Schon eine ganze Weile habe ich nicht mehr hier hineingeschrieben. Hallo, du schönes, kleines Kochblog. Wie geht es Dir? Kürzlich noch blätterte ich hier durch die Beiträge, um zu prüfen, ob sich vielleicht der ein oder andere im Buch über die Heimbürokantine wohlfühlen könnte.
Ein Buch, ein Buch! Ein Buch? Ja, stell‘ dir vor, wir werden Buch. In der letzten Zeit landete all das Essen eher in anderen Kanälen, drüben bei Instagram etwa. Das Kochen indes fand statt und hatte sich verstetigt, eine verlässliche Konstante in unwägbaren Zeiten. Die Geschichten davon dürfen nun in ein Buch. Geschichte, keine Rezepte.
Welche Freude ist es doch, vom Kochen und vom Essen zu erzählen, vom Riechen und Schmecken, vom Erinnern und Planen, von all dem Drumherum, bis man etwas Erfreuliches auf dem Teller hat.
Eine Empfehlung: In diesem famosen und sehr lustigen Radiobeitrag von WDR 5 erklärt sich dem Hädecke Verlag ein glühender Verehrer. Und man erfährt viel darüber, wie dieser Verlag tickt. Das freut mich umso mehr, weil mein Buch dort erscheint.
Hier folgt in Bildern das, was in den vergangenen Wochen geschah. In der Heimbürokantine.
Cremiger Wirsing aus dem Ofen mit würzigen Kartoffeln, Kürbis und Linsen
Ganz schön langer Name für ein im Grunde sehr einfaches Gericht. Was daran liegt, dass ich es mir in gewisser Weise selbst ausgedacht habe. Ich hatte beim Gemüsehof Steiger via Marktschwärmer Nippes ein Prachtstück von einem Wirsing ergattert. Da ich erst kürzlich mit Kohlrouladen von meiner Mutter versorgt wurde, mir das Wetter für Eintopf zu lau war und es Pasta mit Irgendwas erst am Tag zuvor gab, blätterte ich das Internet nach Inspiration durch.
Auf einer Seite fand ich Wirsingspalten mit getrockneten Tomaten und Schafskäse. Aus dem Ofen. Klang ziemlich gut. Hm, dann waren da noch die vielen Kartoffeln (musste neulich bei Kartoffelkult zuschlagen), ein Kürbis und dann hatte da jemand was mit Linsen gemacht und: Heißhunger. Getrocknete Tomaten hatte ich noch da. Und Sahne, die weg musste.
Am Ende war das dann so:
Ich gab eine gehackte rote Zwiebel, zwei zerkleinerte Knoblauchzehen, einige Stücke Chilischote und etwa vier in Streifen geschnittene getrocknete Tomaten mit Öl in einen Topf und schwitzte sie an. Dann gab ich einen Schwung Sesam hinzu. Etwas Nussiges würde dem Ganzen sicher gut tun.
In der Zwischenzeit waren die Berglinsen bissfest gar, die in einem separaten Topf kochten. Ich würfelte zwei große Kartoffeln und ein Stück Kürbis (Hokkaido) und gab sie mit den Linsen in den Topf. Auf kleiner Flamme durften die sich dann schon mal wärmen.
Derweil zerlegte ich den Wirsing und schnitt Spalten ab. Diese briet ich in Öl scharf an. Ich weiß gar nicht, ob das notwendig ist. Aber, hey, Röststoffe schaden nie.
Den Ofen heizte ich vor. Da die Temperatur bei unserem launischen Italienerherd nie stimmt, werden es vermutlich 160 Grad gewesen sein?
Den Wirsing packte ich in einen Bräter, die Kartoffel-Kürbis-Mischung dazwischen. Ich wolte, dass die Mischung in der Mitte schön garen kann, umrahmt vom Wirsing. Über den Wirsing gab ich einige ordentliche Stücke Butter, rieb etwas Muskat über den Wirsing, salzte und gab dann die restliche Sahne (etwa ein Dreiviertel Becher) über alles, aber vor allem über den Wirsing.
Über den Wirsing streute ich auch noc geriebenen Käse, der ebenfalls weg musste. Dann kam alles etwa 30-40 Minuten in den Ofen. Bis die Kartoffeln gar waren, der Wirsing leicht gerästet und es unfassbar gut duftete.
Der Wirsing war cremig und noch nussig, nicht schon muffig. Die Kartoffeln mit Pipapo waren würzig und ein guter Kontrast.
Als ich ihn vor einigen Jahren auf dem Markt entdeckte, rastete ich kurz aus: Rübstiel! Wenn es ein Gemüse gibt, das ich direktemang mit meiner Kindheit verbinde, dann ist es dies.
Denn alles andere wie Wirsing als Eintopf oder Rouladen, Kohlrabi am liebsten roh oder mit Sahne und Muskat gekocht und Chinakohl mit Tomaten, Reis und Hackfleisch als Eintopf, all das kochte ich mir immer noch und immer noch gern. Aber Rübstiel hatte ich wirklich lange nicht mehr gegessen. Den leicht kohligen, säuerlichen Geschmack und diese besondere Konsistenz mit etwas Biss hatte ich sofort wieder auf der Zunge. Kaum ein Gemüse schmeckt so nach Frühling, finde ich. Die Erinnerung an den Winter durch das Kohlige, die säuerliche Frische lässt den Frühling ahnen.
Wenn ich als Kind aus der Schule kam und ich schon aus der Ferne Stielmus in der Nase hatte, machte ich innerlich einen Freudenhüpfer. Ich hätte mich reinlegen können. Und das, obwohl ich doch eine sehr mäkelige Esserin war.
Damals kaufte ich dem leicht verdutzten Bauern einen Schwung Rübstiel ab und machte mich daran, die Erinnerung an ein Gericht von Früher nachzukochen.
Ein wenig half mir das Internet, doch allzu viele geeignete Rezepte fand ich gar nicht. Inzwischen hat sich das etwas geändert, so findet man bei Heimathäppchen etwas oder auch beim Gemüsehof Steiger, der neben dem Biohof Bursch derzeit meine Gemüselieferanten sind.
Glücklicherweise hatte meine Frau Mutter mich zuhause oft mitkochen lassen. Meistens schnibbelte ich was und luchste ihr zwischendurch rohe Kartoffeln oder rohes Gemüse ab. So fand ich es in der Regel ohnehin am besten. Als ich mein erstes selbstgekochtes Stielmus fertig hatte, machte ich allerdings große Augen: Denn viel war nicht üriggeblieben. Wie soviele Gemüsesorten mit hohem Wassergehalt war der Rübstiel ziemlich zusammengeschrumpft. Doch es schmeckte ausgezeichnet. Und stolz erzählte ich meiner Frau Mutter davon.
Als ich beim nächsten Mal Rübstiel einkaufte, kaufte ich VIEL. Der Bauer blieb ob meines Eifers und der benötigten Menge verdutzt - und wir wurden satt.
Stielmuseintopf geht denkbar einfach, denn der Rübstiel kann bis auf den Strunk fast zur Gänze verwendet werden und wird nur gehackt. Ich dünste ihn mit einer gehackten Zwiebel in Öl und etwas Butter an, lösche ihn mit etwas Flüssigkeit ab und lasse ihn erstmal köcheln. Nach etwa 15-20 Minuten gebe ich geschälte und gestückelte Kartoffeln dazu und lassen sie gar kochen. Salzen, pfeffern, etwas Muskat, eventuell noch etwas Brühe.
Am besten schmeckt Stielmus wie andere Eintöpfe auch, wenn man sie ein-, zweimal herunterkühlen lässt und wieder aufkocht. Ich mag Mettwürste dazu, die dann einige Minuten vorher im Eintopf garen. Da Mettwürste oftmals recht salzig sind, bin ich vorher übrigens recht vorsichtig mit dem Salz.
