshoor, IRN 2015, 59’ | Q&A
„It’s not scary at all. At least not for me.“ Wir begleiten zusam- men mit Salahshoor das Leben der Bäuerin, Mutter, Ladenbe- sitzerin und Lebenskünstlerin Falaknaz Raiisi. Ein direktes und respektvolles Porträt der kämpferischen Persönlichkeit, ihres Alltags in dem kleinen Ort Fat’h-Abad im Westen Irans und ihrer Hoffnung auf politischen Umbruch. /
A close-up and respectful documentary about the farmer, mother and shop owner Falaknaz Raiisi and her everyday life in the small town Fat’h-Abad in the west of Iran.