Darf es ein bisschen mehr sein?
05.09.2015 – Darf es ein bisschen mehr sein?
Die letzten Tage waren für mich der Horror, vier meiner liebsten liegen im Krankenhaus und einer wird Ihnen noch folgen. Und jeder Fall für sich nicht einfach. Neue Hüfte, gebrochene Hüfte, Wirbelsäulenverletzung, drohende Erblindung und Krebs. Wobei mich die Krebsdiagnose am meisten umgehauen hat. Hinzukommt, das mein Pflegedienst selber erkrankt ist und meine zwei Termine in der Woche ausgefallen sind, das ist ansonsten immer mein Ventil.
Das Ergebnis war Depression und Fressanfälle hoch zehn. Genauer gesagt, keine Bewegung und sehr viel Essen.
Sch... aufs abnehmen, ist mir doch egal ob ich danach explodiere, ist doch eh alles kacke. ...
So war es früher und es war auch dieses Mal ein paar Tage so.
Dennoch verfolgte ich die letzten Tage mein Ziel. Und davon werde ich nun berichten. Und auch wenn sich das alles einfach anhören mag ist es eine verdammt schwere Zeit gewesen und leider wird sie auch noch eine Weile anhalten. Doch auch mit kleinen Schritte kommt man ins Ziel, es dauert einfach nur viel viel länger.
ICH WILL ABNEHMEN!!! Das ist mein Ziel und dafür kämpfe ich. Wichtig ist es dabei realistisch zu bleiben.
Als ich vor ein paar Monaten mich mit dem Thema abnehmen im Internet beschäftigt habe, habe ich unter anderem im Internet einen Blog gefunden, an dem ich mich was das mentale angeht stark dran orientiere. Und zwar ist das der Blog von Mark Maslow auf marathonfitness.de.
Ich stimme nicht mit allem überein, vor allem ist es für mich mit Adipositas 2+ nicht alles praktikabel, aber grade der mentale Teil und meine Selbsterkenntnisse aus gescheiterten Versuchen bringen mich weiter. Beispiel:
Ich wog vor ein paar Monaten noch 115 kg. Ich habe mich momentan bei 112 kg eingependelt. Das Normalgewicht bei meiner Größe liegt zwischen 50-65 kg.
Fehler Nr. 1: Ich will 50 kg abnehmen. Hört sich doch gut an, oder? Abnehmversuche 1-7 sind daran gescheitert. Dieses Ziel ist nicht realistisch, da es einfach viel zu lange dauert. Und ich nie das Gefühl hatte dem ganzen näher zu kommen. Wenn ich 5 Kilo abgenommen hatte, sah ich nicht die 5 kg die ich geschafft hatte, sondern die 45 Kilo die ich noch vor mir hatte. Das Ergebnis war Frust, Frust und noch einmal Frust.
Fehler Nr. 2: Ich will unter 100 Kilo wiegen, also höchstens 99.9 Kilo. Soweit so gut, aber wenn man 115 Kilo wiegt, sich selbst nicht motiviert bekommt und auch keine Unterstützung hat, ganz im Gegenteil, dann ist das Ziel viel zu hoch.
Fehler Nr. 3: Ich will unter 100 Kilo wiegen und lasse mir dabei so viel Zeit wie ich brauche. Toller Plan, schwammiges Ziel. Ich könnte, wenn ich wollte, … .
Fehler Nr. 4: Ich will abnehmen. Mein erstes Ziel sind 99,9 kg. Und das nur mit Laufen, denn am essen kann und will ich nichts ändern. Das war bis jetzt das ungesündeste Ziel was ist bis dahin hatte.
Plan 1: Dank Marks Tipps habe ich mir überlegt, was mein Endziel sein soll und welche Etappenziele für mich realistisch sein könnten. Mein Plan waren jetzt 105 Kilo mit einer ganz langsamen Ernährungsumstellung und gesundem Sport. Das klappte in den ersten Wochen auch gut, und dann kamen meine Fressanfälle wieder ins Spiel. Ergebnis war wie immer Frust und mehr Kilos auf der Waage. Der Plan von Mark ist gut, wenn man keine Essstörung hat und sich die geschriebenen Worte zu Herzen nimmt. Allerdings nicht für mich.
Mein momentaner Plan: Ich möchte in 3 Jahren 65 Kilo wiegen! Mein erstes Etappenziel liegt immer noch bei 105 Kilo, was definitiv realistisch ist. Dazu habe ich mir überlegt, das wenn ich das Ziel erreicht habe, das ich mich mit einem Neueinkleiden belohnen werde. Auch wenn es jetzt nur noch 7 Kilo sind, weiß ich das es für mich ein schwerer Kampf wird. Besonders solange mein Kopf ständig bei meinen Lieben ist. Und jetzt das wohl wichtigste und der Grund warum ich sonst immer gescheitert bin. Wie verhalte ich mich, wenn ich meinen Hintern nicht hochbekomme und das Fressen nicht stoppen kann. Ich hatte schon zuvor mal geschrieben, das ich das ganze mit bewussteren essen versuche in den Griff zu bekommen.
Früheres Frustessen = MCDreck, WürgerKing, Fertiggerichte, In Restaurants und bei Lieferdiensten die Speisekarte einmal rauf und runter bestellen. … .
Momentanes Frustessen = Auf ins Restaurant im Höchstfall eine Vorspeise und ein Hauptgericht, evtl. Nachtisch. Und das was ich nicht mehr schaffe zu essen, würge ich mir nicht mehr runter, sondern nehme es teilweise für den nächsten Tag mit oder ich lasse es sogar entsorgen.
Aber viel wichtiger, ich setzte an diesen Tagen mein Ziel anders als an gesunden Tag. An Fresstagen und Tagen an denen ich meinen Hintern nicht bewegt bekomme, lautet das Ziel Gewicht halten. Und damit habe ich schon genug zu tun.
Es ist nicht realistisch zu sagen, das ich an diesen Tagen auch noch positiv aus dem Tag gehen muss. Das gibt weniger Frust und ich kann ein paar Tage später dort fortsetzten, wo ich die Tage zuvor aufgehört habe.
Aber auch da kommt es auf eine ehrliche Selbstwahrnehmung an. Mir geht es heute auch noch nicht so gut und Zuckerwasser ist mein bester Freund, dennoch habe ich mich heute morgen zum walken raus gezwungen. Ich war nicht sonderlich schnell und auch nicht lange unterwegs, aber es war wieder ein Schritt in die richtige Richtung.