Rübstiel gab es also in dieser Saison schon zweimal als Eintopf. Das muss doch auch noch anders gehen ... Und so gab es kürzlich Rübstiel zu Pasta. Mundete mir sogar noch viel besser als der Eintopf: Rübstiel gehackt und mit Zwiebeln und Knoblauch in Öl und Butter gedünstet.
Für Rübstiel nehme ich im übrigen kein Olivenöl, weil ich ahne, dass es dem doch zarten Geschmack dieses Gemüses nicht guttäte. Butter hingegen hebt ihn hervor. Wenn ich mich recht erinnere, habe ich den Rübstiel noch mit einem Schluck Weisswein abgelöscht. Oder habe ich ihn versehentlich getrunken? Nun ja.
Mit Creme fraiche, Salz und Pfeffer gebe ich den Rübstiel zur Pasta, geröstete Pinienkerne dazu, wer mag, Parmesan. Das war richtig gut. Demnächst wieder in diesem Lichtspielhaus!
Ich habe den Rübstiel auch schon in den Blattsalat gemischt, da macht er sich auch gut. Und wer sich nun wundert, weil er oder sie noch nie Rübstiel sah oder auch noch nie davon hörte: Er scheint eine Spezialität im Rheinland und in Westfalen zu sein. Wer weiß, vielleicht steht ihm noch eine Karriere als Superfood bevor?
Im Winter ist Grünkohlzeit. Aufgewachsen ist meiner auf dem Gemüsehof Steiger , knapp 24 Kilometer von Köln entfernt. Geerntet wurde er für die Marktschwärmer , eine Art Hofladen in der Stadt. Dort habe ich den Grünkohl dann mit dem Rad abgeholt. Der Geschmack und die Konsistenz dieses Grünkohls unterscheidet sich übrigens deutlich von dem vorgeschredderten Grünkohl in Tüten, den es in den Supermärkten gibt. Es lohnt sich, welchen auf dem Markt oder beim Erzeuger zu kaufen.
Nachdem es kürzlich den Grünkohl ganz klassisch mit Mettwurst und Kartoffeln gab, sollte es diesmal Grünkohlpesto sein. Die Heimathäppchen hatten welches bei Instagram gepostet. Seitdem spukte Grünkohlpesto durch meine verfressenen Gedanken. Im Lieblingskochbuch PESTO vom Hädecke Verlag fand ich weitere Inspiration.
Aus beiden Rezepten suchte ich mir raus, was ich überzeugend fand und schmeckte dann nach eigener Lust und Laune ab. Die Menge ist reichlich bemessen: Zwei gefräßige Menschen wurden satt und es blieb noch was für anderthalb Gläser Vorrat übrig.
Man nehme ...
Ca. 100g geröstete Haselnüsse, Mandeln und/oder Walnüsse (abkühlen lassen)
Ca. 200g grob gehackten, rohen Grünkohl (ohne Rispen und Stiele)
2-3 Knoblauchzehen (okay, ich nahm vier ...)
Saft einer mittelgroßen Zitrone
Ca. 180ml Olivenöl (Ich hatte es halb und halb mit Sonnenblumenöl gemischt, weil das aktuelle Olivenöl sehr olivig ist und ich nicht wollte, dass es den überraschend zarten Grünkohlgeschmack dominierte. Ich könnte mir vorstellen, dass etwas Walnussöl auch sehr gut wäre.)
Salz, Pfeffer
1 TL Honig (ich nahm den wunderbar herben Tannenhonig)
ca. 80g Parmesan
Nun könnte man natürlich alles schön kunstvoll mörsern, aber ich habe einen hohen Topf genommen und nach und nach die Zutaten mit dem Pürierstab zerkleinert. Macht man es so, muss man auch gar nicht erst alles fein hacken. Auch die Haselnüsse und den (gepellten) Knoblauch habe ich im Ganzen reingeworfen. Außerdem gab ich ca. 2 EL gemahlene Mandeln hinzu, die noch vom Weihnachtsbacken übrig waren.
Dann habe ich das Nudelwasser aufgestellt und in dern Zwischenzeit konnte das Pesto durchziehen. Gab dann noch frischen Parmesan dazu.
Das Grünkohlpesto schmeckt herrlich grün und frisch. Interessanterweise ohne den recht typischen Grünkohlgeschmack. Bei den Heimathäppchen wird der Grünkohl kurz blanchiert. Ich könnte mir vorstellen, dass das Pesto dann grünkohliger schmeckt. Wird ausprobiert.
Auf jeden Fall ein Gericht, das hier in der Grünkohlsaison Standard werden wird.
P.S. Das Internet hat mich radikalisiert. Seit einer geraumen Weile achte ich verstärkt darauf, woher mein Essen kommt und wie und von wem es angebaut wurde. Der Grünkohl ist wie beschrieben regional und saisonal. Der Honig ist vom Erzeuger aus Stommeln, das Olivenöl und der Knoblauch wurden eigenhändig in Südfrankreich beim Erzeuger gekauft. Der Pfeffer ist auch noch aus Südfrankreich und kommt ursprünglich aus Kambodscha. Die Nüsse, das Salz, das Sonnenblumenöl und der Parmesan sind aus dem Supermarkt. Das Internet hat mich radikalisiert und natürlich ist das eine Übertreibung. Aber dazu schreibe ich an anderer Stelle mal was.
Später geht es dann auch noch um Revolution. Ehrlich! Erst der Salat. Quasi die Vorspeise. Salat klingt aber viel langweiliger als Revolution? Dabei gibt es wahnsinnig viele schlechte Witze über Salat und vor allem die, die Salat essen. Nur übertroffen von den unzähligen schlecht und lieblos zubereiteten Salaten in Restaurants. Mal ehrlich: Plastikbeuteleissalat mit Salatsoße aus dem Eimer, dazu grobgeschnittene höllandische Wassertomatenviertel, Maiskörner aus der Dose und fade gebratene Stückchen vom gequälten Industriehuhn? Was genau hat das mit Salat zu tun? Andere ertränken labbrigen Gewächshaussalat in Fertig-Vinaigrette, die die ohnehin recht geschmacklosen Salatblätter endgültig erledigt.
Mein Name ist Wibke und ich bin süchtig nach Salat. Es muss etwas Körperliches sein. Denn ich fühle mich überhaupt nicht wohl, wenn ich einige Tage lang nichts Frisches zu essen bekomme. In einigen Regionen dieser Welt wäre das mein Untergang. Dass ich keinen Fisch mag und vertrage, lässt es plötzlich sehr sinnvoll erscheinen, dass ich hier im westlichen Mitteleuropa gelandet bin.
Mit einem lieblos hingeklatschten Salat kann man mich daher sehr betrüben oder gar zornig machen. Salat braucht Liebe, von der Saat bis zum Teller.
Frisch vom Feld oder vom Markt kann ich den auch roh essen, ganz ohne Saucen-Pipapo. Aber am liebsten ist mir natürlich die große Salatzeremonie: Verschiedene Salate mit kaltem oder warmem Zubehör. Und den gab’s heute.
Schnelle Salate sind in weniger als einer Viertelstunde auf dem Tisch. Zur großen Salatzeremonie gehört aber unbedingt die Zutat Zeit. Außerdem gibt es:
1 rote Bete
1 gelbe Bete
1 Handvoll Stangenbohnen
1 Lollo bianco
1 Handvoll Pflücksalat
3erlei Kräuter (hier der Klassiker: Petersilie, Dill, Schnittlauch)
Einige Walnüsse
1 kleiner Hokkaido-Kürbis
1 Stück Ziegenfrischkäse
Fürs Dressing: Olivenöl, weißer Balsamico, schwarzer Pfeffer, Salz, etwas Süßlich-Fruchtiges (ein Löffel kleingehacktes Obst oder etwas Aprikosen- oder Himbeermarmelade ohne Stückchen oder ein kleiner Schuß Orangensaft)
Ich koche hier ja aus der Lamäng. Das Rezept ist also mehr eine Art Serviervorschlag. In die Schüssel kommt, was gerade im Haus ist oder was gut aussah. Salate spiegeln immer auch die Jahreszeit: Was gibt’s gerade frisch? Was wird geerntet? Die Variationsmöglichkeiten sind also schier unendlich. Und mit Käse, Pilzen oder Fleisch wird’s herzhaft. Nur Fisch gibt’s hier in diesem Haushalt nicht. Den sehe ich lieber im Wasser herumpaddeln.
