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@petrofunzelschein
Sonntagsgedanken
Und dann kommt jemand in dein Leben gestolpert und dein Herz macht einen Satz.
Jemand, der dieselben Träume hat, vom Segeln und von der Freiheit, der die See ebenso liebt wie du.
Jemand, der noch an Werte glaubt, der sich zu benehmen weiß. Jemand, für den Pünktlichkeit, Verlässlichkeit, Ehrlichkeit, Wertschätzung, Rücksicht und Niveau keine leeren Worte sind.
Jemand, der seine Sache gut oder eben gar nicht macht, der seinen Job liebt. Für den Überstunden dann auch nicht so lästig sind, wie für viele andere.
Und dann wandert man kilometerlang nebeneinander her und erzählt sich Geschichten aus dem Leben, lacht gemeinsam. Ein Wort ergibt das andere, auch die kurzen Pausen sind nicht schlimm, weil es eben kein peinliches, sondern ein gemeinsames, angenehmes Schweigen ist.
Aus dem Augenwinkel nehme ich die kleinen Lachfältchen um seine Augen wahr. Sein Duft nach Meer weht hin und wieder zu mir herüber. Und ich bekomme das Lächeln nicht mehr aus meinem Gesicht.
Es tut so gut, über die gemeinsame Leidenschaft zu sinnieren, gemeinsam zu träumen. Natürlich ist die Welt klein, wir hätten uns längst über den Weg laufen können. Immer wieder entdecken wir gemeinsame Bekannte.
Ich wünsche mir sehr, dass das klappt. Dass wir zusammen kommen. Auch und gerade weil seine Zeit gerade mehr oder weniger zu 100% in seinen Job fließt, auch fließen muss. Und weil mein Herz kleine Purzelbäume schlägt, wenn ich an ihn denke.
Hiding your hurt only intensifies it. Problems grow in the dark and only become bigger and bigger, but when exposed to the light of truth, they shrink. You are only as sick as your secrets. So take off your mask, stop pretending you’re perfect and walk into freedom.
Rick Warren (via infinite-paradox)
Grüße von Hiob oder so...
Da hast du im Prinzip seit der Trennung deiner Eltern vor ca. 20 Jahren quasi keinen Kontakt mehr zu deiner Mutter. Wenn’s es hoch kommt, war es einmal im Jahr ein Anruf zum Geburtstag und eine SMS zu Weihnachten/Neujahr. Manchmal blieb auch das aus. Aus Gründen.
Dann bricht es kurz vor Weihnachten ein. Sie hat Heiligabend mit meiner Schwester abgesagt, weil sie die Einkäufe nicht de Treppe hoch bekommt vor Luftnot und Husten. Den Husten hat sie wohlgemerkt seit 1,5 Jahren, aber nein, zum Arzt ist sie nicht gegangen damit. Meine Schwester setzt ihr die Pistole auf die Brust, das abklären zu lassen. Zwei Tage später wird sie mit Verdacht auf Lungenembolie in die Klinik gebracht. Diverse Untersuchungen und einige Tage später kommen nach und nach verschiedene Diagnosen zu Tage. Zunächst ist es eine Lungenentzündung mit Wasser in der Lunge sowie Diabetes. Dann wird die Lunge punktiert und irgendwas im Brustbein gestanzt.
Sie schafft es, mich anzurufen und zu informieren. Fragt, ob ich sie besuchen kann, in der Klinik. Mit sehr mulmigem Gefühl fahre ich ins Testzentrum und zur Klinik. 2G+, maximal eine Stunde und eine Person pro Tag. Smalltalk, Informationen, die ich vorher schon hatte. Nach 20 Minuten schickt sie mich wieder weg. Sie müsse zur Toilette. Mein Empfinden schwankt zwischen Erleichterung und Schlag in die Fresse.
Neue Diagnosen tauchen auf. Schließlich war es doch keine Lungenentzündung. Der Brustkrebs ist zurück und weil das nicht reicht, hat er sich auch verteilt. Mindestens in Lunge, Nebenniere und Zwerchfell. Daher auch das Wasser in der Lunge. Das Ergebnis der Knochenszintigraphie steht zunächst noch aus.
