ich erinnerte mich an m., wie sie sich an einem sonntagabend am küchentisch in einem gespräch wunderte, warum ich ihr felix noch nicht vorgestellt hatte. „er ist so präsent, manchmal vergesse ich, dass er gestorben ist und ich ihn gar nicht kennen kann.“ und ich dachte an die freunde, die ich nicht kannte und die mich herzlich empfingen und ihr ritual einmal im jahr zu zelten, gleich am ufer von felix großeltern und wie sie im ersten jahr ohne ihn sich geschworen hatten, dass jetzt mal niemand mehr sterben darf. und ich dachte an meine mutter, die es zum ersten mal offensichtlich vor meinen augen zerriss, weil ihre tochter dunkel war, weil sie nur tage zuvor das leuchten zwischen uns sah. und ich sah meinen vater, der eigentlich beinahe zwei meter groß war, aber an diesem luftleeren tag um eine welt schrumpfte und ich sah seine angst vor der schuld, dass es seinetwegen war, weil wir getrunken und gelacht und zur richtigen zeit am richtigen ort waren und vielleicht wäre alles nicht passiert, wenn wir uns nicht tosend verabschiedet hätten, wenn ich nicht unterm tisch felix hand genommen hätte und ihn zum rausgehen überreden wollte, weil ich vor meinen eltern nicht rauche. und er hatte sich geweigert, er war so voll, voll vom leben, voll von mir, voll von einem moment, der so groß und unbedeutend für den rest der stadt in einer mittwoch nacht in mein bett fiel und mich festhielt. und ich erinnerte mich an jeden schritt und jede starre, die ich seither in meine muskeln schrieb, jedes schreien und jedes lachen, das immer ein teil dieser melodie war, jede minute leben stützte sich auf die tatsache, dass nichts mehr so sein konnte, wie vorher. und erst viel später, ewigkeiten, bleischwere und federleichtigkeit später begriff ich, dass die dinge, die uns bewegen oft traurig, aber vor allem wiederkehrend sind. dass sie sich erkennen und stapeln und eine tiefe verbundenheit mit dem hiersein spannen. der tod war eines davon. aber die liebe auch.