Wohlan. Widmen wir uns dem Vorhandenen.
Rote und gelbe Bete brauchen am längsten: Je nach Größe 20-40 Minuten bißfest kochen. Am besten sticht man am Ende mal mit einem Schälmesser hinein, ob der gewünschte Gargrad erreicht ist. Wasser abgießen und eine Weile mit angekipptem Topfdeckel abkühlen lassen. In Kochbüchern steht immer, man solle zum Häuten der Bete Einweg-Handschuhe anziehen. Tja. Ich bin kein Handmodel und benutze keine Handschuhe. Manchmal färben sich die Finger etwas. Aber bisher war nichts darunter, was sich nicht abwaschen ließe.
Während die Bete abkühlen, wasche ich den Kürbis. Er ist wirklich klein. Aber die Ernte beginnt auch gerade erst. Ich schneide ihn entzwei, pule mit einem Löffel das Innenleben heraus und schneide den Stiel ab. Dann schneide ich den Kürbis in eine dekorative Größe, lege die Stücke auf ein Stück Backpapier auf Backblech, träufele Olivenöl darüber, salze etwas und schiebe das Backblech unter den Grill im Backofen. Volle Suppe, bis er gebräunt ist.
Dann putze ich die Stangenbohnen und schneide sie in angenehme Stücke. Ich liebe Stangenbohnen. Sie schmecken intensiver als Buschbohnen und sind auch etwas gröber, fast rustikal. Bohnenskeptiker nehmen also besser die schlankere Sorte.
Die Bohnen dürfen dann etwa 15 Minuten kochen. Am besten übrigens in einem Dampfsieb, in dem die Bohnen im Wasserdampf garen. Das hat sensationelle Auswirkungen auf Konsistenz und Geschmack.
Ich wasche den Salat. Auf dem Markt beim Biohof Bursch gab’s köstlichen Pflücksalat. Der besteht aus mehreren, recht pfeffrigen Sorten. Daher mische ich ihn mit Lollo Bianco, der eher mild schmeckt und von der Struktur her gut passt.
Schließlich röste ich einige Walnüsse und hacke sie nicht allzu fein. Ich nehme etwas von den Kräutern und hacke sie ebenfalls.
Ich rühre das Dressing. Wenn man nichts Fruchtiges hat, kann man auch eine Prise Zucker ins Dressing geben. Wenn es leicht süßlich schmeckt, passt es gut zu dem leicht pfeffrigen Salat, dem Ziegenfrischkäse und dem Kürbis und frischt den erdigen Geschmack von Bete und Bohnen auf.
Wenn dann alles fertig ist, hat man eine Weile mit dem Umgang mit Gewachsenem verbracht, geschnibbelt und probiert. Ich höre dazu meist Podcasts und habe am Ende nicht nur mir selbst etwas Gutes getan, sondern bin auch entspannt angesichts des vollbrachten Werks. Und satt.
Ach ja: Revolution - oder Evolution?
»Eine Revolution ist ein grundlegender und nachhaltiger struktureller Wandel eines oder mehrerer Systeme, der meist abrupt oder in relativ kurzer Zeit erfolgt. Er kann friedlich oder gewaltsam vor sich gehen.« (Wikipedia)
Meine eigene Revolution in Bezug aufs Essen und Kochen war eher eine Evolution: Ich fand lange nichts dabei, mein Gemüse im Supermarkt zu kaufen. Als Studentin hatte ich ohnehin nicht viel Geld. Aber auch später dachte ich wenig darüber nach, woher mein Essen kommt. Das Internet ist schuld, dass ich auf vieles aufmerksam wurde und anfing, nicht nur näher hinzudenken, sondern auch hinzuschmecken. Ich begriff auch zunehmend, dass die Welt etwas mit mir zu tun hat und es sehr wohl einen Unterschied macht, wie und wo ich einkaufe und welche Art von Unternehmertum und Landwirtschaft ich unterstütze.
Drei Jahre lang hatte ich, teilweise zusammen mit einer Freundin, eine Ackerscholle im Rahmen eines Gemüse-Selbsternte-Projekts. Wenn man mal von der Auswahl des Saatguts über das Vorziehen zuhause auf der Fensterbank bis hin zum Ernten alles mitgemacht hat, ist man eigentlich so ziemlich verdorben für das Einkaufen von in Plastik abgepacktem Gemüse im Supermarkt. Zumal man mal einen Eindruck davon bekommt, was z.B. frisch geernteten Salat von dem unterscheidet, der lange Transportwege hinter sich hat, um dann achtlos in Regale verräumt zu werden. Nicht dass ich seitdem nie wieder Supermarktgemüse gekauft hätte. Aber es passiert zunehmend weniger.
Hier musste ich den Lollo Bianco letztlich im Supermarkt kaufen. Er gehörte zur Aufgabe dazu, war aber im Bioladen und auf dem Markt nicht zu bekommen. Aber immerhin Freiland. Wo mag er gewachsen sein?
#myfoodrevolution
Und eine solche Frage führt auch zur Revolution: Food Revolution. Die Erzeugung von Lebensmitteln verändert sich. Neue Technologien schaffen neue Möglichkeiten: Digitalisierung Biotechnologien, Gentechnik. Wird es Salat aus dem 3D-Drucker geben? Ohne gleich eine Wertung vorzunehmen oder eine Entscheidung vorwegzunehmen, ist es aufschlußreich, sich mit neuen Methoden zu beschäftigen und alte Methoden neu zu betrachten.
Im Museum für Kunst und Gewerbe läuft noch bis zum 29. Oktober eine Ausstellung zu diesem Thema: FOOD REVOLUTION 5.0. (Das Menü ist übrigens ein bißchen versteckt am oberen Rand der Seite.)
Die Ausstellung wirft einen kritischen Blick auf die globale Nahrungsmittelindustrie und fragt, welche Visionen Gestalter, Architekten und Wissenschaftler für die dringend erforderlichen Veränderungen entwickeln.
Und im Zuge dieser Ausstellung lädt das MKG Hamburg ein zu einer Social-Media-Aktion: #myfoodrevolution. Postet Eure Ernte, ob vom Markt, vom Balkongarten, Eurer Dachterrasse, Eurem Garten oder aus Gemeinschaftsgarten oder der Selbsternte-Scholle. Von meiner Scholle weiß ich, dass dort bis Ende November, Anfang Dezember immer noch etwas geerntet werden konnte. Die Aktion läuft bis zum 14. Oktober. Jede Woche wählt ein Foodblog fünf Zutaten aus Euren Beiträgen aus und fabriziert daraus ein Rezept.
Jeden Samstag wählt ein Foodblogger seine Lieblingsbilder aus euren Beiträgen und kreiert in der darauffolgenden Woche ein neues Gericht rund um die abgebildeten Zutaten. Dazu verlosen wir wöchentlich 3 x 2 Freikarten für das MKG und die Ausstellung »Food Revolution 5.0«.
Teilt die Fotos bis zum 14. Oktober mit #myfoodrevolution und #mkghamburg oder schickt sie per E-Mail an [email protected] und freut Euch auf zukunftsweisende Homegrown-Rezepte.
Viel Spaß! Und macht’s den anderen Foodbloggern und -bloggerinnen schön schwer. :-)
Hier nochmal der Link zur Ausstellung und zur Social-Media-Aktion.
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Transparenzhinweis: Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit dem Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg und der Agentur Möhre 3. Ich erhielt hierfür ein Honorar, das ich in Bio-Gemüse und Hofladenbesuche investieren werde.