In der Zwischenzeit ist das neue Jahr schon 7 Tage alt und sie wird entlassen. Der Rettungsdienst bringt sie in ihre Wohnung in den 2. Stock. Ein Sauerstoffgerät wird geliefert, nein zwei, ein mobiles und ein stationäres. Ich tobe in die Apotheke und besorge Medikamente, Diabetiker-Zubehör und Lebensmittel nach Liste ein. Ich sitze schließlich gute anderthalb Stunden bei ihr und erkläre ihr das Sauerstoffgerät mittels Online-Anleitung. Halte Smalltalk, bloß nicht in die Thementiefe kommen. Gute Miene zu verschlossenem Herzen. In der Nacht darauf schlafe ich nicht. Der Versuch, die Augen zu schließen, lässt Bilder erscheinen. Ein ausgemergelter Körper einer Frau, die mir mehr als fremd geworden ist. Immer wieder der Griff zur Sauerstoffbrille. Die Aussicht, dass sie alleine niemals die Treppe herunter aus ihrer Wohnung nach draußen kommt. Und schon gar nicht wieder hinauf.
In der Folgewoche holt mich eine Erkältung ein, zu Zeiten von Corona bleibt man damit zuhause und besucht schon gar keine Kranken. Ich melde mich vom Einkaufsdienst ab. Seither kein dirketer Kontakt. Nur meine Schwester, die mir Dinge erzählt, die ich nicht verdauen kann. Die ich auch nicht essen will.
Sie verweigert die Behandlung - lediglich schmerzlindernde Therapie, aber nichts lebensverlängerndes. Ein kurzes Gespräch mit ihrer Ärztin lässt ahnen, dass auch die Knochen befallen sind. Ob sie das selbst weiß oder es ihr bewusst ist, ist fraglich. Meine Schwester hat nun jegliche Vollmachten. Ich fürchte, dass sie damit eigentlich nicht umgehen kann. Also emotional.
Ich habe keine Ahnung, wie schlimm es wirklich steht. Ich habe keine Prognose, was die Dauer dieses Leids angeht. Ich weiß nur, dass sie eigentlich niemanden hat, der (aufrichtig gern) bei ihr ist. Zu ihren Geschwistern hatte sie kaum Kontakt. Freunde hatte sie keine, von denen ich wüsste. Ich erwische mich bei Gedanken, wie “Ist dieses Leben noch lebenswert?”, ich träume von ihrem Suizid, ein Traum weiter ist es die aktive Sterbehilfe. Ich wache heulend auf. Wie soll ich bloß den Alltag überstehen?
Alte Wunden von damals reißen auf. Situationen, Gefühle, Erinnerungen, die ich längst in eine ganz entlegene Ecke verdrängt hatte. Ich weiß nicht, wohin mit mir, mit diesem Wirrwarr an Gefühlen. Irgendwo zwischen “Lass es schnell vorbei sein” und schlechtem Gewissen.
Meine Schwester scheint sich zu teilen. Die eine Hälft plant völlig nüchtern und rational die Beerdigung und die Haushaltsauflösung. Eine Übersprungshandlung, denn niemand weiß, wann es soweit sein wird. Die andere Hälfte ertränkt die Gefühle und Kreislaufzusammenbrüche in Alkohol. Ich mache mir Sorgen. Einerseits, dass sie mit Mama auch so rational und nüchtern spricht und sie damit auf eine ziemlich abartige Weise verletzt. Andererseits, dass sie unter dieser Last (Vorsorgevollmacht usw.) zusammenbricht.
So. Das musste ich mir mal von der Seele schreiben. Vielleicht ist das ein Weg für mich, das irgendwie zu verarbeiten. Einen Versuch ist es wert - vielleicht hört ihr hier mal wieder öfter von mir....
Was ist bloß mit dieser Welt los?
Pandemie, Überflutungen, große Hitze, Waldbrände, Erdbeben, Krieg. Eine Katastrophe jagt die nächste, kaum positive Nachrichten erreichen uns, mal von Medaillengewinnern abgesehen. Und selbst Olympia wird überschattet von negativen Schlagzeilen.
Man selbst weiß gar nicht mehr, was man machen, denken oder sagen soll. Wählen soll man, sagen sie. Klar, ich will wählen. Nur was? Pest? Cholera? Die nächste Katastrophe?
