Die Anuga-Messe in Köln: ein FuĂballspiel fĂŒr Foodies
Heute endet die Anuga - die âweltweit gröĂte und wichtigste Businessplattform fĂŒr Food & Beverageâ in Köln. resmio war dabei und geht hier der Frage nach: Lohnt sich die Anuga?
Blank geputzte Stufen sind das Erste, was ich von der Koelnmesse sehe. Ich hieve meinen Koffer die Treppe hoch, eine rollende gibt es nicht. Auf der Anuga geht es sportlich zu. Dort schlendert niemand die GĂ€nge entlang oder schaut mit verlorenem Blick umher â dort geht jeder einem Ziel entgegen, schnell und konzentriert.
Ich will endlich meinen Koffer loswerden und bewege mich im Anuga-Schritt auf die Garderobe zu. Die ist schon voll. Von irgendwoher schreit eine Frau, âda sind 50.000 Leute drin!â âDonnerwetterâ, denke ich und gebe mein GepĂ€ck an der provisorischen Garderobe ab. Mit 6.777 Ausstellern aus 98 LĂ€ndern ist die Anuga vielleicht wirklich die GröĂte ihrer Art. Essen aus allen MenschenlĂ€ndern drĂ€ngt sich dicht an dicht; dabei ist die Koelnmesse mit 284.000 qm nicht gerade klein.
Endlich laufe ich in Richtung Messehallen oder versuche es wenigstens. Wie schwarzes Ăl durch Rohre flieĂt, so fluten Tausende von Besuchern in dunklen AnzĂŒgen und Businesskleidchen die Korridore der Messe. Mir kommt es so vor, als sei ich die Einzige, die nicht weiĂ, welchen Weg sie einschlagen soll. In alle Himmelsrichtungen strömen die Menschenmassen. Zehn Fachmessen unter einem Dach und jede Halle verheiĂt ein anderes âFoodieâ-Paradies. Feinkost, Milchprodukte und Fleisch nach rechts; Brot, Bio, TiefkĂŒhlkram und noch mal Fleisch nach links. Mein Ziel ist natĂŒrlich die Halle 7 fĂŒr Technik- und Software-Ausstatter. Bis zur âTrinkerhalleâ, der Fachmesse fĂŒr âDrinksâ, habe ich es leider nicht geschafft.
Spitzenreiter unter den Ausstellern ist Italien. Ăber 1000 Hersteller preisen ihre Kost an. Dann kommt erst einmal lange nichts, bis sich Spanien, gefolgt von China mit je ĂŒber 400 Herstellern auf den Plan melden. Die spanische KĂŒche sei jetzt voll im Trend, erzĂ€hlt mir ein Aussteller, weil das Essen so fettig sei; da könne man ganz neue Geschmackserlebnisse produzieren. Trends bewegen die Food & Beverage-Welt; auch darauf reagiert die Anuga. Jeder Aussteller kann sich einem Trendthema zuordnen und wird so leichter von Fachbesuchern gefunden. Bei Kaffeeproduzenten wĂ€re das zum Beispiel der Schwerpunkt âFeinkostâ und das Trendthema âFair gehandelte Produkteâ.
Wer nach dem Kostproben-Hopping nur noch Platz im Kopf hat, dem seien die Sonderschauen, das Rahmenprogramm sowie die Veranstaltungen der Anuga-Partner empfohlen. Zugegeben, VortrĂ€ge wie âFood Values â Werte schĂ€tzen, schaffen und sichernâ klingen eher nach GĂ€hnveranstaltung. âWeinverkostung u.a.[!] von 100 ausgewĂ€hlten Bordeaux-Weinenâ hingegen hört sich schon verlockender an. Alles andere als langweilig ist die Verleihung des Anuga Koch des Jahres. Ich sah am Montag die Preisverleihung. Der Saal bebte. Mindestens einer der Finalisten hatte seinen gesamten Fanclub mitgebracht. Aufgeregt kreischten ein Dutzend MĂ€dels, wann immer sein Name fiel. In diesem Jahr hat es ĂŒbrigens Christian Sturm-Willms geschafft, Jun. Souschef im Kameha Grand Bonn.
Alles in allem hatte ich den Eindruck, dass auf der Anuga GeschÀfte gemacht werden, was mir zahlreiche Aussteller auch bestÀtigten. Schade nur, dass Anbieter von innovativen Cloud-basierten Systemen gar nicht vertreten waren. Hier gibt es Nachholbedarf, liebe Anuga!
Die Anuga verschickt das ganze Jahr ĂŒber Neuigkeiten in Form eines Newsletters. Wer als Fachbesucher unabhĂ€ngig von den Messeterminen Kontakte knĂŒpfen will, kann sich ĂŒber Matchmaking365 passenden Ausstellern vorstellen.
Warst du schon einmal auf der Anuga? Mit welchen Erwartungen bist du dort angekommen? Hat sich der Besuch gelohnt? Tausche dich mit unseren Lesern ĂŒber deine Erfahrungen aus!