Es geht wieder. Vor ein paar Tagen habe ich die erste Hühnersuppe in diesem Jahr gemacht. Während im Sommer maximal eine Gazpacho drin war, eisgekühlt, blättere ich nun in den Bildern aus den vergangengen Herbst- und Wintermonaten. Oh ja. Das wird gut. Suppen. Eintöpfe. Mjam.
Eigentlich ist es viel zu heiß zum Kochen. Das denke ich während des Kochens. Vorher schien es mir eine brillante Idee zu sein. Mein Magen sah das auch so. Nun lagen vor mir: Hühnerschenkel, eine rote und eine gelbe Paprikaschote, eine rote und zwei kleine weiße Zwiebeln, frischester Knoblauch (zum Reinbeißen, mh!), Petersilie, ein paar restliche Tomaten und Zuckerschoten sowie Mandeln, Couscous und diverse Gewürze. Frisches Stangenbrot. Außerdem stehen hier Rosinen. An die erinnere ich mich aber erst nach dem Essen ...
Selbst wenn man nichts einfriert, sind Gefrierbeutel übrigens sehr praktisch, wenn man etwas marinieren möchte. Ich nahm eine Schüssel, Olivenöl, edelsüßen Paprika, Rauchpaprika, Zimt, Kurkuma, Honig, Chili und sicherheitshalber noch Ras el Hanout und rührte daraus eine Marinade. Ab damit in den Beutel, die Hühnchenschenkel dazu, alles freundlich durchkneten und in den Kühlschrank.
Zwiebeln schälen und in Spalten schneiden. Knoblauch schälen und in Scheiben schnippeln. Paprikaschoten, Tomaten und Zuckerschoten waschen und so weiter. Erstere in mundgerechte Stücke schneiden, letztere in dünne Streifen. Petersilie waschen und hacken. Brot schneiden.
Mandeln rösten und grob hacken.
Wenn man damit fertig ist, trinkt man am besten erstmal eine kühle Weinschorle, probiert das Brot, blickt in den Sommer und denkt sich was Schönes. Nun sollte etwa eine halbe Stunde vergangen sein und man kann Öl in einem Bräter erhitzen. Hinein kommen die marinierten Hühnerschenkel. Schön braun anbraten, salzen und pfeffern, Zwiebeln und Knoblauch dazu, ein bißchen anschwitzen, dann Paprikaschoten und Tomaten dazu, mit etwas Wasser angießen und schmoren. Je nach Größe der Hühnchenschenkel gibt man nach 30-40 Minuten den Couscous hinzu. Ich habe etwa 2 Tassen (keine Becher, sondern Tassen, nä?!) genommen.
(An dieser Stelle hätte man auch die Rosinen reingegeben. Hätte man daran gedacht.)
Dann mal abschmecken und gegebenfalls nachwürzen. Zuckerschoten rein. Ich liebe Kreuzkümmel, deshalb nehme ich davon immer etwas mehr. Ich habe auch noch einen Rest Tomatenmark und Sambal Oelek reingegeben.
So. Fertig. Anrichten. Petersilie darüber und die Mandeln.
Die Hühnerhaut wird beim Schmoren übrigens ziemlich glibbrig. Entweder zieht man sie vorher ab. Dann geht aber das Fett verloren. Oder man pellt sie eben dann auf dem Teller runter.
Leider gab’s keinen Fotos vom Schnibbeln und Kochen selbst. Ich hatte nicht ans Blog gedacht.^^
Dafür gibt es hier noch Archiv-Foto vom Pimm’s, für den ich dringend Zutaten besorgen muss. Zum Wohl!
Kochen unter schwierigen Bedingungen: Der Blogparade, zu der Petrina Engelke in ihrem fabulösen Blog Moment: New York einlädt, kann ich nicht widerstehen. Und im Grunde gehört Papperlahapp unbedingt hierein. Denn Impro-Kochen aus der Lamäng kann durchaus ein Kochen unter schwierigen Bedingungen sein. Ich kaufe selten gezielt ein, sondern lasse mich entweder auf dem Markt oder im Supermarkt von dem inspirieren, was es gerade frisch gibt. Oder ich nehme etwas von dem, was gerade da ist und sehe zu, dass daraus was Gutes wird.
Aber das ist nur halb wahr. Denn meist kaufe ich so ein, dass ich den ein oder anderen Standard immer hinbekomme. So sind etwa so gut wie immer Pasta, Dosentomaten, Parmesan, Olivenöl, Knoblauch und Zwiebeln da.
Wirklich interessant wird es im Zelturlaub. Ich bin nämlich ganz sicher nicht Team Serbische Bohnensuppe oder Ravioli aus der Dose. Selbst wenn es diese Klassiker bei einem meiner ersten Zelturlaube gab. Aber da ich inzwischen dieses Elend nicht mehr morgens um neun Uhr mit einem warmen Dosenbier bekämpfen muss wie noch zu Studentenzeiten - nein, egal, nie wieder. Beides nicht. Igitt.
Urlaub mit dem Zelt liebe ich besonders wegen der selbstgewählten Reduktion. Campingküche ist einer meiner Lieblingssportarten. Was lässt sich mit einem Gaskocher kochen?
Spoiler: Eine ganze Menge. Nicht nur Kaffee. Hier die Frühstücksküche in Belfort auf der Durchreise nach Südfrankreich. Dazu reiche man Croissants und Pain au chocolat.
Gutes aus der Zeltküche
Das Kochen selbst ist meist nur ein kleiner Bestandteil, um am Ende etwas Gutes auf dem Teller zu haben. Oft lassen sich frisch gekochte Zutaten mit ungekochten mischen. Pasta ist beispielsweise eine gute Wahl, weil man unter die noch heißen Nudeln gut Zutaten mischen kann, die man nur schnippeln oder nur kurz andünsten muss. Couscous ist auch hervorragend geeignet, denn das muss nur mit heißem Wasser übergossen werden und quillt von allein.
Um Gas zu sparen, sollte man Zutaten wählen, die eine kurze Garzeit hat. Mindestens eine Gaskartusche sollte man immer in Reserve haben. Blöd, wenn die Gasflamme sacht erlischt, während die Nudeln gerade erst kochen. und man braucht ja auch noch Gas, um morgens Kaffee zu kochen und die Milch zu erwärmen.
Gerichte hingegen, bei denen über Stunden etwas köcheln muss, sind weniger geeignet. Dafür sind die Zutaten selbst, wie immer beim Kochen, wichtig. Billiges Fertig- und Dosenfutter schmeckt schon zuhause nicht. Warum sollte man sich damit den Urlaub verderben?
Gut, deshalb reise ich auch am liebsten in Länder, in denen es noch im kleinsten, verschlafendsten Ort frisches Gemüse gibt. Und Tomaten. Und Wein, natürlich. Kochwein für die Köchin.
Hin und wieder findet man auch sehr praktische Dinge in französischen Supermärkten wie etwa eine Art Wurst mit Polenta darin. Die muss man nur noch in Scheiben schneiden und braten. Superlecker.
Man sieht aber schon: Gutes Equipment braucht es. Auch darin unterscheidet sich das Kochen unterwegs nicht von dem zuhause. Ein Schneidbrett, ein gutes Messer, ausreichend große Töpfe, eine Pfanne. Da das Grillen im Sommer und oft auch noch im Herbst wegen der Waldbrandgefahr in Frankreich verboten ist, wir aber auf Merguez nicht verzichten wollen, reist auch stets eine Grillpfanne mit.
Ich mag es, mir immer wieder was Neues für die Zeltküche auszudenken. Das Schönste überhaupt ist ja dann auch, im Freien zu schnibbeln und zu kochen.
Es mag ein Vorteil sein, dass ich zuhause auch auf Gas koche. Das Beste, was es gibt. Ich mag es, dass ich Hitze sofort regeln kann. Ich mag es, dass es eine richtige Flamme gibt. (Induktionsherde finde ich völlig unsexy.)