In Schule herrcht ein einziges Chaos. Und es ist nicht das übliche Chaos zu Schuljahresbeginn. Das Chaos, in dem zum 15. mal der Stundenplan überarbeitet wurde, die Aufsichten verschoben und die Räume geändert wurden. Nein, es ist das pandemische Chaos, von dem niemand weiß, was uns als nächstes ereilt. Impfinformationen verteilen und Rückläufer einsammeln. Eltern hinsichtlich der Beratung an den Kinderarzt verweisen. Die Impferei ist keine Schulveranstaltung. Zweimal wöchentlich das Testen. Anschließend positive Ergebnisse rausfischen, Klassen- und Kurslisten durchforsten, Stunden- und Vertretungspläne checken, alle Kontakte zusammenstellen und an das Gesundheitsamt melden. Natürlich gespickt mit der Randnotiz, dass die Maske bei Fall XY leider nicht konsequent getragen wurde und auf Abstand ebenfalls geschissen wurde. Nun... Unterricht ist so wichtig, sagen sie. Es ist schon soviel ausgefallen, sagen sie. Und dann nehmen sie einen kurzerhand aus dem Unterricht, damit die Daten schnellstmöglich zusammengestellt werden können. Schade um den Unterricht. Man selbst ist unsicher, da man dem Fall durchaus näher gekommen ist, natürlich nur mit Maske und durchgeimpft. Dennoch führt man jeden Morgen einen Selbsttest durch und schlägt aufgrund eines unguten Bauchgefühls die Einladung zum Geburtstag aus.
Das alles belastet. Es sorgt für schlechte Nächte, Ängste, andauernden Stress und ein lichtes Nervenkostüm. Die Explosionsgrenze bzw. Überflutungsgrenze ist schon bei Kleinigkeiten erreicht. Das mussten sowohl Freunde als auch meine Schüler schon erfahren.
Es ist mal gerade Woche zwei der Schule vorbei, morgen beginnt Woche drei und ich fühle mich, wie am Ende des Schuljahres.
Es bleibt viel zu wenig Zeit und Raum für einen selbst oder gar für den Freundeskreis. Und planen kann man auch nichts. Man will es auch nicht, aus Angst wieder enttäuscht zu werden, weil alles abgesagt werden muss.
Ich würde so gerne in den Herbstferien nach Stockholm fahren oder wenigstens nach Berlin. Aber geht das dann überhaupt? Oder hat uns die 4. Welle dann derart überrollt, dass gar nichts mehr geht?
Mich kotzt das alles so dermaßen an!
“Northern Lights Over Sariskoy“ by | Saadia Mahmud
Fernweh...
F**k Corona
In der Schule herrscht der helle Wahnsinn. Maskenpflicht. Abstandsregelung. Kohortentrennung. Kohortenwechselreinigungsplan für Fachräume.
Alles kein Problem, wenn sich alle daran halten würden. Immer wieder muss ermahnt werden. Immer wieder tauchen Probleme auf.
Der Körper schreit: “Scheiße! Gib mir eine Pause!” Die Seele schreit: “Ich habe Angst! Ich bin unsicher! Ich will Erholung! Ich will Sicherheit!”
Von “oben” ist nicht viel zu erwarten, wenn man von Ratlosigkeit mal absieht. AHA+L ist das Mittel der Wahl, es soll gegen dieses Virus helfen. Ganz schön armselig. Es gibt kein landesweit einheitliches Konzept. Das, was sie so schimpfen, ist so hilfreich, wie eine leere Klopapierrolle. Die Gesundheitsämter sind maßlos überfordert, die Labore ebenso. Eine Frage der Zeit, wann das Gesundheitssystem zusammenbricht. Wann die Notbremse wohl gezogen wird? Und ob überhaupt?
Ich möchte die Dunkelziffern unter den Schülern gar nicht wissen, wo ich doch von den echten Zahlen schon nur über Umwege erfahre. Schüler, die sich infiziert haben, Kollegen, die in Quarantäne sind. Auf offiziellem Weg keine Information. Stattdessen mangelnde Fürsorge. Präsenzunterricht in vollem Umfang und zusätzlich noch Vertretung für die schon kranken Kollegen. Mehr Aufsichten, um die Regelungen irgendwie durchzusetzen.
Schlechte Laune, viel Gemecker, blanke Nerven.
Ich würde gerne in ein Hybridmodell wechseln, mit genügend Abstand und Präsenzangeboten für die, die diese aus verschiedenen Gründen benötigen. Ich glaube, dass meine Schüler dies könnten. Ich erziehe sie nun seit Monaten, teils auch schon Jahren, zur Selbstständigkeit. Sie lernen eigenständig und machen das oft mit großartigen Ergebnissen.
