Ernst
Mir wird so ernst, mir wird so licht
Und mein Ernst sei mir so heilig
Wie alles Heilige den gottesfürchtigen Männern
Und der Spaß hört doch nirgendwo auf
Als wo der Spaß aufhört
Und das ist überall und nirgends
Einmal nicht lachen müssen
Einmal nicht heiter sein
Nicht aus dem Ernst puren Geschäftigseins
Nicht der Ernst des Menschen
Der ablaufen muß wie ein Uhrwerk
Und dieses Ablaufen müssen seinen Ernst nennt
Nicht den Ernst der Arbeit
Die Arbeit wäre am Ende zu ertragen
Aber nicht ihr Ernst
Dieser Ernst liegt wie Blei über den Dächern
Aber es gibt einen anderen Ernst
Und der Gottesfürchtige spürt
Daß es ihn gibt
Dieser Ernst ist mein Bruder
Mein Verbündeter
Dieser heilige Ernst ist die Quelle meiner Kraft
Wer keinen Ernst mehr hat als den Ernst des Tätigseins
Ist ein armer Wicht
Und ich schaue in die Jugend
Wie ein Archäologe
Der die Hieroglyphen jugendlichen Ernstes erforscht.
Heiliger Ernst, seliger Ernst
Ernst der heiligen Hölle
Die doch nur in der Einbildung existiert