Irgendwann rüsteten wir übrigens auf. Seitdem besitzen wir einen zweiflammigen Gaskocher. Ein Luxus, auf den wir allerdings erst dann zurückgreifen, wenn wir irgendwo einige Tage am Stück bleiben. Dann haben wir sogar drei Flammen. Luxus galore! Meist genügt jedoch immer noch der einflammige Kocher.
Ein Gericht, das immer geht und notfalls auch gut auf einem einflammigen Kocher:
Spaghetti aglio e olio
In der Zeltküche nehme ich dünne Spaghetti, möglichst viel frischen Knoblauch, Chilis (frisch, wenn möglich - für Notfälle habe ich aber auch immer ein paar getrocknete dabei), viel Olivenöl, frischer Parmesan und etwas Petersilie, wenn vorhanden.
Gibt es nur eine Flamme, koche ich erst die Spaghetti, stelle sie im Abtropfsieb beiseite, gieße viel Olivenöl in den Topf, dünste darin den gehackten oder fein geschnittenen Knoblauch mit den zerkleinerten Chilis an, gebe die Pasta dazu, rühre alles um, lasse die Pasta wieder Temperatur annehmen, Petersilie untermischen, schwarzer Pfeffer und Parmesan darüber.
Fertig. Schmeckt und macht glücklich. Ob drinnen oder draußen.
Abtropfsiebe gibt’s übrigens auch zum Zusammenklappen. Ebenso wie die Ortlieb Faltschüssel eine absolut sinnvolle Anschaffung für die Zeltküche. und wer Pfeffer ebensoviel abgewinnen kann wie ich: Es gibt eine Reisemühle und zwar dort, wo es auch köstlichen Pfeffer gibt.
Kochen unter schwierigen Bedingungen? Wirklich schwierig finde ich es, in fremden Küchen zu kochen. Wenn ich einen Herd nicht kenne. Wenn es keine ordentlichen Messer und Schneidbretter gibt. Keine frischen Gewürze und Kräuter. Und die Küche beim Kochen sauber bleiben soll. Ein Traum ist es hingegen, in Küchen zu kochen, denen man anmerkt, dass darin Menschen leben, die gern essen und kochen. Da fühle ich mich sofort zuhause.
Übrigens kam mir durchaus zugute, dass ich mal eine Wohnung mit einer ähnlich großzügigen Küche bewohnte wie Petrina. Mehr als zwei Menschen passten nicht hinein - und wenn mehr als ein Mensch darin war, konnte man sich nicht mehr umdrehen. Trotzdem habe ich darin Essen für dreißig Gäste gekocht und zwischendurch verschwanden immer zwei von ihnen in der Küche, um schnell was zu spülen.
Wie sie das mit der kleinen Küche macht und welche Tipps sie für Menschen mit Kleinstküchen hat, könnt Ihr hier lesen. Die Blogparade geht bis zum 15. Mai!
Tja. Und ich habe jetzt ganz schön große Sehnsucht nach der Zeltküche. Dem Zelten. Demnächst dann hoffentlich Anzelten in der Eifel und vielleicht doch noch in diesem Jahr nach Frankreich ...?
P. war in Neu-Delhi zum Schüleraustausch und hatte Gewürze mitgebracht. Und ein Kochbuch. Es wurde höchste Zeit, das alles mal zu testen. Es wurde dann eine Art Mashup aus verschiedenen Rezepten. Inspiration holte ich mir unter anderem hier, weil ich googelte, was die indische Küche denn nun genau ausmacht. Was gar nicht so einfach ist, denn Indien ist schlicht enorm groß und es gibt viele indische Küchen.
Nun gibt es eine mehr, mitten im Kölner Agnesviertel. Bisher kochte ich vor allem Thai-Currys. Die indischen Currys scheinen mir eng verwandt, aber ich muss mich da noch rankochen. Um die Unterschiede besser zu verstehen und intensivieren zu können.
Gestern röstete und mörserte ich erstmal Senfkörner und Koriandersamen, röstete Sesamsaat in einer tiefen Pfanne, gab Öl dazu und zerkleinerte Chilischoten, Knoblauchzehen, Gemüsezwiebel und Ingwer hinein. Alles anschmurgeln.
Dann mundgerecht zurechtgeschnipselte Stücke von grünen Stangenbohnen, Blumenkohl und Kartoffeln hinein. Den Blumenkohl in 1-2cm dicken Scheiben, dann wird er etwa zeitgleich mit allem anderen gar.
Garam Masala, Kurkuma, Kreuzkümmel und Salz hinzu. Dann dünste ich alles bei mittlerer Hitze an, bis das Gemüse Temperatur angenommen hat. Mit kokosmilch lösche ich alles ab. Deckel drauf und alles schmurgeln lassen, bis die Kartoffeln gar sind. Nicht zu gar. Es ist ganz schön, wenn man noch was zu beißen hat - finde ich.
Um den Geschmack rund zu machen, gebe ich ein winziges Schüßchen weißen Balsamico-Essig für die Säure hinein sowie etwa 1-2 TL Zucker. Alles abschmecken. Frischen Koriander drüber.
In der Zwischenzeit kommt das Chapati in den Ofen. Es war Supermarkt-Chapati. Bei den ganzen Zusatzstoffen kann einem ganz schwindelig werden. Beim nächsten Mal gibt’s selbstgemachtes.
Zum Curry gibt’s Joghurt. Diese Kombination ist wirklich göttlich. Joghurt sollte also nicht fehlen.
Vom Chapati reißt man sich dann einen Fetzen ab und isst damit das Curry mit Joghurt. Nun ja, wir haben ein bißchen geschummelt und auch Gabeln benutzt. Eigentlich sollte das Curry wohl matschiger sein. Dann klappt das Essen mtihilfe der Chapati auch besser, meinte P. Außerdem hätte es noch würziger sein können, um als indisches Curry durchgehen zu dürfen. Ich nehme die Herausforderung an!
Scharf, würzig und frisch: Rind mit Erdnüssen, Koriander und grünen Bohnen
Jessas, tatsächlich habe ich mein Kochblog etwas vernachlässigt. Heute machte mich ein freundlicher Herr darauf aufmerksam. Aber gegen diese unbedachte Vernachlässigung lässt sich was tun!
Gekocht wurde und wird natürlich regelmäßig. Ohne ginge es nicht. Mich beruhigt das ungemein. Und da ich auch noch gerne esse - der Mann ernannte mich neulich zu seiner Leibköchin. Ich bin geschmeichelt.
Immer mal wieder gibt es was Asiatisches. Lange Zeit bedeutete das Kokosmilch-Curry. Das esse ich nach wie vor gern, aber inzwischen seltener. Ich entdeckte vor einer Weile die sojasaucenlastigen Gerichte für mich. Und die vietnamesische Küche, die mir bei Besuchen in Berlin und Leipzig ans Herz oder vielmehr auf die Zunge wuchs.
Bun Bo Xao Sa ist ein lauwarmer Salat mit Rindfleisch, den ich eigentlich täglich essen könnte. Den kostete ich mal bei einem Vietnamesen in Leipzig und kochte ihn aufs Geratewohl nach. Irgendwann fand ich dann aufgrund der Zutaten und Gewürze den Namen des Gerichts heraus und hier wird ein Rezept beschrieben. Frisch, würzig, köstlich. Geht allerdings nicht ohne Fischsauce. Also, natürlich geht alles. Aber es schmeckt anders. Es ist ein bißchen lustig, dass ich auf Fischsauce beim Kochen nicht verzichten möchte. Dabei mag ich gar keinen Fisch. Tja.
Kürzlich sah ich noch eine sehr nette Dokumentation, in der eine ältere Dame und ein älterer Herr in Vietnam einen Wettstreit um die beste Fischsauce ausfochten. (Bei ARTE? Im NDR? Mare TV?) Die Herstellung ist, nun, recht speziell. Geradezu unappetitlich. Aber ohne ist es einfach nicht dasselbe.
Gestern gab’s auch was mit Rind, aber weder könnte ich dem Gericht einen Namen noch eine bestimmte Küche zuordnen. Eindeutig asiatisch, das schon.