Ich weiß auf der anderen Seite auch, dass es Lehrkräfte und auch Schüler gibt, die damit maßlos überfordert wären. Für diese Gruppen hätten wir schon längst mit einem teilweisen Distanzunterricht starten müssen. Einen Tag in der Woche, um sie langsam heranzuführen an das, was uns im März von einem Tag auf den anderen eingeholt hat.
Wir dürfen und durften es nicht. Präsenzunterricht um jeden Preis. Das Recht auf Betreuung, ääh Bildung, ist ja größer als das Recht auf körperliche Unversehrtheit.
Im “richtigen” Leben heißt es, ich solle die drei GGG meiden: Großgruppen, geschlossene Räume und Gespräche.
Mein täglich Brot sind Gespräche mit Großgruppen im geschlossenen Raum, bei dem alle 20 Minuten Fenster und Türen aufgerissen werden. Jippee!
Achtsamkeitschallenge
Think of 3 things that make you happy.
1. Am oder auf dem Meer sein. Aufs Schiff steigen und durch die Hafenausfahrt in die Freiheit fahren. Die Segel setzen und den Wind um die Nase spüren. Seeluft riechen. Möwenkreischen, Wellenrauschen. Wind und Wellen tragen die Sorgen davon. Die Seele darf baumeln, der Kopf hat Pause. Am Strand entlang spazieren, den Sand zwischen den Zehen spüren. Die Wellen lecken am Sand, an den Füßen. Muscheln und Steine zeichnen ihre Muster. Seeluft & Algenduft.
2. Kaminfeuer oder Lagerfeuer Das Knacken und Knistern des Holzes in der Flamme. Die wohlige Wärme erreicht dein Gesicht, deine Hände, dein Herz. Die Flammen lecken an ihrer Umgebung, zeichnen spannende Muster, spiegeln sich in deinen Augen wieder.
3. Freunde Freunde, die dir zuhören, für dich da sind. Freunde, die dir die Meinung sagen oder dich im Spiel gnadenlos abziehen. Freunde, mit denen du lachen und weinen kannst. Ohne Scham. Freunde, die für dich einstehen, dir vertrauen. Ohne wenn und aber. Freunde, die dich in den Arm nehmen, dich wertschätzen.
Das! Jetzt! Mit ihm!
Träume & Seifenblasen...
Die letzten Wochen und Monate waren anstrengend.
Viel zu tun in der Schule. Schulentwicklung, Unterrichtsvorbereitungen, Klassengeschäfte, Extraveranstaltungen. Alle ziehen an einem. Es fällt schwer, “Nein” zu sagen.
Viel zu tun im privaten Bereich. Wenn der Partner ein Haus kauft und sich in die Sanierungs stürzt. Wenn man versucht zu helfen, wo Zeit und Kraft es zulassen. Wenn im Kopf des Partners nur noch Baustelle ist und man selbst in den Hintergrund rückt. Wenn Worte fallen und das Denken aussetzt. Und wenn er einem auf die Frage “Bin ich dir wichtig?” keine Antwort geben kann (oder will). Eiszeit. In einer Zeit, in der man Herzenswärme und Harmonie nötig hat.
Wenn die Gesundheit sich meldet und einem sagt: “Es ist zu viel!”
Tja und nun? Nun sitze ich alleine in meiner Wohnung, stürze mich in Arbeit und kämpfe gegen die Einsamkeit. Gegen Traurigkeit, Enttäuschung und Gefühlskälte. Er ist mit seinen Kumpels Angeln in Norwegen und kommt erst nächstes Jahr wieder.
Er stößt momentan irgendwie alles von sich. Freunde, die seiner Meinungs nach zu wenig geholfen haben. Seine Tochter, weil die Mutter nicht so reagiert, wie er es sich vorstellt und weil er nicht über seinen Schatten springen kann. Mich. Weiß der Teufel, warum. Mein Verstand sagt mir: “Lass ihn ziehen!”, mein Herz schreit: “Scheiße!”
Ich bin undicht. Ständig brechen die Deiche und die Flut steigt mir in die Augen. Es reichen Gedanken, Fragen, Worte, Situationen. Erinnerungen. Ich würde dem gerne entfliehen, aber es verfolgt mich.
Wie lange heilt ein gebrochenes Herz?
Wieso fällt es uns so schwer den Menschen die uns wichtig sind zu zeigen, dass sie uns wichtig sind?
(via versagermit–stil)