Der Weg zum Ziel 8/
4 Zyclen EC dosisdicht. Alle 14 Tage. Erst dachte ich, ich bin die Heldin. Keine Übelkeit, kaum Nebenwirkungen. Gehe 2 Tage nach der Infusion zur Verabschiedung eines Mitarbeiters, halte eine kurze Rede. Der nächste Tag ist Sofatag, Fatigue ohne Ende. Merke, dass ich unkonzentriert bin, gehe in ein anderes Zimmer, weiss nicht mehr, was ich da wollte, kann nicht lange bei einer Sache bleiben, fange also 5 Dinge an, von denen ich Zwei wieder vergesse, bin nicht mehr multitaskingfähig. Das ganze ist ein bischen wie Stilldemenz nut dass ich auch noch leicht erschöpft bin und mich fühle, wie gegen die Wand gelaufen.
Nach der 2. Gabe lass ich mir die Haare raspelkurz schneiden. Der Friseur nimmt kein Geld, als er erfährt, warum ich das mache und lässt Wetes Haare auch noch umsonst schneiden. Es ist 3 Tage vor Weihnachten und Wete backt ihm einen Schkokuchen.
Eine Woche später gehen die Haare aus. Kleben wie Katzenhaare in meinen Pullis und hehen auch beim Waschen nicht raus.
Eine Perücke hab ich mit meiner Freundin Freddi ausgesucht. Ich hab es gehasst und sie hat mich wunderbar beraten und begleitet. Hab ausserdem ein ganzes Arsenal an Mützen ausgegraben und zusammengekauft und dann noch viele Mützen von meiner Nachbarin, die selbst eine Krebserkrankung durchgemacht hat, geschenkt bekommen. Zuerst hab ich nur Mützen getragen, ist im Winter auch nicht aufgefallen, hab dann aber doch wenn ich aus dem Haus gehe Perücke getragen.
Ich versuche, mich nicht kränker zu machen, als ich ohnehin schon bin. Ich gehe einkaufen, ich koche, ich stelle meine Ernährung um: Viel Obst und Gemüse, Rinderbrühe, Eintöpfe, später dann Quark mit Leinöl und Leinsamen. Ich bekomme so viel Besuch woe in den letzten zwei Jahren nicht und diese Anteilnahme trägt mich.

















