Keine Regel ohne Ausnahme, aber unterliegen die Ausnahmen nicht ebenfalls Regeln und
... warum gibt es dazu keine ebenso allgemine Aussage?
Die Wissenschaften werden seit Newton immer komplizierter und verlieren (diversifizieren) sich in eine unüberblickbare Vielfalt von sich von einander zunehmend entfremdender Spezialgebiete mit eigenwillig entwickelten Terminologieen, dass jeder Versuch, sie "allgemein" verständlich zu machen bzw. in volksnahe Bilder zu setzen, im allerwahrsten Sinne des Wortes "Schwindel" erregend und entsprechend wird und entsprechend eher Sensation statt Information liefert.
Dieses Ausufern der "Wissenschaften" und ihrer Domänen ins letztlich unermesslich Grösste und Kleinste ist Folge des verbissenen Bestrebens, die Gesamtheit aller Wahrnehmung auf einen eindeutig definierbaren Bereich der absoluten Wahrnehmbarkeit zu reduzieren, herunterzubrechen, einzupferchen und als alleingültiges, absolutes, unumstössliches Naturgesetz zu formulieren, von dessen Kenntnis und Beherrschung alle Allmacht und Alleinherrschaft abhängt und damit auch gleich jede Diskussion, ob Gott oder dann dessen eindeutige Nichtexistenz beweisbar sei oder nicht, ultimativ zu beenden und jede Anzweifelung dieses Naturgesetzes kraft seiner Geltung mit Gehirnwäsche oder Tod zu bestrafen, was letzten Endes auf Dasselbe hinauslaufen und den pefekten Gottesstaat unerwartet zugleich mit dem totalen Atheismus installieren würde.
Einen zwar interessierten, was aber endgültige Schlüssigkeiten abbelangt, erwartungslosen und unparteiischen Beobachter kann der Wettlauf der Molekularbiologie, Gehirnforschung, Medizin, Teilchenphysik, Archeologie, Historik- und der Sozialwissenschaften zu dieser vermeintlich oder angeblich allerhöchsten und alleinzigen Wahrheit erheitern, zuweilen allerdings auch beunruhigen. Auch kann er, der Beobachter, sich in seine Wahrnehmung einschleichender Eindrücke, der Wettlauf strebe eher nach privilegierter Finanzierung bzw. Gewinnbeteiligung am Löwenanteil des Volkseinkommens nur mit höchst autoritär disziplinierter Selbstverleugnung erwehren.
¦ Die angestrebte, weil von den Finanzierenden geforderte Handfestigkeit der Beweise
¦ ¦ soll die Handfestigkeit der daraus abgeleiteten Legitimation
¦ ¦ ¦ zu unanfechtbarer Einflussnahme auf und Kontrolle über
¦ ¦ ¦ das den auf für Otto Normalverbraucher unerreichbar hohem algorithmischem Niveau plausibel gemachten und entsprechend so genannten,
¦ ¦ ¦ aber damit strenger logischer Nachprüfung immer noch bei Weitem nicht standhaltend erwiesenen,
¦ ¦ ¦ "Naturgesetzlichkeiten" Untersellte
¦ ¦ begründen.
Auch aus dieser Sicht erweist sich die Berichterstattung über Beschäftigung, Leistung und Kosten der Wissenschaften an die Forschung und Entwicklung über Steuern, Abgaben, Konsumpreise, Entsorgungsaufwand und Erduldung von Umweltschäden und Verlust an Lebensqualität finanzierende Öffentlichkeit als weitgehend heuchlerisch und salbungsvoll.
Vermutlich und u.a. behindert die Genügsamkeit der Ehrsüchtigen, schon auf die "Handfestigkeit" der Vermutbarkeit bzw. Glaubwürdigkeit abzustelllen, die Erkenntnis von Naturgesetzlichkeit per se. Man greift nach dem Lorbeer für Erkenntnis und erhebt dazu einen plausiblen Ursache-Wirkungs-zusammenhang oder ein System solcher Zusammenhänge (Theorie), unter Verzicht auf logisch bzw. technisch exakt und bis in die scheinbar unbedeutende Kleinigkeit in jeder Hinsicht stringente Überprüfung der Fehlerfreiheit, allseitigen Zweifelsfreiheit und unbegrenzten Gültigkeit - und oft unter damit koordiniertem, arrangiertem Applaus der Fachwelt, in den Rang unumstösslicher, bedingungsfreier Naturgesetzlichkeit.
"Handfestigkeit" ist, was die kindisch einfältige Lust spontan brachialen "Begreifens" auf welcher Ebene und welchen Objekts auch immer, befriedigt. Sie wird dem Individuum in alltäglicher Situation und schon bei nur vermutlicher Schädigung als Schuld angelastet, dem kollektiv Institutionellen dagegen regelmässig als Errungenschaft und Grosstat angerechnet, selbst wo sie massenhaft Leben gefährdet, gar vernichtet. Hier scheint sich ein Ansatz für den Grund und das Wesen der Ausnahme von Regeln zu zeigen.
Eine andere Kategorie von Phänomenen, die als Ausnahmen von Regeln erscheinen, wird durch die plausible aber streng logisch oder die wahre Eigenart des als Ausnahme Bezeichneten verkennende, falsche Zuordnung zum Regelfall erzeugt. Es werden zufällige oder scheinbare Eigenschaften des mit dem dem Regelfall Verglichenen nicht von dessen wesentlichen unterschieden. (z.b. bei gelungener Tarnung).
Oft wird auch ein gängiges Vorurteil bzw. ein voreiliges, gewissen Neigungen und Gewohnheiten willkommenes, willfähriges Urteil unkritisch zur Regel emporstilisiert und dann alles, was dieses nicht bestätigt, als Ausnahme, die wenigstens das Vorurteil bestätigen soll, zunächst toleriert und anschliessend verdrängt. Diese verbreiteten Denkfaulheit,Denkfaulheiten und moralischen Bequemlichkeiten machen sich Demagogen und Agitatoren zu Nutze.
Darüber, wie, warum von wem wozu eine Beziehung zwischen zwei oder mehreren Merkmalen, Ereignissen oder Zuständen zur Regel, zum Gesetz oder zur Naturgesetzlichkeit erklärt wird, wird es noch viel zu beobachten, analysieren, darstellen und erörtern geben und das wird künftige Generationen mehr, anders und intensiver beschäftigen als bisherige.