Ich liebe die Kombination aus Rind, Erdnüssen, Chili, Sojasauce, Bohnensprossen und Koriander. In unterschiedlichen Varianten koche ich das immer mal wieder. Mich treibt eine bestimmte Geschmacksvorstellung um nebst einer Konsistenz - und die erkoche ich mir.
In diesem Fall entstand diese Idee in der Gemüseabteilung des Supermarkts. Die grünen Bohnen sahen gut aus. Und der Brokkoli. Und die Kirschtomaten. Mein Blick fiel auf die Bohnensprossen, die ungewöhnlich frisch wirkten. In dem Moment gab es diesen Geschmack und Duft auf der Zunge - und ich stellte mir zusammen, was ich brauchte:
Ingwer, Knoblauch und Erdnüsse hatte ich noch zuhause. Eine große Zwiebel und Jasmin-Reis auch. (Den mag ich ja viel lieber als Basmati, den ich oft muffig finde.) Beim Metzger kaufte ich ein Stück gut abgehangene Steakhüfte vom Eifelrind und beim Gemüsemann rote Chilischote und frischen Koriander.
Schnibbeln, hacken, schneiden, waschen und alles bereitstellen. im Hintergrund laufen die ZeitZeichen der letzten Tage. Der Reis köchelt im Reiskocher. Es duftet schon wunderbar. Der Mann kommt rein und bringt Bier mit. Juhu!
In einer tiefen Pfanne erhitze ich Öl und dünste die grünen Bohnen und die Zwiebeln, einige Minuten mit Deckel, bis die Bohnen kurz vor al dente sind. Dann darf alles andere mithinein - bis auf die Bohnensprossen, Kirschtomaten und Koriander. Die sind zimperlich und dürfen erst am Ende dazu. Währenddessen röste ich die Erdnüsse, die ein wenig, nun, well done werden. Mit Röstaromen. *hüstel*
Dann kommt die Würz-Orgie: Dunkle Sojasoße, süß-scharfe Chilisoße, Sambal Oelek, Sambal Manis. Und ein ordentlicher Schuss Wasser, etwa eine Tasse. Ich gebe noch eine Prise Zucker dazu, um die Schärfe etwas aufzufangen. Bis es so schmeckt, wie ich mir das vorgestellt habe. Fischsauce war diesmal gar nicht nötig. Sie schmeckt sehr salzig und das wäre zusätzlich zur ebenfalls salzigen Sojasauce wäre das nicht gut gegangen.
Bohnensprossen, Kirschtomaten und Koriander dazu. Fertig.
Alles hübsch mit Reis auf die Teller drapieren. Happs!
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Alle Gericht lassen sich natürlich auch ohne Fleisch oder mit Hühnchen machen.
Jüngst war ich in Südfrankreich. Was mir an der französischen Küche einfach sehr gut gefällt, ist das klassische Drei-Gänge-Menü. Warum bietet das eigentlich hier in Deutschland eigentlich kaum ein Restaurant an? Selbst die einfachen Gaststätten bieten für meist 15€ ein Menü mit Vorspeise, Hauptgericht und Dessert. Das ist eine wunderbare Einrichtung, wie ich finde.
Mein Vorsatz, den ich aus dem Urlaub mitgebracht habe: Genau das mit in den Alltag zu nehmen. Geschafft habe ich es bisher kein einziges Mal. Das wird schon!
Überdies fiel mir aber auch wieder auf, was für Barbaren wir in Deutschland in Bezug auf Lebensmittel sind. Natürlich war mein Blick durch den Urlaub verklärt. Aber die Qualität der Lebensmittel, insbesondere beim Obst und Gemüse, ist einfach sehr viel besser. Und es ist selbstverständlich, dass es zum Beispiel gleich sieben bis zehn verschiedene Sorten Tomaten gibt. Und was für welche!
Nun ja, ich muss nächstes Jahr wieder hin. Soviel ist sicher.
Ihr kennt das: Manchmal hat man einen fürchterlichen Jieper auf etwas und muss, muss, muss es unbedingt kochen. Oder jemand anderen es kochen lassen. Brathähnchen ist meine große Schwäche. Ich fürchte, deshalb bin ich auch schrecklich ungeeignet, Vegetarierin zu werden. Drei-, viermal im Jahr ist es also soweit und es muss Hähnchen geben. Da die Metzgerei meines Vertrauens aber verständlicherweise an einem Samstagmittag keine Hähnchen mehr hatte, nahm ich Schenkel.
Man braucht also Hähnchenschenkel, je nach Geschmack zwei bis drei ganz frische Knolauchknollen, kleine Krumpern (Kartoffeln), zwei bis vier Bio-Zitronen, Salz, Pfeffer, Honig, Paprika, evtl. Pul biber, Olivenöl, Rosmarin, Thymian (beides frisch) und Zeit.
Gut, also Hähnchenschenkel. Ich liebe die Kombination mit Knoblauch, viel Knoblauch, und Zitrone.
Während der Ofen auf ca. 180 Grad (Oberunterhitze) vorheizte, habe ich die Hähnchenschenkel von beiden Seiten gesalzen und gepfeffert. Dann mit Paprika und Pul Biber gewürzt und jeweils einen Teelöffel Honig auf die Schenkel gegeben. Dann eine dickere Scheibe Zitrone (Bio) auf den Honig “geklebt”. Etwas Olivenöl aufs tiefe Backblech. Unter jeden Hähnchenschenkel gab ich drei, vier ungeschälte Knoblauchzehen. Thymian und Rosmarin verteilte ich so dekorativ wie funktionabel.
Die Kartoffeln legte ich drumherum. Ich hatte kleine, rote, festkochende Kartoffeln bekommen. Große Kartoffeln kann man einfach halbieren oder vierteln. Den Saft von ein bis zwei Zitronen (je nachdem, wie saftig sie sind) mischte ich mit derselben Menge Olivenöl und träufele sie über Schenkel und Kartoffeln. Ich hatte dann noch eine Zitrone geachtelt und dazwischengemischt. Dann hatte ich zwei große Knoblauchknollen halbiert und mit der Schnittfläche nach unten auf die Hähnchenschenkel und Kartoffeln gelegt.
“Mittig unten” in den Ofen und dann durfte das erstmal 60 Minuten für sich sein. Die Köchin trank in Ruhe ihren Wein und jappte nach dem Duft, der durch die Wohnung zog. Nach 60 Minuten hatte ich den Knoblauch umgedreht und die Schenkel mit dem Sud vom Blech beträufelt.
Nach weiteren 30 Minuten war dann alles fertig und es schmeckte köstlich. Traumhaft. Ach! Die Zitronen kann man übrigens mitessen. Also, ich tue das. Ich liebe das. :-)
Man kann auch ein ganzes Hähnchen nehmen, sollte dann aber entsprechend mehr Zeit einrechnen.
Der Tag war lang, der Kopf ist wirr, der Magen leer. Die perfekten Bedingungen, um sich mit einer warmen Mahlzeit voller seligmachender Kohlenhydrate wieder in einem erträglichen Zustand zu bringen.
Ich mag es pragmatisch und liebe daher die Tortellini und Nudeltaschen aus dem Kühlregal. Welche man da nimmt, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks und der Verfügbarkeit. Ich bevorzuge die mit Käsefüllung. Dem Fleisch in den Tortellinis traue ich nicht recht. Und die mit Spinat und Ricotta schmecken meist nach allem - nur nicht nach Spinat und Ricotta.
Manchmal bin ich so weise und vorausschauend und lagere welche ein. Vorige Woche kaufte ich sie rasch im Supermarkt, dazu sehr frische braune Champignons, Kirschtomaten und Kaiserschoten. Pinienkerne, Knoblauch, Kräuter, einen Rest Lauch und Pepperoni hatte ich noch zuhause.
Flott das Wasser aufstellen. Währenddessen röstete ich Pinienkerne an, putzte und viertelte die Pilze, halbierte ein paar Tomaten, schnitt den Lauch in schmale Ringe und machte Kräuter und Knoblauch klein.
Das Wasser kocht. Rein mit den Tortellini. Olivenöl in einer tiefen Pfanne erhitzen, Pilze und Lauchringe anbraten, salzen, pfeffern, Knoblauch in Scheiben hinein, Pepperoni und Lauchringe dazu. Ein kaltes Bier vom Balkon öffnen. Die Köchin ablöschen. Die Tortellini abschütten, wenn sie oben schwimmen, und mit den Dingen in der Pfanne anbraten. Kirschtomaten hinzugeben, damit sie noch warm werden, aber nicht matschen. Ich gab an dieser Stelle noch einen Schluck Sahne hinzu, weil ich die Tortellini knapp vorm Schwimmen rausgeholt hatte.
Alles auf einen Teller, Kräuter drüberwerfen (Petersilie, Basilikum, Minze, was eben da ist), vielleicht noch Parmesan - fertig. Wer die Kaiserschoten vermisste: Die hatte ich vergessen. Ich habe dann eine Handvoll noch rasch in feine Streifen geschnitten und roh dazwischengeworfen. Das schmeckte gut, weil sie etwas Süßlich-Knackiges reinbrachten.
Geht Ratzfatz. Ca. 15 Minuten, dann sitzt man selig grinsend vor einem Teller dampfenden Glücks.
Das Gericht lässt sich beliebig abändern mit Gemüse der Saison. Oder Hack oder Hühnchen. Auch Feigen, Pflaumen oder Aprikosen schmecken gut dazu, vor allem in Kombination mit Ziegenkäse, Speck und Walnüssen.
Beinahe hatte ich ein schlechtes Gewissen, jetzt schon mit Kürbis zu kochen und diesen Umstand auch noch in die Gegend zu trompeten. Immerhin saßen wir vergangene Woche noch bis spät in den Abend hinein in Flipflops auf dem benachbarten Plätzchen im Viertel und staunten über den Hochsommer. Eine Woche später: Zack, Dauerregen, 15 Grad, Wollsockenalarm! Da soll mal einer mitkommen ... (Mein Kreislauf übrigens nicht.)
Ich muss zugeben, dass ich den Kürbis sogar an einem der heißen Tage gekauft hatte. Wenn mir dieses gewisse Orange entgegenleuchtet, kann ich nicht anders. Und seitdem ich mal drei Jahre lang einen Acker in einem Gemüse-Selbsternte-Projekt hatte, weiß ich auch, dass Kürbis mitnichten im Herbst geernet werden kann. Der ist nämlich jetzt schon reif. Und dann gab’s eben Kürbis. Schleck.
Der Hokkaido-Kürbis ist ja nicht nur köstlich, sondern man kann (und sollte) auch gleich die Schale mitverwenden. Das Zerteilen geht also ruckzuck. Öl in die Pfanne, salzen, ein Löffel Honig dazu, etwas Pul biber und Ras el Hanout. Scharf anbraten, dann bei kleiner Hitze schmurgeln lassen. Während der Kürbis brutzelt, röste ich Pinienkerne an, schnipsele den Knoblauch und die Frühlingszwiebeln. Außerdem habe ich da noch einen Rest frischer roter Chili, die hacke ich auch klein.
Knoblauch und Chili gebe ich dann zum Kürbis, die Frühlingszwiebeln und Pinienkerne halte ich noch zurück. Und stelle einen Pott Salzwasser auf. Heute gibt’s lustige Muschelnudeln von Dececco.
Den Kürbis mag ich am liebsten, wenn er “al dente” ist. Lässt man ihn zu lange garen, erhält man Matsche. Ich gebe dann noch ungefähr eine Tasse Sahne dazu und gucke, dass die Kürbismasse zwar sämig wird, aber nicht völlig zerfällt. Abschmecken sollte man dann ohnehin nochmal. Wie jede Pastasauce sollte auch der Kürbis leicht überwürzt sein. Wenn man, wie ich, letztlich noch Parmesan über das Ganze gibt, bin ich eher vorsichtig mit Salz.
Der Rest fluppt dann wie von selbst: Pasta abschütten, zusammen mit den Frühlingszwiebeln zum Kürbis, alles mischen und ein, zwei Minuten zusammen ziehen lassen, anrichten und die Pinienkerne darübergeben. Frischer gemahlener Pfeffer und geriebenen Parmesan nach Geschmack. Mjam.
Ich liebe Aprikosen. Es gibt diese Zeit von Erdbeeren, Rhabarber und Spargel, die ich sehr genieße. Aber wenn es dann Aprikosen, Kirschen und Johannisbeeren gibt, fühle ich mich wie im Himmel. Gut, wahrscheinlich bin ich einfach verfressen, denn ich kann den meisten saisonalen Köstlichkeiten etwas abgewinnen. Der Umstand, dass es viele Früchte und Gemüsesorten nur zu bestimmten Zeiten in reellem Zustand frisch gibt, befördert die Genusssucht.
Doch ich schweife ab. Denn eigentlich geht’s hier nur darum, dass ich vor den Aprikosen stand und eigentlich an eine Tajine dachte. Mjam, eine Tajine mit Hühnchen, Aprikosen und Cachewkernen. Blöd nur, dass mich meine Ungeschicklichkeit (oder vielmehr eine zu heiße Gasflamme) schon zwei Tajines gekostet hatte. Nun haben wir hier zwei Tajinedeckel. Auch schön.
Aber was als Tajine schmeckt, schmeckt vermutlich auch in anderer Form zusammen. Also entstand der Gedanke, Hühnchen und Aprikosen anders miteinander zu kombinieren. Dann erspähte ich noch diese leckeren flachen Stangenbohnen. Wird schon passen.
Als Erstes habe ich eine Handvoll Cashewkerne geröstet. Ich röste immer etws mehr als nötig, denn meist kommt es während des Röst- und Kochvorgangs zu einem unerklärlichen Schwund ... *mampf* Während die Nüsschen vor sich hinrösten , wusch ich das Obst. Ein paar Pflaumen habe ich noch ergänzt, wegen der Süße. Den Knoblauch habe ich letztlich weggelassen, weil ich Sorge hatte, dass er den Geschmack der Aprikosen und Zwiebeln erschlägt. Zwiebeln? Ja! Die habe ich karamellisiert. Sie werden ohnehin süß, wenn man sie andünstet, passen also prima zu pikanten Aprikosen.
Dann kommen die in grobe Schnitze geschnittenen Aprikosen und Pflaumen dazu. Während die schmurgeln, habe ich Couscous zum Quellen angesetzt und die Bohnen aufgesetzt, in mundgerechte Stücke geschnitten.
Die Aprikosen würze ich mit Pul Biber, einem scharfen türkischen Paprikagewürz, das ich sehr schätze. Man kann aber auch einfach Chili nehmen. Schärfe nach Geschmack. Wer Pul Biber nicht kennt: Es entwickelt seine Schärfe beim Kochen. Also lieber erstmal vorsichtig dosieren und dann nachwürzen. Außerdem kamen noch Zucker und Zimt rein, zum Abrunden.
Das Hühnchenfleisch (ohne Knochen, ich nahm diesmal Brust) in nicht zu kleine Happen schneiden. Öl erhitzen, einen Löffel Honig hinzugeben und das Fleisch scharf anbraten. Man nimmt besser z.B. Rapsöl als Olivenöl, weil ich den Olivenölgeschmack hier nicht passend finde. Das Hühnchen habe ich ebenfalls mit Pul Biber (und Salz) gewürzt. Man sollte es kräftig würzen, damit es gegen den intensiv fruchtig-scharfen Geschmack der Aprikosen bestehen kann. Nichts für Magenkranke.
Im Couscous habe ich einen Esslöffel Butter schmelzen lasse und verrührt. In die Bohnen kam ebenfalls ein Stich Butter sowie frische Minze, grob gehackt. Die Minze kam mit 2-3 Esslöffel gehackte Frühlingszwiebeln zu den Aprikosen.
Alles hübsch miteinander anrichten und selig drauflos futtern!
Statt Hühnchen kann man auch andere Fleischsorten oder sicher auch Seitan nehmen, statt Aprikosen Pfirsiche oder Nektarinen und statt Couscous Reis oder Bulgur. Anstelle der Bohnen würde ich beim nächsten Mal wohl eher einen Salat nehmen, etwa einen Romana-Salat.
Bedienungshinweis:
Hier gibt’s ja nie richtige Rezepte, weil ich selten nach Rezept koche. Was ich hier gekocht habe, beruht auf freier Erfindung, aber auch auf vielen gescheiterten und gelungenen Experimenten, Lektüre von Kochbüchern (am liebsten mit ausführlichem Anteil mit Warenkunde), Ansehen von guten Kochsendungen und vor allem begeistertem Essen. Hinschmecken, Ausprobieren und Fantasieren über Konsistenzen und Geschmack.
Für mich ist Kochen wie Yoga: Mediation, Selbsterfahrung und Belohnung meiner selbst.
Deshalb gibt es auch keine Angaben von Mengen oder Kochzeiten. Papperlahapp dient lediglich und hoffentlich zur Inspiration. Viel Vergnügen und vor allem: Lasst es Euch schmecken!
Aus dem Ofen: Muschelnudeln mit Kürbis-Ricotta-Füllung
Praktisch, dass hier gleich alles mögliche zusammen kam und das sieht dann in der Küche plötzlich so aus:
Gefüllte Muschelnudeln wollte ich schon längst gemacht haben, weshalb Ricotta im Haus war. Ursprünglich sollte er mit Rauke gemischt werden. Die Rauke war mittlerweile längst verspeist. Der Ricotta wartete geduldig auf seinen Einsatz. Nachdem ich bei Andreas Gyo die Muschelnudeln gefüllt mit Kürbis und Ricotta sah, wollte ich sowieso nur noch das.
Wohlan!
Purer Küchensex: Schalotten und Knoblauch schmurgeln in Olivenöl.
Die besten Dosentomaten gibt's - natürlich - von Mutti! Solo Pomodoro. Schmurgeln mit den glasig gedünsteten Schalotten, dem Knoblauch, einem Zweiglein Thymian und zwei Lorbeerblättern vor sich hin. So lange wie möglich und nötig. Mindestens eine halbe, besser eine Stunde. Oder zwei. Oder drei ...
Den Ofen mit Ober- und Unterhitze auf 180 Grad vorheizen und hinein kommt etwa ein großzügiges Drittel eines mittelgroßen Hokkaido-Kürbis in Spalten.
Wenn er allmählich weich wird (Pieksprobe): Grill an. Rösten. Aus dem Ofen nehmen und etwas abkühlen lassen.
Dann mit einer Gabel genüßlich zermatschen, mit dem Ricotta mischen und gehackte glatte Petersilie sowie geriebenen Parmesan untermengen.
Muschelnudeln kochen, abschütten und den Fingern zuliebe etwas abkühlen lassen.
Normalerweise habe ich die Muschelnudeln immer mit einem Löffel gefüllt. Eine elende Sauerei. Und auch wenn man Kochen als sein Yoga begreift, hilft auch das gelassenste Ommm irgendwann nicht mehr. Zumal ich diesmal keine großen Muschelnudeln bekommen konnte, sondern die normal großen aus dem Kaufladen hatte. Ich goggelte ein bißchen und fand schließlich im Kleinen Kuriositätenladen die Lösung: hallöchen, Spritzbeutel! Und lustigerweise quasi mein Rezept. Wer also eine bessere Handreichung als meine hier benötigt, findet sie dort. Mit Mengen und so.
Bevor ich nun die kleinen Muschelschweine füllte, habe ich noch das Tomatensugo in eine Auflaufform gefüllt, etwa einen Fingerbreit hoch. Damit die Muschelnudeln nachher nicht absaufen. Ofen abermals vorheizen.
Muschelnudeln nehmen, füllen und ab ins Tomatenbad.
Zack, ab in den Ofen. Grill an. Und ca. zehn Minuten grillen lassen.
Fertig!
Man kann übrigens noch ausgezeichnet Parmesan darüberreiben.
Rosenkohl! An kaum einem anderen Gemüse scheiden sich zumindest in meinem Umfeld so sehr die Geister wie an diesen lustigen Kohlköpfchen. Oftmals werden gequälte Erinnerungen an die Kindheit als Grund aufgeführt. Es gab in der Tat eine Zeit, als Gemüse begeistert zu Tode gekocht wurde.
Das tat insbesondere den Kohlsorten nicht gut. Brokkoli gab's damals eigentlich noch nicht, dafür mümpfigen Blumenkohl, der schon bei einem scharfen Blick zu Matsche zerfiel. Und gräuliche Muffköppe, die einstmals munter aneinandergereiht als Rosenkohl heranwuchs. Diese Tradition der Kohl-Verhunzung wird gern noch in Kantinen, Krankenhaus- und Schulküchen gepflegt. Gemüse ist gesund, das muss nicht schmecken! Öm ...
Gut, dass es auch anders geht. Vorgestern schnappte ich mir das Kilo Rosenkohl und ...
Den Rosenkohl habe ich geputzt und in einem Dämpfeinsatz bei wenig Wasser ca. 20 Minuten gegart. Bis sie al dente sind. Am besten nimmt man mal einen Rosenkohling heraus und schneidet ihn durch. Probieren. Gut? Gut. Lieber etwas zu kurz als zu lang. Müffelgefahr! Solch ein Dämpfeinsatz ist übrigens Gold wert. Rosenkohl (und auch andere Gemüse oder Kartoffeln) werden zur Delikatesse, wenn man sie nicht in Wasser ersäuft.
Ofen vorheizen. Im Grunde brauchen wir nachher nur den Grill.
Während die Rosenköhler also vor sich hindämpften, habe ich je zwei Schalotten und Knoblauchzehen gehackt und in etwas Olivenöl angedünstet. Dann habe ich sie zur Seite gestellt, etwas Zucker in einer Pfanne karamellisiert und die grob gehackten Maronen dazu gegeben. Ich habe alles miteinander gerührt und eine Weile auf mittlerer Flamme angebraten.
Dann habe ich Zwiebeln und Knoblauch dazugekippt. Zur Seite stellen. Wer möchte, brät an dieser Stelle zerkleinerten Speck kross. Wenn man die noch karamellige Pfanne nimmt, ist das zusätzlich lecker. Speck zu Zwiebeln, Knoblauch und Maronen geben.
Einen Schwung Sahne in die Pfanne und mit etwas Käse nach Wahl (Käse, der schmelzen kann, also einen entsprechend hohen Fettanteil hat - und Geschmack), Muskat, Salz und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer einköcheln lassen. Bis die Masse leicht dicklich wird. Abschmecken. Die Käsesahne sollte etwas überwürzt schmecken, da der Rosenkohl ja noch nicht gewürzt ist.
Rosenkohl in eine Auflaufform. Maronen, Zwiebeln, Knoblauch und Speck, falls es Speck gibt, über den Rosenkohl verteilen. Käsesahne darüber. Geriebenen Käse obenauf verteilen. Ab in den Ofen.
Falls der Rosenkohl etwas zu al dente geraten ist, kann man den Auflauf auch 5-10 Minuten ohne Grill in den ca. auf 180 Grad vorgeheizten Ofen stellen. Und zum Schluß dann für ca. 10 Minuten unter den Grill. Twittern sollte man besser nicht, sondern lieber die Veränderung der Auflaufoberfläche im Blick behalten.
Fertig. Dazu passt ein Pils. Prost!
Übrigens auch köstlich: Pasta mit Rosenkohl und Kirschtomaten
P.S. Das Dunkelgrüne auf dem Auflauf sind übrigens Petersilie und Lauchzwiebeln. Einfach weil sie da waren, hübsch aussehen und ich sie gern esse.